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Hoher Preis aus Israel für Peter Grünberg

16.01.2007
Der weltweit renommierte israelische "Wolf Prize" geht dieses Jahr an Prof. Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich.

Zusammen mit Prof. Albert Fert von der Université Paris-Sud teilt er sich das Preisgeld von ca. 100.000 Euro in der Kategorie Physik. Überreicht wird der Preis im Mai in der Knesset vom israelischen Präsidenten. Erst in der vergangenen Woche wurde den beiden Preisträgern der "Japan-Prize" mit einem Preisgeld von ca. 350.000 Euro zugesprochen.

Die beiden Festkörperphysiker erhalten den Preis für die Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands. Dank dieses Effekts gelang in den 90er-Jahren der Durchbruch zu Giga-Byte-Festplatten. Peter Grünberg erhielt dafür bereits 1998 den Zukunftspreis des Bundespräsidenten, 2006 den Erfinderpreis der Europäischen Kommission sowie die Stern-Gerlach-Medaille 2007. Grünbergs Arbeiten legten den Grundstein für den Bereich Spintronik, der sich den quantenmechanischen Spin der Elektronen für die Mikro- und Nanoelektronik nutzbar macht.

Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass Grünbergs und Ferts Arbeit "ein neues Forschungsgebiet in der Physik ins Leben gerufen haben, die Spintronic". "Auf dem Feld der Technik hat der Riesenmagnetowiderstand die Magnetspeicherindustrie komplett revolutioniert", ist in der Veröffentlichung der Wolf Foundation zu lesen, die den Wolf Prize jährlich in fünf Kategorien vergibt. Überreicht wird der Preis den Forschern am 13. Mai 2007 im israelischen Parlament, der Knesset, vom Präsidenten des Staates Israel. Bisherige Preisträger sind unter anderem der Stephen W. Hawking, Mitchell Feigenbaum, der Peter W. Higgs und Nobelpreisträger Gerard ´t Hooft.

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Grünbergs Riesenmagnetowiderstands- oder GMR-Effekt (englisch: Giant Magnetoresistance) findet man heute in über 90 Prozent der produzierten Festplatten. Der GMR-Effekt dient zum präzisen Auslesen von Daten. Diese sind auf engstem Raum in winzigen Bereichen unterschiedlicher Magnetisierung gespeichert. Ein Sensor, der den GMR-Effekt nutzt, registriert diese kleinen Unterschiede als große messbare Änderung und arbeitet daher hochempfindlich. Das erkannte auch die Industrie sehr schnell: Bereits 1997 kam der erste GMR-Schreib-Lesekopf für Computerfestplatten auf den Markt. Der GMR-Effekt bescherte dem Forschungszentrum Jülich Lizenzeinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Längst hat der GMR-Effekt in verbesserten Leseköpfen für Festplatten und Videobänder sowie in MP3-Playern weltweite Verbreitung gefunden.

Weiteres Material Bilder und Hintergrundinformationen zu Peter Grünberg und dem GMR-Effekt http://www.fz-juelich.de/portal/gruenberg

Informationen zum Wolf Prize http://www.wolffund.org.il/main.asp

Pressemitteilung Japan Prize http://www.fz-juelich.de/portal/index.php?index=721&cmd=show&mid=431

Pressekontakt: Kosta Schinarakis, Wissenschaftsjournalist, Öffentlichkeitsarbeit, Forschungszentrum Jülich Tel. 02461 61-4771, Fax 02461 61-4666, E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de

Über das Forschungszentrum Jülich Das Forschungszentrum Jülich ist mit rund 4 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte multidisziplinäre Forschungszentrum in Europa. Seine Themen spiegeln die großen Herausforderungen der Gesellschaft wider: Erhalt von Gesundheit, Umgang mit Information, Schutz der Umwelt sowie Versorgung mit Energie. Langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaft und Technik werden ebenso erarbeitet wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie. Charakteristisch für Jülich ist, dass sich die Forscher zwei zentraler Schlüsselkompetenzen bedienen: der Physik und des wissenschaftlichen Rechnens mit Supercomputern.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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