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Jülicher Gewinner des Deutschen Zukunftspreises mit Ausstellung im Deutschen Museum geehrt

19.12.2006
Bundespräsident Horst Köhler eröffnet heute Abend um 19.00 Uhr die "Hall of Fame" der deutschen Wissenschaft. Das Deutschen Museum in München stellt in einer Dauerausstellung die bisherigen zehn Gewinner des Deutschen Zukunftspreises vor.

Darunter sind zwei Forscherteams aus Jülich: Maria-Regina Kula und Martina Pohl wurden 2002 ausgezeichnet für die Entwicklung von biologischen Katalysatoren und Peter Grünberg erhielt den Preis 1998 für die Entdeckung des GMR-Effektes, der die Speicherdichte von Festplatten enorm steigerte.

Die Ausstellung unter dem Titel "Aus Ideen Erfolge machen. Für die Menschen. Für das Land." zeigt anhand von Exponaten die preisgekrönten Projekte aus 10 Jahren Deutschem Zukunftspreis. An dem Exponat über den GMR-Effekt im Deutschen Museum hat der Jülicher Physiker Peter Grünberg selbst mitgewirkt. Der Besucher kann eigenhändig, aber computerunterstützt ein Magnetfeld mit einem empfindlichen GMR-Sensor ausmessen. "Die Ausstellung soll junge Leute dazu anreizen eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen", sagt Peter Grünberg und freut sich darüber, dass seine Arbeit in diesem Rahmen dazu beitragen kann.

Der Riesenmagnetowiderstands- oder kurz GMR-Effekt (englisch: Giant Magnetoresistance) findet sich heute in über 90 Prozent der produzierten Festplatten. Der GMR-Effekt dient zum präzisen Auslesen von Daten. Diese sind auf engstem Raum in winzigen Bereichen unterschiedlicher Magnetisierung gespeichert. Ein Sensor, der den GMR-Effekt nutzt, registriert diese Unterschiede als große messbare Änderung und arbeitet daher hochempfindlich.

Die Zukunftspreisträger 2002 Maria-Regina Kula und Martina Pohl machten eine wirtschaftlich besonders interessante Gruppe von Enzymen für den Einsatz in industriellen Produktionsprozessen nutzbar. Enzyme beschleunigen die chemischen Abläufe in der Zelle millionenfach und sind unverzichtbare Helfer in der Medizin und in der Lebensmittel-, Papier- und Textilindustrie. Die Forschung der Preisträgerinnen machte es möglich, in industriellen Produktionsprozessen kostengünstig und nachhaltig "sanfte Chemie" einzusetzen.

Der Deutsche Zukunftspreis zeichnet Wissenschaftler für eine hervorragende Innovation aus. Deren gesicherte Anwendung, verbunden mit uneingeschränkter Marktfähigkeit sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen sind die notwendigen Kriterien für die Preisvergabe.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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