Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vordenker Leibinger erhält Siemens-Ring

13.12.2006
Werner-von-Siemens-Stiftung ehrt den Ingenieur und Unternehmer mit dem wichtigsten deutschen Technikpreis

Die Stiftung Werner-von-Siemens-Ring zeichnete den Ditzinger Unternehmer Professor Berthold Leibinger in Berlin mit dem wichtigsten deutschen Technikpreis aus. Der Werner-von-Siemens-Ring wird alle drei Jahre an »Pioniere der Technik« verliehen, in diesem Jahr in Anwesenheit des Bundespräsidenten. Leibinger erhielt den Preis „in Würdigung seiner Verdienste um die innovative Entwicklung und erfolgreiche unternehmerische Umsetzung der Technologien zur flexiblen Blechbearbeitung und der industriellen Lasertechnik“, begründete Professor Ernst O. Göbel, Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und Vorsitzender des Stiftungsrates die Entscheidung der Jury.

Der Technikpionier aus Schwaben habe durch die Einführung der Lasertechnik für die Materialbearbeitung Ende der 70er-Jahre einen enormen Innovationssprung bewirkt.

Ingenieurleistung und herausragende technische Entwicklungen, Mut, Neues zu wagen und Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft – diese Kombination macht Leibinger zu einem Ausnahmeunternehmer.

... mehr zu:
»Lasertechnik »Patent »Technikpreis

Als Student schrieb Leibinger bei TRUMPF eine Diplomarbeit, die gleich zu drei bahnbrechenden Patenten führte. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in den USA, die damals den Werkzeugmaschinenbau dominierten, wurde der junge Ingenieur 1961 Leiter der Konstruktionsabteilung bei TRUMPF. Seine Erfindungen brachten die Firma voran und Leibinger auch: Seine Patente bezahlte TRUMPF mit Anteilen am Unternehmen, 1978 wurde Leibinger Vorsitzender der Geschäftsführung. Heute gehört das Unternehmen seiner Familie und er sitzt ihm als Vorsitzender des Aufsichtsrats vor. Im Zeitraum von 1961 bis 2006 stieg der Umsatz von 5 Millionen auf 1.650 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl erhöhte sich von 300 auf nahezu 7.000 weltweit.

Zur den Zielen Leibingers gehörte immer, das Unternehmen an die Spitze der Fertigungstechnik zu führen. Die Fähigkeit, innovative Ideen zu entwickeln und Neues zu schaffen, war für die Unternehmensentwicklung wesentlich. So kam TRUMPF von Elektrowerkzeugen und einfachen Werkzeugmaschinen zu Werkzeugmaschinen mit Lasern. Heute, mehr als 40 Jahre später, ist TRUMPF weltweit die Nummer eins im Bereich der Lasertechnik für die Fertigung.

Dafür traf Leibinger Anfang der 80er-Jahre die weit reichende Entscheidung zur Entwicklung und zum Bau eigener Laser. Für ein bis dahin klassisches Maschinenbauunternehmen war dies ein mutiger Schritt. Heute erzielt das Unternehmen zwei Drittel seines Gesamtumsatzes mit Lasern und Lasermaschinen. Die technologische Spitze war es, die Leibinger anstrebte. Er investierte deshalb Jahr für Jahr rund sechs bis acht Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung – doppelt so viel wie in der Branche üblich. So positionierte er TRUMPF im Werkzeugmaschinenbau, in der industriellen Lasertechnik, bei Hochleistungselektronik und in der Medizintechnik als Innovationsführer.

Doch auch außerhalb des Unternehmens ist Leibinger engagiert. Er nimmt unverändert eine Reihe von ehrenamtlichen Aufgaben im verbandspolitischen, kulturellen und wissenschaftlichen Bereich wahr. Sein Credo lautet: Die Verantwortlichkeit des Unternehmers verlangt, dass er seine Talente auch in den Dienst der Gesellschaft stellt. So war er als Präsident der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Neckar für die Region aktiv und setzte sich als Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) für seine Branche ein.

Um der Gesellschaft etwas zurückzugeben, was er durch sie erreicht hat, gründete er 1992 die gemeinnützige Berthold Leibinger Stiftung. Sie widmet ihre Erträge neben wissenschaftlichen, kirchlichen und mildtätigen Zwecken auch der Kultur. So fördert die Stiftung die Internationale Bachakademie und das Deutsche Literaturarchiv. Seit dem Jahr 2000 schreibt sie den international angesehenen Berthold Leibinger Innovationspreis für angewandte Lasertech¬nik aus.

Der Werner-von-Siemens-Ring bildete zum Jahresende einen weiteren Höhepunkt an Ehrungen, die Berthold Leibinger und seiner Familie 2006 zuteil wurden: Der Bundespräsident überreichte Leibinger jüngst das große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Ferner erhielt Leibinger für sein Lebenswerk den „Preis Deutscher Maschinenbau“, den die Wirtschaftzeitung Produktion erstmals verlieh. Das Kuratorium der Fairness-Stiftung zeichnete im November die Unternehmerfamilie Leibinger mit dem Deutschen Fairness Preis 2006 aus.

Ingo Schnaitmann | Trumpf
Weitere Informationen:
http://www.trumpf.com
http://www.trumpf.com/Unternehmen/Presse/Medienservice

Weitere Berichte zu: Lasertechnik Patent Technikpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften