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Wir müssen die Leistungen von 23 Millionen Freiwilligen stärker anerkennen."

11.12.2006
Staatssekretär verleiht größten deutschen Ehrenamtspreis "für mich, für uns, für alle"

"Eine Gesellschaft, die sich ein menschliches Gesicht geben will, braucht das freiwillige Engagement von Jung und Alt. Wer sich engagiert, setzt ein positives Zeichen. Damit weitere Menschen zum freiwilligen Engagement motiviert werden können, ist es wichtig, die vielfach im Verborgenen erbrachten Leistungen zu würdigen", sagte Gerd Hoofe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, heute bei der Verleihung des Bürgerpreises der Initiative "für mich, für uns, für alle" in Berlin.

"Besonders freut mich, dass sich Jugendliche und junge Menschen stärker freiwillig engagieren als andere Altersgruppen in Deutschland. Diesen Einsatz müssen wir würdigen. Die Ausschreibung des Preises 'für mich, für uns, für alle' in der Kategorie 'Junior' ist ein wichtiger Schritt für die Anerkennung der Leistung von Millionen junger Menschen in Deutschland."

In Deutschland engagieren sich mehr als 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. Die Initiative "für mich, für uns, für alle", 2003 von Bundestagsabgeordneten, Städten, Landkreisen, Gemeinden und Sparkassen gegründet, würdigt ihre Leistung mit der Vergabe des größten bundesweiten Ehrenamtspreises. Die Auszeichnung gilt Freiwilligen in allen Bereichen des ehrenamtlichen Engagements, Schirmherr ist Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ist Mitglied des Kuratoriums. Die Bewerber nehmen zunächst am Wettbewerb auf lokaler und regionaler Ebene teil, die Gewinner qualifizieren sich für die nationalen Auszeichnungen. In diesem Jahr vergibt die Initiative den Preis unter dem Motto "Kultur verbindet". Neben den Kategorien "Alltagshelden" und "Lebenswerk" waren 2006 erstmals auch die Kategorien "Arbeit und Engagement" sowie "Junior" ausgeschrieben.

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Der demografische Wandel und veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen stellen die Gesellschaft in Deutschland vor Herausforderungen, die der Sozialstaat allein nicht bewältigen kann. Wirtschaft, Staat und Bürgergesellschaft müssen deshalb gemeinsam zivilgesellschaftliche Verantwortung stärken.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das bürgerschaftliche Engagement mit einer Vielzahl von Programmen und Projekten:

Mehrgenerationenhäuser

Das Aktionsprogramm sieht vor, bis zum Jahr 2010 in allen Städten und Landkreisen Deutschlands ein Mehrgenerationenhaus als Forum für familienorientierte Dienstleistungen, Erziehungs- und Familienberatung zu schaffen. Die offenen Tagestreffs für jüngere und ältere Menschen verstärken die Infrastruktur, die die Gesellschaft zusammenhält, und fördern und erschließen bürgerschaftliches Engagement. Sie verbinden freiwillige Nächstenhilfe, Selbsthilfe und professionelle Unterstützung zu einem umfassenden Angebot für Menschen jeden Alters. Mit den Mehrgenerationenhäusern soll ein Zentrum für bezahlbare familiennahe Dienstleistungen in jeder Region entstehen.

Freiwilliges Soziales / Freiwilliges Ökologisches Jahr

Die Bundesregierung beteiligt sich an der Finanzierung des Freiwilligen Sozialen und Freiwilligen Ökologischen Jahres. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Qualifizierung und dem Erwerb wertvoller Kompetenzen, die den jungen Freiwilligen später auch beim Einstieg ins Berufsleben weiterhelfen. Das neue Modellprogramm "Kompetenzerwerb benachteiligter Jugendlicher im Rahmen des Freiwilligen Sozialen / Ökologischen Jahres" soll im kommenden Jahr verstärkt jungen Menschen aus bildungsfernen Schichten den Zugang zum freiwilligen Engagement erleichtern. Jährlich werden rund 18.000 Plätze für die Freiwilligen und rund 4000 Plätze für Kriegsdienstverweigerer gefördert, die ein Freiwilliges Jahr anstelle des Zivildienstes leisten.

Generationsübergreifende Freiwilligendienste (GüF)

Das Modellprogramm soll neue Formen des bürgerschaftlichen Engagements neben dem klassischen Vereins- und Verbandslebens erschließen. Mehr als 50 Projekte proben bereits bundesweit neue Angebote für Freiwillige. Im Juni 2006 waren in ganz Deutschland rund 3500 Freiwillige in 52 Modellprojekten von 140 Trägern und über 430 Standorten aktiv. Einsatzfelder sind Schulen, Kindertagesstätten, Familien, Stadtteilzentren, stationäre Einrichtungen und Hospize. Menschen jeden Alters übernehmen Verantwortung für Junge, Alte und Behinderte, Schülerinnen und Schüler oder für Familien, die besondere Lasten tragen. Ziel ist die Förderung eines neuen Miteinanders der Generationen und die Stärkung einer Kultur der Freiwilligkeit.

Lokale Bündnisse für Familie

Die Bundesinitiative Lokale Bündnisse für Familie will Akteure in den Kommunen anregen, sich Partner aus Politik und Verwaltung, Unternehmen, Kammern und Gewerkschaften, Kirchen, Verbänden, Vereinen, Einrichtungen und Initiativen zu suchen, um gemeinsam vor Ort die Bedingungen für Familien zu verbessern. Das Bundesfamilienministerium finanziert gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds ESF ein Servicebüro, das kostenlos Beratung und Unterstützung bei Gründung, Themenfindung, Arbeitsorganisation, Weiterentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit anbietet. Derzeit ist das Servicebüro in 629 Kommunen aktiv; in 352 Kommunen haben sich bereits lokale Bündnisse gegründet.

Erfahrungswissen für Initiativen

Das Modellprogramm "Erfahrungswissen für Initiativen" (EFI) schult ältere Menschen zu seniorTrainer und seniorTrainerinnen, die ihr Erfahrungswissen zur Beratung und Begleitung von Freiwilligeninitiativen, Einrichtungen, Vereinen und Verbänden oder zum Aufbau eigener Projekte einsetzen. Das Modellprogramm hat 2004 begonnen. Seither sind durch das Engagement und in der Regie der EFI-Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer viele hundert neue Freiwilligenprojekte entstanden.

Initiative Bürgerstiftungen

Die "Initiative Bürgerstiftungen" entwickelt die Idee der Bürgerstiftung weiter, mit dem Ziel Stiftungen flächendeckend in regionalen Infrastrukturen zu verankern. Inhaltlicher Schwerpunkt ist dabei die Förderung des generationsübergreifenden ehrenamtlichen Engagements. Auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beteiligen sich die Bertelsmann-Stiftung, die Körber-Stiftung, die Klaus Tschira-Stiftung und der Bundesverband Deutscher Stiftungen am Aufbau eines Kompetenzzentrums zum Thema Bürgerstiftung.

| BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

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