Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Acht Millionen Euro für den Umbau der Anatomie

08.12.2006
Institut am Vesaliusweg wird fit gemacht für die Forschung der Zukunft

Das Angebot lockte ihn sehr: Markus Missler, bislang Professor für Neurogenetik in Göttingen, erhielt einen Ruf an das Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Münster (UKM). Nachdem er sich in dem münsterschen Altbau, der Anfang der 50er Jahre konzipiert wurde, umgesehen hatte, war er zwar einerseits begeistert: "Ein großartiges Gebäude mit enormen Möglichkeiten!"

Eine Bedingung stellte der 40-Jährige jedoch: "Wenn ich den Ruf annehme, muss das Gebäude komplett saniert werden." Seit Oktober hat Missler den Lehrstuhl für Anatomie und Molekulare Neurobiologie in Münster angetreten - Anfang des Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen.Der Grund für die Bedingung des Neurowissenschaftlers war schlicht: "Wenn wir mit unserem Institut wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir auch in einer Umgebung arbeiten, die das ermöglicht." Früher, so Missler, seien in der anatomischen Forschung unter anderem stark vergleichende Ansätze üblich gewesen: Man untersuchte ein bestimmtes Organ quer durch die verschiedenen Tierarten oder Entwicklungsstadien. Längst haben die Forscher aber die Ebene verlassen, die man mit bloßem Auge oder auch nur mit herkömmlichen Mikroskopen erkennen kann. Ins Interesse der Forschung sind die molekularen Grundlagen gerückt - im Falle von Missler die unseres hochkomplexen Gehirns.

Dieses Organ enthält Milliarden Nervenzellen, von denen jede Zelle an durchschnittlich 10.000 Kontaktstellen mit anderen verknüpft ist. Der Informationsfluss über diese "Synapsen" genannten Kontaktstellen stellt die Grundlage allen Denkens, Lernens, aber auch allen normalen und krankhaften Verhaltens dar. Deshalb untersuchen Missler und seine Kollegen diese Kontaktstellen und ändern ihre molekulare Ausstattung in Versuchen mit gentechnischen Methoden. Dafür wiederum brauchen sie modernste Labore und Gerätschaften. Und es muss gewährleistet sein, dass bestimmte Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden - alles Anforderungen, die das alte Backsteingebäude nicht bietet und die nun erfüllt werden sollen.

... mehr zu:
»Anatomie »Organ »UKM

Die Zeichen stehen also auf Zukunft am Vesaliusweg. Dies betrifft nicht nur die Forschungsmöglichkeiten, sondern auch die Bedingungen für die anatomische Lehre. "Die Lerninhalte in der Medizin und der Wunsch nach deren Verknüpfung haben in den vergangenen Jahren weiter zugenommen", meint Missler, "dem müssen wir auch mit verbesserten Unterrichtsmethoden gerecht werden." Rund acht Millionen Euro ist dem UKM und dem Land NRW die Weichenstellung wert. Das Ziel: "Die Anatomie soll sich im Konzert mit anderen Einrichtungen des UKM und der WWU als Forschungsinstitution entwickeln und die Attraktivität Münsters als Studienort weiter fördern", sagt Missler.

Denn längst untersuchen nicht mehr nur einzelne Institute wie Anatomie oder Physiologie die zellulären Grundlagen unseres Nervensystem - der müntersche Schwerpunkt Neuromedizin schließt auch Neurologen, Psychiater, Neurochirurgen, Neuropathologen, Hals-, Nasen-, Ohrenärzte oder Augenärzte mit ein. Sie alle wollen ebenfalls die molekularen Ursachen von Krankheiten erforschen und neue Therapiemöglichkeiten ergründen.

Kontakt:
Universitätsklinikum Münster
Pressestelle
Simone Hoffmann
Tel.: 0251/83-22115
Simone.hoffmann@ukmuenster.de

Simone Hoffmann | Universitaet Muenster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de

Weitere Berichte zu: Anatomie Organ UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise