Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hebamme aus Java mit Hermann-Gmeiner-Preis 2006 geehrt

27.11.2006
Witnowati aus Java erhält den diesjährigen Hermann-Gmeiner-Preis. Die 32-jährige Krankenschwester und Hebamme wird für ihr Engagement geehrt, mit dem sie Frauen und Kinder im indonesischen Lembang medizinisch betreut.

In dem 70.000 Einwohner zählenden Dorf in den Bergen von Westjava gibt es sonst keine ärztliche Versorgung, das nächste Krankenhaus liegt 25 Kilometer entfernt. In ihrer Praxis führt Witnowati bei Schwangeren Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen durch, und leistet Geburtshilfe - rund 2.000 Kinder hat sie bereits ans Licht der Welt geholt.

Für Säuglinge und Kleinkinder bietet die Hebamme zudem Impfungen und die wichtigste medizinische Grundversorgung an. Darüber hinaus bildet sie traditionelle indonesische Hebammen fort und klärt sie über hygienische Standards auf. Witnowati wuchs in einem SOS-Kinderdorf in Lembang auf. Nach Abschluss der Schule absolvierte sie später eine dreijährige Ausbildung zur Krankenpflegerin und arbeitete im Krankenhaus, wo man ihr aufgrund herausragender Leistungen eine Zusatzausbildung zur Hebamme anbot.

Ihre erste Praxis eröffnete Witnowati in einer ehemaligen Garage, wo sie auch einen Ruheraum für Patientinnen einrichtete. "Eine selbständige Hebamme war dringend nötig. Durch meine Praxis konnte ich der Bevölkerung wirklich helfen", betonte die Hebamme. "Ich stehe jeden Tag zur Verfügung und bin auch nachts jederzeit bereit, zu einer Patientin zu kommen - ganz gleich, wie groß die Entfernung ist. Wenn möglich fahre ich mit dem Moped, doch oft genug muss ich auch steile und unbefahrbare Pfade zu Fuß erklimmen."

Der große Traum der Hebamme ist eine eigene Klinik: Vor drei Jahren verkaufte Witnowati ihr gesamtes Vermögen, das aus 20 Kühen bestand. Sie erwarb dafür ein 1000 qm großes Grundstück, auf dem sie ein Hebammenzentrum errichtete. Derzeit sind dort drei Angestellte und eine weitere Herbamme beschäftigt. "Mein Ziel ist es, irgendwann eine kleine Klinik zu bauen, die über die nötigen Geräte verfügt und deren Hilfe für die Menschen erschwinglich ist. So hoffe ich, noch mehr Menschen helfen zu können", sagte Witnowati, die gemeinsam mit ihrem Ehemann auch noch vier Kinder großzieht.

SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin würdigte die Verdienste der 32-Jährigen: "Witnowati bringt mit den Frauen und den Neugeboren, die sie unterstützt, Licht in die Welt. Sie hat es geschafft, ihre Praxis mit ganz bescheidenen Mitteln aufzubauen. In ihre Garage kamen am Anfang zehn Frauen pro Tag, heute sind es durchschnittlich 50 bis 80 Frauen, die ihre Hilfe suchen. Es imponiert mir, dass Witnowati nach wie vor mit ihrer Familie in einer bescheidenen Holzhütte hinter der Praxis lebt, alle Mittel fließen in ihr Zentrum."

Der Hermann-Gmeiner-Preis wird für besondere Leistungen auf humanitärem, beruflichem, sportlichem, schulischem oder kulturellem Gebiet vergeben. Er wird alle zwei Jahre an Personen verliehen, die in einer SOS-Kinderdorf-Einrichtung aufgewachsen sind oder an junge Menschen, die in einer solchen leben. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Das Geld stammt aus einer zweckgebundenen Stiftung, deren Zinserträge für diesen Preis verwendet werden.

Silja Streeck | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.sos-kinderdoerfer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

nachricht EU fördert exzellente Nachwuchsforschung: Zehn Auszeichnungen gehen nach Nordrhein-Westfalen
15.09.2017 | Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie