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Dagmar Vogt aus Berlin ist Deutschlands mutigste Unternehmerin

22.11.2006
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Prof. Dr. Lothar Späth kürten in Berlin die "Mutmacher der Nation"

Dagmar Vogt aus Berlin hat es geschafft: Sie ist "Mutmacherin der Nation". Während einer feierlichen Gala mit über 400 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutsche Telekom AG überreichten ihr die Schirmherren der bundesweiten Mittelstands-Initiative, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sowie Prof. Dr. Lothar Späth, feierlich ihre Urkunde und einen Scheck über 20.000 Euro.

Die überglückliche Ingenieurin schuf 71 Arbeitsplätze - und kämpfte auch in der schwersten Krise ihres Unternehmens "ib vogt GmbH" engagiert und vorbildlich für ihre Mitarbeiter. Dass sie dabei ihre private Existenzsicherung riskierte, um keine Mitarbeiter entlassen zu müssen, beeindruckte die prominent besetzte Jury der Mittelstands-Initiative von DasÖrtliche, den Bürgschaftsbanken und "impulse". Dagmar Vogt setzte sich gegen insgesamt 717 Bewerber aus ganz Deutschland durch.

Schnell gewachsen, schnell gescheitert - dieses Schicksal sollte der "ib vogt GmbH" erspart bleiben. Das hoch spezialisierte Unternehmen plant Fabriken für Solaranlagen und lag damit während des New-Economy-Booms voll im Trend. Zahlreiche Start-Ups beschäftigten sich damals mit alternativer Energie. Davon profitierte auch Dagmar Vogt. Doch der Börsen-Crash ließ zahlreiche ihrer Kunden von heute auf morgen vom Markt verschwinden. Über ein Jahr lang gab es für die Mitarbeiter der "ib vogt GmbH" nichts zu tun. Die Berlinerin stand vor der Wahl: entlassen oder kämpfen. Sie entschied sich für letzteres und half mit privaten Rücklagen aus. Damit konnte sie die Zeit überbrücken bis sich der Markt gefangen hatte und wieder neue Aufträge kamen.

Entlassungen gab es nicht. Die heutige Auszeichnung sieht sie vor allem als Bestätigung ihrer Arbeit: "Dieser Weg war absolut richtig, die Anerkennung tut sehr gut."

Auch die Zweitplatzierten mussten innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Rückschläge wegstecken. Das Ehepaar Spicks betrieb 16 Jahre lang erfolgreich eine Musikschule - bis sich ein Nachbar über den "Lärm" beschwerte. Die folgenden Untersuchungen der Umweltbehörde gaben ihm Recht und die Spicks mussten ein neues Domizil finden. Ein Jahr lang unterrichteten sie damals in ungemütlichen Containern bis sie endlich ihren Neubau beziehen konnten. Doch der Bauträger hatte geschlampt und so Schäden in Höhe von 100.000 Euro verursacht, auf denen die Unternehmer schließlich sitzen blieben.

Auch in diesem Jahr war die Aufgabe, die "Mutmacher der Nation" zu küren, eine reizvolle, aber keine leichte Aufgabe. "Bei solchen starken Unternehmerpersönlichkeiten und ihren herausragenden Krisenbewältigungen haben wir schließlich entschieden, zwei dritte Plätze zu vergeben", erklärt Karsten Marquardsen, Geschäftsführer der DasÖrtliche Service- und Marketinggesellschaft. Mit jeweils 3.000 Euro wurden Christian E. Oswald aus Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern sowie Sebastian Bódis und Falk Wagner aus dem sächsischen Radebeul ausgezeichnet. Oswald fackelte nach der Wende nicht lange. Der arbeitslos gewordene Ingenieur wagte einen kompletten Neuanfang. Mit einem gebrauchten Kleinlaster startete er in die Selbstständigkeit. Jeden Umsatz investierte er sofort wieder in sein Unternehmen, finanzierte so neue Aufträge. Heute ist Oswald Chef des Logistikspezialisten "Go Trans/Zerbin GmbH". 200 LKW, Busse und Krankentransporter sorgen bundesweit für Bewegung, 250 Mitarbeiter haben einen sicheren Job.

Für Sebastian Bódis und Falk Wagner war der Start in die Selbstständigkeit mit langen Behördenverhandlungen verbunden. Ihr Catering-Service "Gourmetta GmbH" hat seinen Sitz in einem denkmalgeschützten Gebäude, zahlreiche Umbauten waren nötig. Zudem mussten die Großgastronomen, die täglich bis zu 3.500 Mahlzeiten zubereiten, geeignetes Personal finden. Hier setzten sie verstärkt auf ältere Arbeitnehmer und brachten innerhalb von vier Jahren 48 Mitarbeiter im wahrsten Sinne in Lohn und Brot.

Diese vier Unternehmen ehrte die Jury stellvertretend für den bundesdeutschen Mittelstand und die Innovationskraft, die aus ihm hervorgeht. Seit 2004 erzählten so bereits über 2.700 Firmenchefs den Initiatoren von DasÖrtliche sowie deren Partnern, den Bürgschaftsbanken in Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin "impulse", ihre Geschichte.

Hintergrund:

Der Initiator der bundesweiten Mittelstands-Initiative, "DasÖrtliche", ist das Telekommunikationsverzeichnis, das in Deutschland auf lokale Wirtschaftsräume zugeschnitten ist und eines oder mehrere kleine Ortsnetze zusammenfasst. Als Werbepartner von 1,2 Millionen Gewerbetreibenden ist DasÖrtliche einer der bedeutendsten Werbeträger in Deutschland. Insgesamt gibt es 1.045 Ausgaben, die Gesamtauflage aller Verzeichnisse beträgt rund 34 Millionen Exemplare (www.dasoertliche.de).

Partner der Mutmacher-Initiative sind die Bürgschaftsbanken in Deutschland, die Unternehmer bei der Finanzierung ihrer Geschäftsideen unterstützen. Gegenüber den Hausbanken treten die Bürgschaftsbanken für fehlende Sicherheiten ein und fördern so das Unternehmertum in Deutschland (www.vdb-info.de).

Bundesweiter Medienpartner der Initiative ist das Unternehmermagazin "impulse".

Die Jury, die die "Mutmacher der Nation" kürt, besteht aus prominenten Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien:

- Christian Wulff, Niedersächsischer Ministerpräsident

- Peter Dussmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Dussmann-Gruppe

- Prof. Dr. Gertrud Höhler, Wirtschafts- und Politikberaterin und Publizistin

- Hans-Herbert Strombeck, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Bürgschaftsbanken e. V.

- Susanne Birkenstock, Unternehmerin

- Karsten Marquardsen, Geschäftsführer DasÖrtliche Service- und Marketinggesellschaft mbH

- Gerd Kühlhorn, stv. Chefredakteur impulse

Dirk Schulte | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.mutmacher-der-nation.de
http://www.dasoertliche.de

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