Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Kaltes" Plasma für gesunde Zähne

17.11.2006
Zu den Gewinnern im BMBF-Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik 2006 sind zwei Leipziger Wissenschaftler: PD Dr. Stefan Rupf von der Poliklinik für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie der Universität Leipzig und PD Dr. Axel Schindler vom Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. Leipzig (IOM). Das interdisziplinäre Team will mit atmosphärischem (kaltem) Plasma die Zahngesundheit erhalten.

Der Weg zum Zahnarzt wird von den meisten nicht gern gegangen, weil Karies oder Parodontitis eine unangenehme, oft schmerzhafte Behandlung nach sich ziehen. Zwei Wissenschaftler aus Leipzig könnten dazu beitragen, das zu verhindern. Sie kamen auf die Idee, ein technisches Verfahren für die Zahnheilkunde zu nutzen: Die sogenannte Plasmajettechnologie.

Plasmajets werden in der Technik vor allem zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt, z.B. um in naher Zukunft optische Hochleistungslinsen herzustellen. Der Zahnarzt Rupf und der Physiker Schindler kamen nun auf die Idee, den Plasmajet auch für die Zahnheilkunde zu verwenden. Sie versprechen sich davon eine schonende Behandlung der Zähne und des Zahnfleisches, die zudem noch preiswert ist.

Unter Plasmajet verstehen die Wissenschaftler einen "gerichteten Nichtgleichgewichtsplasmastrahl", so Dr. Schindler. Der Plasmajet sei zudem sehr flexibel, lokal wirksam und könnte sich in Anschaffung und Betrieb als preiswerte Alternative zu teuren Verfahren erweisen.

Inzwischen wird der am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) entwickelte Plasmajet bereits in die Industrie eingeführt. Im Gegensatz zu den "heißen" Plasmen von einigen zehntausend bis zu einigen hundert Grad Celcius wie sie z.B. in Blitzen vorkommen bzw. in der Technologie oft verwendet werden, ist in der Zahnbehandlung ein "kalter" Plasmajet erforderlich, eine besondere Variante des Plasmastrahls, die am IOM entwickelt wurde.

Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung verliehene Innovations-preis von insgesamt 300 000 Euro soll nun dafür eingesetzt werden, die thera-peutischen Verwendungsmöglichkeiten bei Karies und Parodontitis zu prüfen. "Vorstellbar wäre auch ein prophylaktischer Einsatz des Plasmajets", meint Dr. Rupf, "so dass sich Karies gar nicht erst entwickeln könnte."

Der Innovationspreis wurde den Wissenschaftlern auf der MEDICA in Düsseldorf von der Bundesministerin für Forschung und Bildung, Annette Schavan, persönlich übergeben. Die Wissenschaftler sind mit ihrem Projekt auch auf der MEDICA vertreten. "Neben dem Translationszentrum für Regenerative Medizin haben damit die Leipziger Wissenschaftler dokumentiert, dass sie auf dem richtigen Wege sind.", freut sich Uni-Rektor Prof. Franz Häuser.

Ansprechpartner:
PD Dr. Axel Schindler
IOM Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V.
Permoserstraße 15
04318 Leipzig
Tel.: 0341 2352234
Fax: 0341 2352595
E-Mail: axel.schindler@iom-leipzig.de
Kooperationspartner:
PD Dr. Stefan Rupf
Poliklinik für konservierende Zahnheilkunde und
Parodontologie
Universität Leipzig
Nürnberger Straße 57
04103 Leipzig
Weitere Informationen:
Poliklinik für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie
PD Dr. Stefan Rupf
Telefon: 0341 97-21217
E-Mail: stefan.rupf@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~kons
IOM Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V.
PD Dr. Axel Schindler
Telefon: 0341 2352234
E-Mail: axel.schindler@iom-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~kons

Weitere Berichte zu: IOM Oberflächenmodifizierung Plasmajet Zahnheilkunde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine
23.11.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

nachricht CAU-Wissenschaftlerin erhält EU-Förderung zur Entwicklung neuer Implantate
22.11.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung