Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heraeus Innovationspreise 2006: Pfiffiger Sensor setzt Maßstäbe bei der Stahlproduktion

15.11.2006
  • Neues Universalkomposit für die perfekte Zahnfüllung
  • Neues Beschichtungsmaterial verzehnfacht Speicherkapazität von magnetischen Datenspeichern
Ein schneller Sensor, mit dem noch effizienter Stahl gewonnen werden kann, ein Füllmaterial, mit dem defekte Zähne noch besser und sicherer restauriert werden, und ein neues Herstellungsverfahren für ein Beschichtungsmaterial, mit dem die Speicherkapazität von Festplatten verzehnfacht werden kann - dies sind die preiswürdigen Entwicklungen, die jetzt mit dem Heraeus Innovationspreis 2006 ausgezeichnet wurden.

Der von Heraeus gestiftete, mit 2500 Euro dotierte erste Preis wurde im Rahmen einer Feierstunde in Hanau an Johan Knevels von Heraeus Electro-Nite (Belgien) überreicht. Gewürdigt wurde sein pfiffiger Sensor mit elektromagnetischem Mess-System zur sekundenschnellen Bestimmung der Füllhöhe von speziellen Transportbehältern (Pfannen) mit flüssigem Stahl. Gemeinsam auf dem zweiten Platz landeten Entwicklungen von Dr. Andreas Utterodt (Heraeus Kulzer, Wehrheim) und Kyung H. Chung (W. C. Heraeus, Chandler, USA). Die Preisträger wurden von Dr. Frank Heinricht, Mitglied der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, und Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Heraeus Holding GmbH und Schirmherr der Veranstaltung, mit einer Goldmedaille mit der Sonderprägung „Innovationspreis 2006“ ausgezeichnet.

„Innovationen öffnen neue Märkte, sichern bestehende Märkte und können sogar Unternehmen retten“, hob Dr. Frank Heinricht die Bedeutung von innovativen Entwicklungen hervor. „Deshalb haben wir mit dem Innovationspreis den richtigen Weg gewählt, um Innovationen bei Heraeus gezielt zu fördern“, sagte er und verwies auf Entwicklungen, die bereits mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wurden und sich als Erfolgsprodukte im Markt etabliert haben. Dazu gehören das Online-RIC-Verfahren zur Herstellung von großen Quarzglas-Vorformen für Lichtleitfasern für die Telekommunikationsindustrie und ein Mehrstufen-Katalysator zur Zerstörung von ozonschädlichem Lachgas bei der Düngemittelherstellung. In Anspielung auf Richard Küch, einem der größten Erfinder des Familienunternehmens und Namensgeber des Besucherforums in Hanau, motivierte Dr. Jürgen Heraeus die aktuellen Preisträger weiter zu forschen. „Sie haben mit ihren tollen Produktinnovationen zu Recht große Anerkennung verdient. Machen Sie weiter so. Vielleicht trägt dann ein Forum auch einmal Ihren Namen.“

Der Heraeus Innovationspreis wird seit 2003 ausgelobt. Teilnehmen können weltweit alle Forscher und Entwickler von Heraeus. Insgesamt wurden dieses Jahr 13 Entwicklungen eingereicht. Mit dem Innovationspreis will Heraeus die oftmals verborgenen Innovationen im Unternehmen sichtbar machen und gleichzeitig die Leistungen und Talente der Forscher und Entwickler anerkennend würdigen.

Heraeus stellt im Jahr 2006 rund 58 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung zur Verfügung, die von über 350 F&E-Mitarbeiter in 25 Entwicklungszentren weltweit effizient eingesetzt werden. Der Edelmetall- und Technologiekonzern verfügt derzeit über 3900 Patente.

Die 3 preiswürdigen Heraeus-Innovationen 2006

1. Platz: „Smart Sensor“ setzt Maßstäbe bei der Stahlproduktion (Heraeus Electro-Nite)

Bei der Stahlherstellung durchläuft das Produkt verschiedene Arbeitsprozesse. In Konvertern erfolgt die Umsetzung von flüssigem Eisen zu Stahl. Der fertige Stahl wird anschließend durch Kippen des Konvertergefäßes in riesige Pfannen (mit über 400 Tonnen Fassungsvermögen) abgestochen und zum nächsten Reinigungsprozess transportiert. Genau an dieser Stelle setzt der von Johan Knevels entwickelte Stahlsensor neue Maßstäbe. Entscheidend an dem Abstich ist, dass die Pfanne optimal befüllt wird. Es muss aber ein definierter Freiraum von der Oberkante der Pfanne zur Stahloberfläche für den nächsten Arbeitsschritt vorhanden bleiben. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Abgießen des Stahls auch Schlacke mitgerissen wird, die ein visuelles Abschätzen der Füllhöhe erschwert.

Mit dem neuen Mess-Sensor von Heraeus Electro-Nite wird dieses Problem gelöst. Der Einweg-Sensor wird mit einer Lanze automatisch mit hoher Geschwindigkeit durch die Schlackenschicht gestochen, bis er die Stahloberfläche erreicht. Mit Hilfe eines elektromagnetischen Messverfahrens misst der Sensor zunächst den Abstand der Schlackenoberschicht. Das Messsignal verringert sich schlagartig, sobald der Sensorkopf die Stahlschicht berührt. Anhand dieser beiden Signale lässt sich innerhalb von zwei Sekunden der Abstand von der Stahloberfläche zum Pfannenrand bestimmen. Ist der zulässige Freiraum noch nicht erreicht, kann beim nächsten Befüllen automatisch mehr Stahl in die entsprechende Pfanne gefüllt werden. Die Produktivität wird so um bis zu fünf Tonnen mehr Stahl pro Pfanne erhöht. Dies spart Zeit und Kosten. Das neueste Mitglied der Sensorfamilie von Heraeus Electro-Nite wird bereits mit großem Erfolg in der Stahlindustrie eingesetzt.

2. Platz: Universalkomposit für die perfekte Zahnfüllung (Heraeus Kulzer)

Zahnfüllungen sind dann ästhetisch überzeugend, wenn sie nicht auffallen, sich also unauffällig an den natürlichen Zahn anpassen. Je dichter der Füllungswerkstoff den Zahndefekt verschließen kann, ohne dabei einer stärkeren Schrumpfung zu unterliegen, desto dauerhafter bleibt die Funktionalität des Zahnes erhalten. Die heute etablierten Füllungsmaterialien müssen zudem der Kaubelastung dauerhaft widerstehen und biologisch verträglich sein. All diese Eigenschaften erfüllt ein neues innovatives Universalkomposit mit nanotechnologischem Know-how (Nanohybrid-Komposit), das Dr. Andreas Utterodt vom Dentalspezialisten Heraeus Kulzer entwickelt hat. Das mit blauem Licht aushärtende Material besteht zum Teil aus völlig neuen Inhaltstoffen, die bei Heraeus Kulzer entwickelt wurden. Es zeichnet sich durch eine deutlich verringerte Schrumpfkraft aus, lässt sich universell für Füllungen von Front- und Seitenzähnen verwenden, ist aufgrund verbesserter mechanischer Eigenschaften außerordentlich belastbar und gleichzeitig für den Zahnarzt gut zu verarbeiten.

2. Platz: Neues Beschichtungsmaterial verzehnfacht Speicherkapazität von magnetischen Datenspeichern (W. C. Heraeus)

Festplatten und magnetische Datenspeicher in Computern müssen heute unglaubliche Datenmengen speichern können. Zur Datenspeicherung kommen spezielle metallhaltige Legierungen zum Einsatz, die über so genannte Sputtertargets als hauchdünne Schichten auf den Datenspeicher aufgetragen werden. Die Zusammensetzung und Struktur der aus verschiedenen Metallen bestehenden Beschichtungsmaterialien entscheidet über die Speicherkapazität. W. C. Heraeus ist bei der Herstellung dieser Targets mit über 1600 verschiedenen Legierungen Weltmarktführer. Kyung H. Chung hat nun ein neues Herstellungsverfahren für Legierungen bestehend aus Cobalt, Platin, Chrom und keramischen Bestandteilen mit einer besonderen mikrokristallinen Struktur und einer speziellen magnetischen Ausrichtung entwickelt. Erst diese neuen Sputtertargets ermöglichen der Festplattenindustrie die neue Generation von Speichermedien (Vertical Recording) mit einer 5- bis 10-fachen Speicherdichte zuverlässig herzustellen.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, dessen Geschäftsfelder die Bereiche Edelmetalle, Dentalwerkstoffe, Sensoren, Quarzglas und Speziallichtquellen umfassen. Mit einem Umsatz von über 9 Milliarden Euro und weltweit mehr als 10.600 Mitarbeitern in über 100 Gesellschaften ist Heraeus seit mehr als 150 Jahren ein weltweit anerkannter Edelmetall- und Werkstoffspezialist.

Weitere Informationen:
Heraeus Holding GmbH
Dr. Jörg Wetterau
Manager Technologiekommunikation
Konzernkommunikation
Tel: +49-6181-35 5706
Fax: +49-6181-35 4242
E-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com
http://www.heraeus.de

Weitere Berichte zu: Edelmetall Innovationspreis Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise