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Forschung in der Wirtschafts- und Unternehmensethik ausgezeichnet

14.11.2006
Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik 2006 an Michael Fürst
Arbeitsminsiter Müntefering überreichte den Preis in Berlin

Michael Fürst ist der diesjährige Träger des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik. Der mit 5.000 Euro dotierte und vom Unternehmer Klaus Tesch gestiftete Preis wird vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln vergeben.

Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales und der Preisstifter überreichten die Auszeichnung anlässlich einer Feier in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Hochschul-Präsident Kai Handel freut sich, dass mit dem Preis "unsere Forschung in der Wirtschafts- und Unternehmensethik eine so hohe nationale Anerkennung findet und auch die Etablierung von Schwerpunkten in der Angewandten Forschung und Entwicklung. Das zeigt, dass wir mit der Schwerpunktbildung auf einen guten Weg sind". Zudem sei der Preis auch die Annerkennung "erfolgreicher kooperativer Betreuung von Dissertationen", so der Präsident.

Michael Fürst ist Absolvent der Hochschule Konstanz. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre war er zwischen 2000 und 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Konstanz Institut für WerteManagement (KiEm). Das Institut ist führend in der Angewandten Forschung auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Unternehmensethik, sein Direktor, Professor Josef Wieland, ist selbst Träger des Max-Weber-Preises. Seit 2005 ist Michael Fürst tätig als Corporate Citizenship & Compliance Coordinator bei Novartis International AG in Basel

Michael Fürst erhielt den Preis für seine Dissertation "Risiko-Governance: Die Wahrnehmung und Steuerung moralökonomischer Risiken". Ausschlaggebend für die Entscheidung des Kuratoriums war die "praktische Umsetzbarkeit der innovativen und theoretisch fundierten Vorschläge von Dr. Fürst zum Umgang mit moralischen Risiken in Unternehmen", so die Begründung.

Die Schrift von Michael Fürst "muss gelesen werden vor dem Hintergrund der uns allen geläufigen, scheinbar endlosen Reihe von Skandalen in nordamerikanischen und europäischen Unternehmen", so Professor Wieland in seiner Laudatio.

Michael Fürst hat in seiner Dissertation ein Konzept der Risiko-Governance herausgearbeitet, das auf die präventiv wirkende Wahrnehmung und Steuerung von moralökonomischen Risiken durch den "Einbau" von moralischen Werten und Regeln in exakt dafür definierte Steuerungsregimes von Unternehmen abzielt. Darauf aufbauend werden Wertemanagementsysteme als Instrumente der Risiko-Governance vorgestellt und deren Wirkung im Rahmen einer empirischen Studie überprüft. Die Arbeit ist interdisziplinär angelegt und zielt darauf ab, einen Beitrag zur Fortentwicklung der sich in den letzten Jahren herausbildenden Neuen Organisationsökonomik zu leisten.

Professor Wieland, der gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhard Pfriem von der Universität Oldenburg die Dissertation betreut hat, meinte, die Auszeichnung Fürsts mit dem Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik sei "eine Ehre für unser Forschungsinstitut KiEM und die gesamte Hochschule".

Dr. Adrian Ciupuliga | idw
Weitere Informationen:
http://www.htwg-konstanz.de

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