Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freundegesellschaft fördert MHH mit fast 700.000 Euro

26.10.2006
Hochdotierte Preise an MHH-Wissenschaftler

Seit mehr als 40 Jahren unterstützt die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. (GdF) ihre Hochschule finanziell. Im vergangenen Jahr konnten die Freunde insgesamt fast 700.000 Euro an die MHH weitergeben. Während der Jahresversammlung am Mittwoch, 25. Oktober 2006, stellte der GDF-Vorsitzende Professor Dr. Hartmut Küppers die aktuellen Zahlen der Gesellschaft vor.

"Wir sind unseren Spendern sehr dankbar und freuen uns, dass wir in einem schwieriger werdenden Umfeld diesen stolzen Betrag an die hochkarätigen Wissenschaftler weiterleiten können", erklärte Professor Küppers. Der größte Teil der Beiträge wurde für Wissenschaft und Forschung in Instituten und Kliniken der MHH bereitgestellt. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal zwei weitere Preise verliehen: Der Maximilian May-Preis und das Jahresstipendium der Wiedeking-Stiftung. Dipl.-Ök. Holger Baumann, MHH-Vizepräsident für Wirtschaftsführung und Administration betonte die Bedeutung der Freundegesellschaft für die MHH: "Ohne die finanzielle Unterstützung der Freunde könnten wir an der MHH viele innovative Ideen nicht umsetzen."

Rudolf-Schoen-Preis 2006 für MHH-Herzchirurgen

... mehr zu:
»ADMA »Herzklappe »MHH »Syndrom

Dieter Brettschneider, Vorsitzender der Geschäftsführung der TUI Stiftung, überreichte den mit 20.000 Euro dotierten Rudolf-Schoen-Preis der TUI Stiftung an Dr. Serghei Cebotari, 31, Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der MHH. Der Mediziner erhält den Preis für seine Arbeit auf dem Gebiet der mitwachsenden Herzklappen. In Deutschland werden jährlich etwa 15.000 Patienten aufgrund einer Herzklappenerkrankung operiert, die meisten erhalten einen Klappenersatz: entweder künstliche oder biologische Klappenprothesen. Trotz exzellenter Langzeitergebnisse ist die Methode mit Einschränkungen verbunden wie lebenslange Medikation, Infektanfälligkeit oder Verschleiß. Besonders für Kinder tritt noch ein weiteres Problem auf: Sie müssen bis ins Erwachsenenalter mehrfach operiert werden, weil die Klappen nicht mitwachsen. Deshalb entwickelten Dr. Cebotari und sein Team am Leibniz-Forschungslaboratorium für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO) der MHH mit Hilfe des "Tissue Engineering" (Gewebezüchtung) eine neuartige Herzklappe. Als Grundlage dient eine zuvor von fremden Zellen befreite menschliche Spenderklappe, die mit Zellen des Empfängers besiedelt wird. Die so genannten bioartifiziellen Herzklappen wurden 2002 zum ersten Mal bei zwei Kindern in Moldawien implantiert. Vier Jahre nach dem Eingriff zeigt sich ein regelrechtes Wachstum der Klappen, die Funktion ist regelgerecht ohne Anzeichen für Verschleiß oder Fehlfunktionen. (Publikation: Clinical Application of Tissue Engineered Human Heart Valves Using Autologous Progenitor Cells, Circulation. 2006 Jul 4; 114 (1 Suppl): I 132-7).

Jan-Brod-Preis 2006 für Erforschung des Lungenhochdrucks

Den mit 5.000 Euro dotierten Jan-Brod-Preis, gestiftet von der Solvay Arzneimittel GmbH, überreichte Professor Küppers in diesem Jahr an Dr. Jan T. Kielstein, 37, Abteilung Nephrologie der MHH. Dr. Kielstein untersuchte mit seinem Team Patienten mit Lungenhochdruck, die in der MHH-Spezialambulanz für pulmonale Hypertonie von Professor Dr. Marius Höper behandelt wurden. Patienten mit dieser Erkrankung wiesen einen deutlich erhöhten Spiegel an asymmetrischem Dimethylarginin (ADMA) auf. ADMA ist ein natürlich vorkommender Bestandteil des menschlichen Blutes und zeigt ähnlich wie hohe Cholesterinwerte ein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen an. In einer ersten Untersuchungsphase konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass ein hoher ADMA Spiegel auf eine besondere Schwere der Erkrankung Lungenhochdruck schließen ließ, während Patienten mit einem niedrigen Wert eine bessere Prognose zeigten. In einem zweiten Schritt wurde jungen gesunden Probanden ADMA verabreicht und ein vorübergehender Anstieg des Druckes im Lungenkreislauf beobachtet. Diese Ergebnisse belegen nach Ansicht der Mediziner eindrucksvoll die biologische Wirksamkeit von ADMA und stützen die Hypothese, dass es sich dabei nicht nur um einen neuen Marker für die pulmonale Hypertonie handelt, sondern auch um eine Substanz mit biologischer Wirkung. Gelingt es, den ADMA Spiegel zu regulieren, könnte damit die Grundlage für neue Therapiekonzepte dieser seltenen, aber schwerwiegenden Erkrankung geschaffen werden. (Publikation: Asymmetrical dimethylarginine in idiopathic pulmonary arterial hypertension in Atherosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology 2005, 25: 1414-1418)

Maximilian May-Preis 2006 für Humangenetiker

Die Maximilian May-Stiftung hat Dr. Jan-Peter Senderek, 34, Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Aachen, den mit 10.000 Euro dotierten Maximilian May-Preis verliehen. Den Forschern ist es gelungen, ein Gen zu entschlüsseln, dass für das Auftreten des Marinesco-Sjjögren Syndroms verantwortlich ist. Hauptsymptome des Syndroms sind bereits im Kleinkindalter auftretende Trübungen der Augenlinse, ein Gangstörung, Muskelschwäche und eine verzögerte geistige Entwicklung. (Publikation: Mutations in SIL 1 cause Marinesco-Sjjögren Syndrom, a cerebellar ataxia with cataract and myopathy, in Nature Genetics 2005, 37 (1312-14).

Forschungsstipendium der Wiedeking-Stiftung für die Entwicklung einer gentherapeutischen Behandlung

Ein Jahresstipendium der Wiedeking-Stiftung in Höhe von 24.000 Euro geht an Dr. Peter Horn, 34, MHH-Institut für Transfusionsmedizin. Das Forschungsprojekt des Mediziners beschäftigt sich mit der Entwicklung einer gentherapeutischen Behandlung bei der so genannten Paroxysmalen Nächtlichen Hämoglobinurie, kurz PNH. Bei dieser Erkrankung lösen sich die roten Blutkörperchen vorzeitig innerhalb der Blutgefäße auf - Störungen der Blutbildung bis hin zur Leukämie können die Folgen sein. Die Ursache für PNH ist ein genetischer Defekt. Die Blutkörperchen der Patienten werden aufgrund der fehlenden Verankerung bestimmter Oberflächeneinweiße durch körpereigene Substanzen, die eigentlich der Infektabwehr dienen, zerstört. Die derzeit einzige Therapie ist eine Knochenmarktransplantation eines Geschwisterspenders, verbunden mit großen Risiken. Dazu ist ein passender Spender nicht für jeden Patienten verfügbar. Dr. Horn und sein Team arbeiten daran, eine Methode zur Genkorrektur zu entwickeln. Ein so genannter bicistronischer Gentransfervektor sorgt dafür, dass die genetisch korrigierten Zellen ihre normalen Eigenschaften zurückerhalten.

Weitere Informationen gibt Ihnen gern Professor Hartmut Küppers, Vorsitzender der Freundegesellschaft, Telefon (0511) 571031 oder unter www.mh-hannover.de/4282.html. Fotos der Veranstaltung und der Preisträger können Sie unter pressestelle@mh-hannover.de anfordern.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Berichte zu: ADMA Herzklappe MHH Syndrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise