Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Professor der TU Berlin erhält Forschungspreis für menschengerechte Technik

20.10.2006
Ehrung geht an Prof. Dr. Klaus-Robert Müller für herausragende Ergebnisse im Bereich "Maschinelles Lernen"

Mit den Forschungsergebnissen des maschinellen Lernens - durch eine intelligente Datenanalyse - werden Angriffe aus dem Internet zuverlässig erkannt, werden Medikamente computergestützt entwickelt und erhalten Menschen mit gelähmten Gliedmaßen wieder die Chance, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Für diese herausragenden Forschungsarbeiten erhält der renommierte deutsche Wissenschaftler Prof. Dr. Klaus-Robert Müller den mit 20.000 Euro dotierten Forschungspreis der Alcatel SEL-Stiftung.

Zu den wichtigsten Techniken im Bereich des maschinellen Lernens gehören die Support-Vektor-Maschinen, an deren Entwicklung Klaus-Robert Müller maßgeblich beteiligt ist. Die Support-Vektor-Maschine ist ein Lernalgorithmus, der aus Beispieldaten während einer Trainingsphase charakteristische Datenmuster extrahiert, die so genannten Support-Vektoren.

Methoden des maschinellen Lernens werden bereits in vielen Anwendungsbereichen eingesetzt, beispielsweise bei Suchmaschinen, bei der Bild-, Handschrift- und Spracherkennung sowie im Life-Science-Bereich. Mit Methoden des maschinellen Lernens lassen sich bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen für Medikamente grundsätzliche Eigenschaften von chemischen Substanzen wie Wasserlöslichkeit vorhersagen. Pharmaunternehmen können Medikamente so effektiver entwickeln. Darüber hinaus kann sehr erfolgreich - in Echtzeit und mit höchster Präzision - die Hirnaktivität analysiert werden. Im Projekt Berlin Brain-Computer Interface dekodiert Müller mit seinem Team und Neurophysikern der Charité Berlin Gehirnsignale, um Bewegungsintentionen in Steuersignale für den Computer zu übersetzen.

Einmal im Jahr zeichnet das Kuratorium der Alcatel SEL Stiftung für Kommunikationsforschung unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß einen herausragenden Wissenschaftler aus, dessen Forschungsarbeit einen wichtigen Beitrag zu einer menschengerechten Technik darstellt. Nach Ansicht der Jury sind die wegweisenden mathematischen Forschungsarbeiten von Müller auf dem Gebiet der Datenanalyse (Support-Vektor-Maschinen) die Grundlage für die wichtigsten Entwicklungen im Bereich des maschinellen Lernens.

"Professor Müller hat mit seinen herausragenden Forschungsarbeiten zum maschinellen Lernen und zur Mustererkennung eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung gebaut, dem Hauptanliegen der Alcatel SEL Stiftung. Damit öffnen sich Türen für eine Verbesserung der Mensch-Maschine-Kommunikation zum Vorteil unserer Gesellschaft. Mit dem Engagement von Professor Müller an einer deutschen Universität beweisen wir einmal mehr, dass Deutschland ein hervorragender Standort für Kommunikationsforschung ist", erklärt Alf Henryk Wulf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Alcatel SEL AG und Kurator der Alcatel SEL Stiftung.

Klaus-Robert Müller wurde1964 in Karlsruhe geboren. Sein Physikstudium schloss er 1989 mit der Note sehr gut ab. Bereits drei Jahre später beendete er seine Promotion auf dem Gebiet der Informatik. Seit 1994 leitet er die Abteilung Intelligente Datenanalyse bei der GMD FIRST, die seit 2001 Teil der Fraunhofer Gesellschaft ist. Die Position am Fraunhofer FIRST war zunächst verbunden mit einer Professur an der Universität Potsdam, seit August 2006 hat Müller eine Professur am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der TU Berlin, Fachgebiet Maschinelles Lernen, inne. "Die Professur an der TU Berlin ermöglicht es, Studierende und Doktoranden auf dem Gebiet des maschinellen Lernens auszubilden und somit meine Forschungen auf eine breite Basis zu stellen. Mein Ziel ist es, an der TU Berlin im Verbund mit den dort bereits etablierten Fachgebieten Neuronale Informationsverarbeitung, Künstliche Intelligenz und Softwaretechnik eine Berliner Schule für maschinelles Lernen zu gründen", sagt Professor Klaus-Robert Müller. Zwischen 1994 und 1997 absolvierte er mehrere Forschungsaufenthalte, unter anderem am Beckman-Institut der University of Illinois at Urbana-Champaign und an der University of Tokyo.

Die Verleihung des Forschungspreises Technische Kommunikation der Alcatel SEL Stiftung findet am 20. Oktober 2006 im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Ministerialdirektor Dr. Wolf-Dieter Lukas, Leiter der Abteilung "Schlüsseltechnologien - Forschung für Innovationen" im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wird die Laudatio halten. Neben dem jährlichen "Forschungspreis Technische Kommunikation" verleiht die Alcatel SEL Stiftung Dissertationsauszeichnungen zum Themenkreis "Kommunikations- und Informationstechnik". Die diesjährige Dissertationsauszeichnung geht an Dr. Remco van der Velden für seine Dissertation zum Thema "Wettbewerb und Kooperation auf dem deutschen DSL Markt - Ökonomik, Technik und Regulierung".

Über Alcatel

Alcatel liefert Kommunikationslösungen für Netzbetreiber, Diensteanbieter und Unternehmen, damit diese für ihre Kunden oder Mitarbeiter Sprach-, Daten- und Videoanwendungen bereitstellen können. Alcatel nutzt seine führende Stellung bei Fest- und Mobilfunknetzen sowie bei Anwendungen und Diensten, um für seine Kunden in einer nutzerorientierten Breitbandwelt die Wertschöpfung zu steigern. Alcatel ist mit 58.000 Mitarbeitern in 130 Ländern aktiv und erzielte 2005 einen Umsatz von 13,1 Milliarden Euro.

Über Alcatel SEL

Hauptanliegen und Themenschwerpunkt der Alcatel SEL Stiftung für Kommunikationsforschung ist seit ihrem Bestehen die Förderung von herausragenden Forschungsarbeiten, die zum besseren Zusammenwirken von Mensch und Technik in Kommunikationssystemen beitragen. Damit ist eine übergreifende Schnittmenge der verschiedensten Disziplinen und Gruppen in Wissenschaft und Praxis angesprochen. Die 1979 eingerichtete gemeinnützige Stiftung unterstützt mit Veranstaltungen, Publikationen und Expertisen ein eng mit der Praxis verbundenes pluridisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk, in dem wichtige Fragestellungen der Informations- und Wissensgesellschaft frühzeitig aufgenommen und behandelt werden.

Über Fraunhofer FIRST

"Komplexe Systeme verstehen und beherrschen", unter diesem Motto stehen die Forschungsarbeiten beim Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST). Schwerpunkte liegen in der Entwicklung von Informationstechnologien für Intelligente Datenanalyse, eingebettete und sicherheitsrelevante Systeme sowie innovative Interaktionstechniken zwischen Mensch und Maschine. Fraunhofer FIRST wurde 1983 als Institut der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) gegründet und ist seit Juli 2001 Teil der IuK-Gruppe der Fraunhofer-Gesellschaft. Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Jahr 2005 bei Fraunhofer FIRST in Berlin-Adlershof gearbeitet.

Über Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik (ISTI) an der TU Berlin

Das Fachgebiet Maschinelles Lernen ist am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik (ISTI ) der TU Berlin angesiedelt. Das Institut wurde im Jahre 2001 gegründet und ist eines von sechs Instituten an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik. Mit seinen zurzeit neun Fachgebieten deckt es ein weites Spektrum von Themen in den Bereichen Theoretische Informatik, Softwaretechnik bis hin zu verschiedenen Aspekten der praktischen Systementwicklung ab. Das Institut ist stark mit nationalen und internationalen Forschungsinstituten vernetzt.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Pressekontakt TU Berlin Dr. Kristina R. Zerges Tel.: (030) 314-23922 Fax:(030) 314-23909 E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de Internet: http://www.tu-berlin.de

Pressekontakt Fraunhofer FIRST: Mitra Motakef-Tratar Tel.(030) 6392-1814 Fax: (030) 6392-1805 E-Mail: Mitra.motakef-tratar@first.fraunhofer.de Internet: http://www.first.fraunhofer.de

Pressekontakt Alcatel:

Udo Reckemeyer Tel. (07 11) 8 21-4 40 49 Fax:(07 11) 8 21-4 60 55 E-Mail: U.Reckemeyer@alcatel.de Internet: http://www.alcatel.de

Ein Service der Berlin Partner GmbH und ihrer Berlin-Partner Wissenschaft: Alice-Salomon FHS, BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, Charité Universitätsmedizin Berlin, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin, Evangelische Fachhochschule Berlin, ESMT European School of Management and Technology, Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin, Fachhochschule für Wirtschaft Berlin, Fraunhofer-Gruppe Informations- und Kommunikationstechnik, Freie Universität Berlin, Hertie School of Governance, Humboldt-Universität zu Berlin, IGAFA - Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Adlershof e. V., Katholische Fachhochschule Berlin, OTA Hochschule University of Applied Sciences, Private Kant-Schule e. V., Steinbeis-Hochschule Berlin, Technische Fachhochschule Berlin, Technische Universität Berlin, Touro College Berlin, Universität der Künste Berlin, Urania Berlin e. V., Zentral- und Landesbibliothek Berlin

| Berlin Partner GmbH
Weitere Informationen:
http://www.first.fraunhofer.de
http://www.alcatel.de
http://www.tu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Forschungspreis Softwaretechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

nachricht Förderung Technologietransfer im technologischen Ressourcenschutz mit über 500.000 Euro
20.04.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten