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Klartext für die Wissenschaft

12.10.2006
Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft 2006 belohnt klare Darstellung von Forschungsergebnissen - Sechs Naturwissenschaftler überzeugen mit Artikeln über ihre Doktorarbeiten - Sonderveröffentlichung in "bild der wissenschaft"

"Ihr Wissen interessiert uns", so riefen die Studienstiftung des deutschen Volkes und die Klaus Tschira Stiftung erstmals bundesweit junge Naturwissenschaftler auf, ihre herausragenden Forschungsergebnisse allgemein verständlich darzustellen. Über 80 Forscher fassten die Ergebnisse ihrer Doktorarbeiten in Artikeln zusammen.

Sechs von ihnen werden am 12. Oktober um 16 Uhr für ihre Beiträge mit dem Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft ausgezeichnet. Der Preis ist mit je 5 000 Euro dotiert und wird in der Alten Aula der Universität Heidelberg vergeben. Die preisgekrönten Artikel sind in einer Sonderbeilage des Novemberheftes von "bild der wissenschaft" veröffentlicht.

Am Wettbewerb beteiligen können sich Absolventen der Fächer Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften oder Physik. Die Arbeiten der Preisträger überzeugten zunächst eine Fachjury, die die wissenschaftliche Qualität bewertete. Die Endjury beurteilte, wie gut die Wissenschaftler in ihr Thema einführten, ob durchgängig ein roter Faden zu finden war und wie anschaulich wissenschaftliche Verfahren und Ergebnisse erklärt wurden.

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Die Gewinner des Klaus Tschira Preises für verständliche Wissenschaft 2006 sind:

Informatik: Dr. Peter Birkholz (Doktorarbeit an der Universität Rostock) für seinen Beitrag: Simulation menschlicher Spracherzeugung

Für den Laien verständlich stellt der Informatiker dar, wie in einem neuartigen Computermodell menschliche Sprache so nachgebildet werden kann, dass die elektronische Stimme nicht mehr künstlich und in Zukunft sogar wie das menschliche Original klingt.

Biologie: Dr. Florian Bredenbruch (Doktorarbeit am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig) für seinen Beitrag: Fit durch Brudermord

Sein Artikel bringt dem Leser nahe, wie der Informationsaustausch zwischen Krankheitserregern gestört werden kann. Auf diese Weise eröffnet die biologische Grundlagenforschung neue Wege zur Therapie schwerer Infektionskrankheiten.

Mathematik: Dr. Armin Fügenschuh (Doktorarbeit an der Universität Darmstadt) für seinen Beitrag: Optimale Schulanfangszeiten

In seinem Wettbewerbsbeitrag erklärt der Autor in anschaulicher und prägnanter Weise, wie die moderne Mathematik hilft, effiziente Lösungen für komplexe Planungsprobleme wie die Staffelung von Schulanfangszeiten zu finden.

Physik: Dr. Nils Huse (Doktorarbeit am Max-Born-Institut in Berlin-Adlershof) für seinen Beitrag: Das kurze Gedächtnis des Wassers

In seinem Beitrag schildert der Physiker, wie die moderne Experimentalphysik die Anomalien von Wasser erforscht.

Neurowissenschaften: Dr. Alexander Maier (Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen) für seinen Beitrag: Schlechte Nachrichten für Gedankenleser

Der Artikel liefert dem Leser einen verständlichen Einblick in ein Top-Thema der Hirnforschung, den Zusammenhang zwischen Hirnstruktur und bewusstem Erleben.

Chemie: Dr. Christian Schmitz (Doktorarbeit an der Universität Heidelberg) für seinen Beitrag: Modellbau im Mikrolabor

Mit diesem Beitrag erhält das Publikum einen anschaulichen Bericht darüber, wie Forscher mit mikroskopischen Werkzeugen Modelle für biologische Zellbestandteile bauen, um damit deren strukturellen Aufbau und Eigenschaften verstehen zu lernen.

"Die Sprache der Wissenschaften hat sich zu einer Spezialsprache entwickelt, die nur noch Fachleute verstehen", sagt Klaus Tschira, der den Preis ins Leben rief. "Für die Verständigung unter Experten ist die Fachsprache eine große Hilfe. Aber sie ist für die Kommunikation mit der Gesellschaft oft ein Hindernis. Wer sich nicht verständlich ausdrücken kann, darf kaum auf Verständnis hoffen." Mit dem Preis möchten die Initiatoren junge Wissenschaftler ermutigen, neben ihrer Fachsprache auch eine für Laien verständliche Sprache zu benutzen. Sie sollen nicht nur ihr "Fachchinesisch" beherrschen, sondern auch "Klartext" sprechen können. Das Logo des Wettbewerbs versinnbildlicht dieses Anliegen.

Von 1996 bis 1999 verlieh die Klaus Tschira Stiftung den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft zunächst nur an Absolventen der Universität Karlsruhe. Im Jahr 2005 wurde die Idee in Zusammenarbeit mit der Studienstiftung wieder aufgenommen und bundesweit auf alle Hochschulen ausgeweitet.

Einsendeschluss für die kommende Wettbewerbsrunde ist der 28. Februar 2007. Weitere Informationen im Internet unter: www.klaus-tschira-preis.de.

Hintergrundmaterial für die Berichterstattung finden Sie:

Im Internet: unter www.klaus-tschira-preis.de. Dort finden Sie auch "bild der wissenschaft plus". Die Sonderveröffentlichung enthält die Originalbeiträge der Preisträger, sowie Informationen über die Studienstiftung des deutschen Volkes und die Klaus Tschira Stiftung. Ebenso finden Sie dort Informationen über den beruflichen Werdegang jedes Preisträgers.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes fördert besonders begabte Studenten und Doktoranden. Mit derzeit rund 6.300 Stipendiaten ist sie die größte Organisation dieser Art in Deutschland. Sie ist politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängig. Nähere Informationen: www.studienstiftung.de.

Die Klaus Tschira Stiftung gGmbH unterstützt die Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Bei allen Aktivitäten ist sie darauf bedacht das Verständnis der Öffentlichkeit für diese Fächer zu fördern. Zu Stärkung der Kommunikationskompetenz von Wissenschaftlern veranstaltet sie zum Beispiel auch Medientrainings für Wissenschaftler. Nähere Informationen: www.kts.villa-bosch.de.

Kontakt für die Medien:

Renate Ries
Klaus Tschira Stiftung gGmbH, Villa Bosch, Schloss-Wolfsbrunnenweg 33, 69118 Heidelberg

Tel: 06221-53 32 14, Fax: 06221-53 31 98; renate.ries@kts.villa-bosch.de

Renate Ries | idw
Weitere Informationen:
http://www.klaus-tschira-preis.de

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