Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wasser mit "mehr Wert" - Huber fördert weltweit Abwasserrecycling

27.09.2006
"Als visionärer Unternehmer sucht Hans G. Huber nach technischen Lösungen der dringenden weltweiten Wasserproblematik. Er sieht Abwasser als Wertstoff und engagiert sich für die Wiederverwertung des wertvollen Guts." - Mit diesen Worten würdigte heute Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), den 64-jährigen bayerischen Unternehmer.

Huber habe für Schwellen- und Entwicklungsländer anwendbare, qualitativ hochwertige und robuste Technologien zur Frischwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung entwickelt. Damit helfe er, ein Millenniumsziel der Vereinten Nationen (VN) umzusetzen: So soll die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, und die Zahl derjenigen, die ohne umweltverträgliche Abwassertechnik leben, bis 2015 halbiert werden. Mit dem erfolgreichen Vertrieb zeige Huber, dass sich Ökologie und Ökonomie verbinden lassen. Ein Engagement, das sich auszahlt: Der Unternehmer erhält den Deutschen Umweltpreis der DBU.

Wie dringend die Wasserproblematik weltweit ist, weiß die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ): Demnach verfügen 2,6 Milliarden Menschen über keine ausreichende Sanitärversorgung. Nur etwa zehn Prozent der Abwässer würden geklärt und drei Viertel aller existierenden Kläranlagen in Entwicklungsländern gar nicht oder völlig unzureichend funktionieren. Dies führe nicht nur zu erschreckenden Umwelt- und Gesundheitsproblemen, sondern auch zu einem permanenten Verlust an wertvollen Ressourcen: Nährstoffe aus dem Abwasser würden in Gewässer abgeleitet, anstatt sie sinnvoll etwa als Dünger für Böden einzusetzen. Wie problematisch die Wasserknappheit ist, hatte der ehemalige Direktor des Umweltprogramms der VN, Prof. Dr. Klaus Töpfer, in den vergangenen Jahren mehrfach herausgestellt, als er warnte, irgendwann werde es Kriege um das wertvolle Gut geben.

Hans G. Huber habe den Handlungsbedarf frühzeitig erkannt und reagiert. Da es in vielen Entwicklungsländern keine Kanalisation für zentrale Kläranlagen gebe, und diese auch zu teuer und wartungsintensiv sei, habe der Unternehmer ein nachhaltiges, dezentrales System entwickelt, das bezahlbar, bedienbar und den Verhältnissen angepasst sei: "Huber sieht Abwasser nicht als Abfall, sondern als Wertstoff und setzt vor Ort auf Recycling", betont Brickwedde. "Auch die Natur hat Wasser immer in Kreisläufen organisiert." So mische der Unternehmer nicht unterschiedliche Abwasserarten beliebig zusammen. Schließlich sei es inzwischen auch undenkbar, Glas, Papier, Bio- und Restmüll gemeinsam zu entsorgen. Abwasserverwertung mit Wertschöpfung - das sei seine Philosophie: Aus Abwasser werde mit Hilfe der Huber-Technik Dünger und Wasser zur Wiederverwendung. Es werde so aufbereitet, dass es bedenkenlos etwa in der Landwirtschaft wieder eingesetzt werden könne, um Pflanzen zu bewässern. In trockenen Entwicklungsländern sei das ein wichtiger Aspekt. Huber setze zudem auf Edelstahl. Das Metall ist recyclingfähig, hat ein geringes Gewicht und kann hoch beansprucht werden. Dadurch werde die Technologie robust, wartungsarm und langlebig.

"Huber hat erkannt, dass Produkte und Anlagen, die zum Schutz der Umwelt eingesetzt werden, auch selbst umweltgerecht produziert werden müssen", erläutert Brickwedde. Für den Unternehmer sei Umweltschutz kein leerer Slogan, sondern täglich gelebte Verpflichtung. Wie der Wertstoff Abwasser sinnvoll weiter eingesetzt werden könne, zeige Huber eindrucksvoll und wie es für ihn typisch sei vor Ort, dezentral im bayerischen Berching: Auf seinem Firmengrundstück entsteht auf rund 800 Quadratmetern eine Garten-Anlage, die Inhalte aus den Küchen- und Toilettenleitungen des Unternehmens aufbereitet. Die Mitarbeiter wüssten: Sie produzieren kein Abwasser, sondern Dünger, mit dem sie den Boden für Streuobst-Bäume, Erdbeer-Beete und Wein-Reben versorgen.

"Huber kann als Vorbild für eine Vielzahl von Branchen und Unternehmen dienen", meint Brickwedde. Durch rege Kooperation mit Universitäten sichere der Unternehmer Produktinnovationen und ihre stetige Weiterentwicklung. So verbinde er globalen Umweltschutz mit der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland. Ihm sei es gelungen, aus der Hans Huber AG, einem ehemals regional tätigen Familienunternehmen, einen weltweit agierenden, hochmodernen Produktionsbetrieb zu machen, der mittlerweile umweltfreundliche Wasser- und Abwasseranlagen in mehr als 50 Länder exportiert. Huber beschäftigt in Deutschland 470 Mitarbeiter (weltweit 750) und erreicht einen Jahresumsatz von 77 Millionen Euro (weltweit 108 Millionen). Hans G. Huber und sein Unternehmen erhielten in den vergangenen Jahren die Umweltmedaille des Bayerischen Umweltministers (2002) und den Bayerischen Qualitätspreis (1999). Seit 2003 ist der Unternehmer Ehrenbürger der Stadt Berching und seit 2004 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/press/artikel.php?id=1222

Weitere Berichte zu: Abwasser Entwicklungsland Kläranlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie