Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionenspende für den Kampf gegen Knochenmarkkrebs

22.09.2006
Dietmar Hopp-Stiftung fördert mit 6,4 Millionen Euro Projekte am Universitätsklinikum Heidelberg / Neue Strategien gegen das Multiple Myelom

Mit einer großzügigen Spende unterstützt die Dietmar Hopp-Stiftung die Bekämpfung einer besonderen Art des Knochenmarkkrebses: Insgesamt 6,4 Millionen Euro stehen der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg in den nächsten Jahren zur Verfügung, um die Diagnostik des Knochenmarkkrebses (Multiples Myelom) zu verfeinern und Therapien weiterzuentwickeln. So sollen genetische Analysen der Krebszellen dazu beitragen, für jeden Patienten die passende Behandlung zu finden. Diese Form der Diagnostik in Kombination mit den besten Therapiemöglichkeiten kann die Prognose bei Multiplem Myelom verbessern.

Diesen positiven Ausblick auf die Zukunft gab Professor Dr. Hartmut Goldschmidt, Leiter der Sektion Multiples Myelom in der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Anthony Ho) und dem Nationalem Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, auf einer Pressekonferenz am 21. September 2006 in Heidelberg. Ziel der Förderung ist es, schließlich zumindest einen Teil der Patienten auch auf lange Sicht zu heilen. Jährlich erkranken ungefähr 4.000 Menschen am Multiplen Myelom, die Lebenserwartung liegt bislang bei durchschnittlich fünf Jahren. Entartete weiße Blutkörperchen zerstören die Knochensubstanz, verursachen Blutarmut und beeinträchtigten die Nierenfunktion.

Contergan-Wirkstoff verlängert die rückfallfreie Zeit

Die Dietmar Hopp-Stiftung ist eine der größten Stiftungen in Europa. Ins Leben gerufen wurde sie von dem SAP-Gründungsmitglied Dietmar Hopp, der sich in besonderem Maße für die Früherkennung und Bekämpfung von Krebs einsetzt.

Die von der Hopp-Stiftung geförderten Projekte haben klare Ziele: In einem umfassenden Diagnostik-Programm für alle Patienten sollen unterschiedliche Varianten dieser Krebsart identifiziert werden. Daran kann sich je nach Variante eine andere Behandlung anschließen, die vollständig dokumentiert wird. Die spätere Aus- und Bewertung der gesammelten Daten kann dazu beitragen, Therapien noch effektiver zu gestalten und Marker für den Verlauf der Erkrankung zu finden.

Zudem plant Professor Goldschmidt zwei Therapiestudien, die noch in diesem Jahr anlaufen sollen: "Wir wollen das körpereigene Abwehrsystem behandelter Patienten dazu anregen, neu entstehende Tumoren zu bekämpfen. Mit dieser "Impfung" können wir vielleicht die krankheitsfreie Zeit verlängern." In einer weiteren Studie sollen neue Medikamente entsprechend den Auflagen des Arzneimittelgesetzes erprobt werden.

Bereits durchgeführte Studien zum Einsatz des Contergan-Wirkstoffes Thalidomid oder den neuen Präparaten Velcade und Revlimid gegen das Multiple Myelom brachten gute Behandlungserfolge: Velcade wurde bereits von den Kassen zugelassen, Revlimid wird 2007 folgen. Die beiden Wirkstoffe sollen in Zukunft auch in der Hochdosistherapie eingesetzt werden.

Kyphoplastie hilft bei gebrochenem Wirbel

Das Heidelberger Myelomzentrum ist weltweit das drittgrößte Therapiezentrum dieser Art; seine interdisziplinäre Kooperation mit den Heidelberger Kliniken, dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum sind beispielhaft. An den Therapiestudien haben mittlerweile 1.250 Patienten aus ganz Deutschland teilgenommen, mehr als 800 Patienten werden jedes Jahr hier betreut. Neben der Bekämpfung des Myeloms durch Hochdosistherapie und Blutstammzelltransplantation können auch schmerzhafte Wirbelbrüche, mögliche Begleiterscheinungen des Knochenmarkkrebses, effektiv behandelt werden. Der gebrochene Wirbel wird dabei mit einem speziellen Kunststoff wieder aufgerichtet und stabilisiert. Dieses Verfahren mit dem Namen Kyphoplastie führt Professor Dr. Dr. Christian Kasperk durch, Leiter der Sektion Osteologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

"Daher sollte sich jeder Betroffene in einem spezialisierten Zentrum behandeln lassen. Nur hier steht ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten und die nötige Erfahrung zur Verfügung", bemerkt Peter Fischer, der vor 13 Jahren am Multiplen Myelom erkrankte und heute eine deutschlandweite Selbsthilfegruppe leitet.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Hartmut Goldschmidt
Leiter der Sektion Multiples Myelom, Medizinische Universitätsklinik Heidelberg und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen
Telefon: 06221 / 56 8008 (Sekretariat Frau Holz)
E-Mail: hartmut.goldschmidt@med.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen:
Dietmar Hopp Stiftung: www.dietmar-hopp-stiftung.de
Deutsche Myelom-Studiengruppe von Prof. Goldschmidt: www.lymphome.de/Gruppen/MMSG/

Seltsthilfegruppen zum Multiplen Myelom: www.myelom.org

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Knochenmarkkrebs Multiples Myelom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte