Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sofja Kovalevskaja-Preisträger zieht es an Max-Planck-Institute

07.09.2006
Alexander von Humboldt Stiftung zeichnet herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus

Von den insgesamt 12 Sofja Kovalevskaja-Preisen, die die Alexander von Humboldt Stiftung in diesem Jahr vergibt, gehen drei Preise an Nachwuchswissenschaftler, die an einem Max-Planck-Institut arbeiten bzw. zukünftig dort arbeiten werden. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestifteten Preisgeld von jeweils 1,2 Mio. Euro für vier Jahre können die Preisträger eine eigene Arbeitsgruppe an einer deutschen universitären oder außeruniversitären Forschungsinstitution ihrer Wahl aufbauen. Die feierliche Preisverleihung durch die Bundesforschungsministerin wird am 7. November 2006 in Berlin stattfinden.

Dr. Martin Lövdén, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, ist einer der drei Sofja Kovalevskaja-Preisträger 2006, die ihre Arbeit auch zukünftig an einem Max-Planck-Institut fortsetzen möchten. Lövdén studierte Psychologie und kognitive Neurowissenschaften an den schwedischen Universitäten Lund und Stockholm, wo er 2002 promovierte. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand an der Universität des Saarlandes. Seit 2004 ist Lövdén Forschungsstipendiat am Forschungsbereich Entwicklungspsychologie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin unter der Leitung von Prof. Ulman Lindenberger.

Lövdén plant, mit dem Preisgeld eine selbstständige Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung aufzubauen. Dabei will er untersuchen, wie sich die neuronalen Grundlagen der Plastizität geistiger Leistungen im Laufe des Erwachsenenalters verändern. Sein besonderes Interesse gilt der Trainierbarkeit des räumlichen Orientierungsvermögens. Junge Erwachsene können ihre kognitiven Leistungen nämlich durch Training und Übung verbessern. Auch ältere Erwachsene sind hierzu in der Lage, Ausmaß und Qualität der Leistungssteigerungen sind jedoch geringer. Über die neurochemischen, neuroanatomischen und neurofunktionalen Ursachen und Auswirkungen von alterungsbedingten Veränderungen in der Verhaltensplastizität ist bislang nur wenig bekannt. "Wir wollen diesen Fragen in mehreren umfangreichen Trainingsstudien unter Nutzung bildgebender Verfahren nachgehen", sagt Lövdén. Dabei sollen die trainingsbedingten Veränderungen im Verhalten sowie im Gehirn bei jungen und älteren Erwachsenen miteinander verglichen werden. Die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe sollen dazu beitragen, die Möglichkeiten und Grenzen erfolgreichen geistigen Alterns besser zu bestimmen.

... mehr zu:
»Bildungsforschung

Dr. Reinhard Kienberger arbeitet derzeit am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München. Der gebürtige Österreicher promovierte 2002 an der Technischen Universität Wien über das Thema "Subfemtosecond XUV Pulse Generation and Measurement". Ausgestattet mit dem APART Stipendium (Austrian Programme for Advanced Research and Technology) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, verbrachte er 2004 zehn Monate am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) an der Stanford University. Seit 2005 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung "Attosekunden- und Hochfeld-Physik" von Prof. Ferenc Krausz, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik, und leitet dort die Attosekunden-Projekte.

"Das große Interesse der Wissenschaftler an der Erzeugung von Attosekunden rührt daher, dass man sich hier auf einer mit atomaren Vorgängen vergleichbaren Zeitskala bewegt", erklärt Kienberger. Ziel ist es unter anderem, mit Attosekunden-Pulsen die Bewegung von Elektronen in Atomen und in Echtzeit zu verfolgen, also gewissermaßen zu "fotografieren". In seinen künftigen Forschungsarbeiten will sich der Physiker der Zeitauflösung inneratomarer Vorgänge sowie der Elektronendynamik in Molekülen widmen.

Auch das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim bekommt einen Sofja-Kovalevskaja-Preisträger: Dr. Felix Engel, derzeit noch an der Harvard Medical School in den USA, erhält den hoch dotierten Preis für seine Untersuchungen auf dem Gebiet der Herzmuskelregeneration. Er konnte zeigen, dass, entgegen der allgemeinen Lehrmeinung, ausdifferenzierte Herzmuskelzellen doch noch in der Lage sind, sich zu teilen. Engel studierte Biotechnologie an der Freien Universität in Berlin, wo er auch promovierte. Nach kurzer Forschungstätigkeit am Max-Delbrück-Zentrum wechselte er bereits 2001 nach Boston an die Harvard University. Seit letztem Jahr ist er dort Dozent für Kinderheilkunde. Mit dem Sofja-Kovalevskaja-Preis gelingt es somit auch, erfolgreiche deutsche Wissenschaftler wieder zurück an ein deutsches Forschungsinstitut zu holen. Engel wird sein Tätigkeit am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung am 1. Dezember 2006 aufnehmen und hofft, dass seine zukünftigen Forschungsarbeiten zur Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze, beispielsweise bei der Behandlung von Herzinfarkt-Patienten, führen.

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Berichte zu: Bildungsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rosige Zeiten für die Meeresforschung: SFB „Roseobacter“ wird weitere vier Jahre gefördert
08.12.2017 | Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

nachricht Wie lassen sich künstliche Lungen implantieren?
06.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie