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Helmholtz-Gemeinschaft fördert fünf Ausgründungen im medizinischen Bereich

28.08.2006
"Forschung kann und muss noch mehr als bisher zu Innovation und Wirtschaftswachstum beitragen", sagt Professor Dr. Jürgen Mlynek, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Deshalb setzt die Helmholtz-Gemeinschaft das ursprünglich vom BMBF aufgelegte Förderprogramm "Erleichterungen für Existenzgründungen aus Forschungseinrichtungen" nun unter dem Namen EEF-II aus Mitteln aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds fort.

"Forschung kann und muss noch mehr als bisher zu Innovation und Wirtschaftswachstum beitragen", sagt Professor Dr. Jürgen Mlynek, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Deshalb setzt die Helmholtz-Gemeinschaft das ursprünglich vom BMBF aufgelegte Förderprogramm "Erleichterungen für Existenzgründungen aus Forschungseinrichtungen" nun unter dem Namen EEF-II aus Mitteln aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds fort.

Nun hat ein Expertengremium fünf Ausgründungs-Projekte aus dem medizinischen Bereich bewilligt, vier davon kommen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, das fünfte stammt aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

"Herzen zum Anfassen" nennt Dr. Sybille Mottl-Link (DKFZ) ihr Vorhaben. Zusammen mit dem Informatiker Dr. Thomas Boettger und der Radiologin Dr. Marika Ganten erstellt Mottl-Link mit einer aus der Automobilindustrie übernommenen Technik detailgetreue dreidimensionale Abbildungen von Patientenherzen. Die Kunststoff-Modelle, die ausgehend von MRT- und CT-Aufnahmen mit einem Rapid-Prototyping-Verfahren angefertigt werden, zeigen das Herz des Patienten mit allen Narben und Verwachsungen. Der Chirurg kann so das "Organ" schon vor der Operation in die Hand nehmen und die Operation optimal planen. Das Team um Mottl-Link hat Software-Werkzeuge entwickelt, die aus den zweidimensionalen Aufnahmen des bewegten Herzens ein realistisches räumliches Datenmodell erstellen, das dann in Kunststoff "ausgedruckt" werden kann.

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Ebenfalls der Operationsplanung dient das Vorhaben von Max Schöbinger (DKFZ), der Software für die Computerunterstützung bei Operationen im Bauchraum entwickelt hat. Aus zweidimensionalen Bilddaten (CT- und MRT-Aufnahmen) wird ein dreidimensionales Modell des Organs und seiner Versorgungsgefäße errechnet. So können die Chirurgen im Vorfeld bestimmen, wie sie bei einer notwendigen Teilentfernung der Leber am besten vorgehen sollten und welche Leistungsfähigkeit die Restleber haben wird. Die beiden oben genannten DKFZ Projekte realisieren die langjährigen Entwicklungen aus der Abteilung von Prof. Dr. Hans-Peter Meinzer als konkrete Produkte und Dienstleistungen zum Wohl des Patienten.

Eine weitere Ausgründungsinitiative um Dr. Béla Paizs (DKFZ) aus der Abteilung von Prof. Dr. Sandor Suhai entwickelt eine Softwarelösung, um Proteine aus Messdaten (Massenspektroskopie) exakt zu identifizieren. Damit kann die Entwicklungszeit von Medikamenten verkürzt werden. Im vierten Ausgründungsprojekt am DKFZ hat Dr. Kurt Fellenberg aus der Abteilung von Dr. Jörg Hoheisel das patentierte System "M-Chips" zur Datenhaltung und Analyse entwickelt, das bei der Suche nach neuen Wirkstoffen helfen kann. Ansprechpartner für die Ausgründungsprojekte am DKFZ ist in der Abteilung Technologietransfer Herr Dr. Frieder Kern.

Das fünfte Ausgründungsprojekt ist am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, am Standort Oberpfaffenhofen entstanden. Wissenschaftler um Professor Dr. Gerhard Hirzinger haben ein voll implantierbares Herzunterstützungssystem entworfen, das drahtlos mit Energie und Daten versorgt wird. Die implantierbare "Herzmaschine" soll das Herz von schwerkranken Menschen entlasten, muss aber zunächst noch im Langzeitversuch an Tieren getestet werden.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

Thomas Gazlig
Dipl.-Biol./Dipl.-Journ.
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