Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Tumortherapie

16.08.2006
Bund fördert biomedizinische Arbeiten der TU Darmstadt und der Gesellschaft für Schwerionenforschung

Die in Darmstadt betriebene exzellente biomedizinische Strahlenforschung erhält einen zusätzlichen Schub: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in den nächsten vier Jahren den Verbund zwischen der Technischen Universität Darmstadt und der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) mit insgesamt 2,2 Millionen Euro.

Biologen der TU Darmstadt und Biophysiker der GSI werden sich intensiv mit den durch Ionen verursachten DNA-Schäden und deren Reparatur beschäftigen. Von den geplanten Untersuchungen erhofft man sich ein generell besseres Verständnis der biologischen Wirkungsweise von Ionen, aber auch eine Erweiterung der Indikationen der Tumortherapie mit schweren Ionen.

An der GSI wurden seit 1997 mehr als 300 Tumorpatienten mit großem Erfolg mit schweren Ionen behandelt. Mehrere klinisch orientierte Schwerionen-Therapie-Einrichtungen in Europa sind im Aufbau. Grundlage dieser Therapie ist die mehrfach erhöhte biologische Wirksamkeit von Ionenstrahlen im Tumor.

... mehr zu:
»DNA »GSI »Ion »Tumortherapie

Kohlenstoffionen verursachen vor allem im Tumor Schäden im Erbmaterial DNA, die von der Zelle meist nicht mehr repariert werden können. Die Tumorzellen sind dann gezwungen, ein so genanntes "Selbstmordprogramm" einzuleiten. Dies führt zu einer schnellen Tumorauflösung. Für einige sonst besonders resistente Tumorarten wurde in der klinischen Praxis diese Zellreaktion sehr erfolgreich angewendet.

Da der Zusammenhang von Zellschädigung und Reparatur bei Ionen-Bestrahlung noch nicht im molekularen Detail verstanden ist, werden im Rahmen des nun geförderten Projekts moderne molekular- und zellbiologische Methoden genutzt, um elementare Schäden in der DNA zu untersuchen. Ferner sollen zelluläre Komponenten und Netzwerke, die eine Reparatur solcher Schäden bewirken, besser verstanden werden.

Der geförderte Verbund TU/GSI mit Expertise in Molekularbiologie und Strahlenbiophysik wird mit Auswirkungen über Darmstadt hinaus diesen Forschungsbereich weiter stärken. Im Fachbereich Biologie der TU Darmstadt wird dazu eine neue Professur "molekulare Strahlenbiologie" eingerichtet, eine weitere Professur soll nächstes Jahr ausgeschrieben werden. Dies soll Grundlage für den Aufbau eines Instituts für Strahlenbiologie an der TU Darmstadt sein, das der wissenschaftlichen Forschung und verbunden damit der Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs dienen soll. Die GSI wird die für die Experimente nötigen Strahlzeiten an ihren Beschleunigern zur Verfügung stellen.

Ansprechpartner: Professor Dr. Gerhard Kraft (GSI), Tel. 06159/71 26 07
Prof. Dr. Gerhard Thiel (TU Darmstadt), Tel. 06151/16 60 50 und 16 32 00

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de/

Weitere Berichte zu: DNA GSI Ion Tumortherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten
24.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht „Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern
24.01.2017 | Bundesamt für Naturschutz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen