Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderung für das Dunkle Universum

10.07.2006
Universität Heidelberg bekommt zusammen mit Bonn und München einen neuen transregionalen Sonderforschungsbereich "Das Dunkle Universum" - Rektor Prof. Hommelhoff: "Weitere Auszeichnung für unsere Universität, an der es nun 14 Sonderforschungsbereiche gibt" - Zunächst 6,5 Millionen Euro

Die Universität Heidelberg bekommt zusammen mit Bonn und München einen neuen transregionalen Sonderforschungsbereich (SFB/TR 33) mit dem Thema "Das Dunkle Universum". Dazu Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff: "Die Universität Heidelberg freut sich über den neuen transregionalen Sonderforschungsbereich zur Erforschung Dunkler Materie und Dunkler Energie an den Universitäten Heidelberg, Bonn und LMU München. Dies ist eine weitere Auszeichnung für unsere Universität, an der es nunmehr 14 Sonderforschungsbereiche gibt."

Im äußeren Bereich der Spiralgalaxie NGC 4526 wurde 1994 mit dem Hubble-Weltraumteleskop der NASA eine Supernova vom Typ Ia beobachtet. Da Supernovae von diesem Typ konstante intrinsische Helligkeit aufweisen, eignen sie sich für präzise Entfernungsmessungen. Aus der gemessenen Relation zwischen Entfernung und scheinbarer Helligkeit bei derartigen Supernovae wurde erstmals 1998 gefolgert, dass sich die Expansion des Universums beschleunigt - ein Effekt, den man auf die homogen das Weltall erfüllende Dunkle Energie zurück-führt. Sie soll - zusammen mit der Dunklen Materie und der Wechselwirkung zwischen beiden - in Transregio 33 untersucht werden. © High-Z Supernova Search Team, HST, NASA

Die Entschlüsselung Dunkler Materie und Dunkler Energie, die gemeinsam mehr als 95 Prozent der Energiedichte unseres Universums ausmachen, ist ein wesentliches Ziel moderner theoretischer und experimenteller physikalischer Forschung. Aus einer Vielzahl von Messungen schließt man indirekt auf die Existenz Dunkler Materie. Sie trägt bis zu einem Viertel zur Energiedichte des Universums bei, aber man kennt ihre physikalische Natur und Zusammensetzung bisher nicht. Bekannt sind heute nur die etwa fünf Prozent baryonischer Materie, die direkten Beobachtungen und Messungen zugänglich sind.

... mehr zu:
»Materie »Physik »Supernova »Universum

Der Hauptteil der Energiedichte des Universums besteht aus der gleichmäßig im Weltall verteilten Dunklen Energie. Aus Messungen des Lichts entfernter Sternexplosionen lässt sich folgern, dass unser Universum sich gegenwärtig beschleunigt ausdehnt. In der theoretischen Beschreibung sucht man die Ursache entweder in einer so genannten kosmologischen Konstanten in den Einsteinschen Feldgleichungen oder in einer zeitabhängigen Beschreibung. Die Antwort auf die Frage, ob die Dunkle Energie statischer oder dynamischer Natur ist, hat fundamentale Bedeutung für die Physik. Sie betrifft nicht nur die Grundlagen von Kosmologie und Astrophysik, sondern auch die der Teilchenphysik.

Der nunmehr bewilligte SFB-Transregio an den Universitäten Heidelberg, Bonn und München wird die dort bereits vorhandene Forschung über Dunkle Materie und Dunkle Energie aufgreifen, bündeln und weiterentwickeln. Vor allem wird auch die mögliche Wechselwirkung von Dunkler Materie - der mit hoher Wahrscheinlichkeit bisher unbekannte Elementarteilchen zuzuordnen sind - und Dunkler Energie zum Thema der Initiative. Von besonderer Bedeutung sind dabei neben den theoretischen Entwicklungen auch neue Messungen, mit denen sich beispielsweise der Anteil Dunkler Energie als Funktion der Zeit bestimmen lässt. Diese werden in die Arbeit des SFB einfließen. Auch die Möglichkeit eines gemeinsamen Ursprungs von Dunkler Materie und Dunkler Energie wird Gegenstand der Untersuchungen sein.

Aus der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern an drei deutschen Universitäten, die bisher schon auf Teilgebieten der vorgeschlagenen Initiative gearbeitet haben, ergibt sich die Chance zu einer international führenden Stellung auf dem in den kommenden Jahren weiter expandierenden Forschungsfeld Dunkler Materie und Dunkler Energie. Sie soll im Rahmen dieses Transregios in 15 Teilprojekten erarbeitet werden. Die Teilprojekte gliedern sich in drei Themenbereiche: Ursprung Dunkler Energie und Dunkler Materie; Zeitentwicklung Dunkler Energie; Zusammenhänge zwischen Dunkler Materie und Dunkler Energie.

Die Bedeutung dieses Forschungsgebietes wird auch dadurch deutlich, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gleichzeitig an der Universität Hamburg einen neuen Sonderforschungsbereich zum verwandten Thema "Teilchen, Strings und frühes Universum: Struktur von Materie und Raum-Zeit" bewilligt hat. Es wird damit gerechnet, dass sich beide Sonderforschungsbereiche gegenseitig befruchten.

Die DFG hat den Universitäten Heidelberg, Bonn und München für den neuen Sonderforschungsbereich/TR 33 in der Physik etwa 6,5 Millionen Euro für zunächst vier Jahre bewilligt. Die Laufzeit kann nach internationaler fachlicher Begutachtung auf zunächst acht, höchstens 12 Jahre verlängert werden. Der weitaus größte Anteil der Mittel fließt in 31 zeitlich befristete Wissenschaftler- und Doktorandenstellen. Die Sprecheruniversität ist Heidelberg, mit dem theoretischen Physiker Prof. Christof Wetterich vom Institut für Theoretische Physik als Sprecher für die ersten vier Jahre.

Rückfragen von Journalisten bitte an:
Georg Wolschin
Universität Heidelberg, Institut für Theoretische Physik
Tel. 06221 549415 oder 549444, Fax 549333
wolschin@uni-hd.de
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de
http://www.darkuniverse.uni-hd.de

Weitere Berichte zu: Materie Physik Supernova Universum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie