Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

5,1 Millionen Euro für Erlanger Augenforschung

10.07.2006
Die Forscher am Sonderforschungsbereich (SFB) 539 der Universität Erlangen-Nürnberg können sich über einen großen Erfolg freuen: Der SFB, der sich schwerpunktmäßig mit Glaukomen beschäftigt, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für weitere drei Jahre gefördert. In dieser Zeit stellt die DFG den Erlanger Wissenschaftlern insgesamt 5,1 Millionen Euro für ihre Forschung zur Verfügung. Der medizinische Sonderforschungsbereich mit dem ausführlichen Titel "Glaukome einschließlich Pseudoexfoliations-Syndrom" startete bereits im Juli 1997 unter der Leitung von Prof. Dr. Gottfried Otto Helmut Naumann. Sprecherin ist jetzt Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll, Inhaberin des Lehrstuhl für Anatomie II.

An den Forschungen beteiligt sind die Augenklinik des Erlanger Universitätsklinikums, das Institut für Anatomie II, das Institut für Biochemie des Emil-Fischer-Zentrums, das Institut für Biologie (Lehrstuhl für Zoologie II), das Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, das Institut für Humangenetik, das Institut für Informatik (Lehrstuhl für Informatik 5) (Mustererkennung) sowie das Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie.

Die in diesem SFB zusammengeschlossenen Forschergruppen untersuchen die Entstehung und Entwicklung der chronischen Offenwinkelglaukome, auch "Grüner Star" genannt. Im Zentrum des Interesses der Forscher stehen die Frühdiagnose und Verlaufskontrolle einer Volkskrankheit, die als Ursache irreversibler Erblindungen in den industrialisierten Ländern zusammen mit dem Diabetes an erster Stelle steht. Die Glaukomerkrankungen werden definiert durch den Verlust an Nervenfasern des Nervus opticus. Die Ursache dieser Veränderungen ist bis heute nicht bekannt. Bei der größten Zahl der Glaukome, den primären Offenwinkelglaukomen, ist der Augeninnendruck, der so genannte intraokulare Druck (IOD), erhöht und an der Entstehung des Glaukoms beteiligt. Es gibt aber auch Glaukomformen, bei denen eine Erhöhung des IOD nicht nachzuweisen ist, und bei denen dennoch die typischen Sehnervenveränderungen des Glaukoms auftreten. Andererseits gibt es auch Druckerhöhungen ohne Entwicklung eines Glaukoms. Diese Befunde sprechen dafür, dass zusätzliche Faktoren wie Störungen der Durchblutung, oder besondere Anfälligkeit der Zellen, prädisponierend für die Erkrankung sind. Diese Veränderungen können genetisch oder erworben sein. Solange die Ursache der Glaukomerkrankungen nicht bekannt ist und damit eine kausale Therapie nicht möglich ist, ist für den Patienten die Früherkennung der Erkrankung und damit das rechtzeitige Einsetzen einer Therapie die beste Möglichkeit, einer Erblindung vorzubeugen.

Ziel der Projekte des SFB 539 ist deshalb, zunächst die Methoden der Früherkennung der Schädigung der Sehnerven zu verbessern und parallel dazu durch experimentelle, morphologische und molekularbiologische Untersuchungen zu klären, welche Faktoren die glaukomatösen Schäden im Bereich des hinteren Augenabschnittes verursachen.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll
Tel.: 09131/85-22865
Drecoll@anatomie2.med.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: Erblindung Glaukom Glaukomerkrankung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie