Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millennium-Technologiepreis geht an Shuji Nakamura

16.06.2006
Der Millennium-Technologiepreis 2006 wurde dem Japaner Shuji Nakamura verliehen. Professor Nakamura hat neue, revolutionäre Lichtquellen - blaue, grüne und weiße LEDs und blaues Laserlicht - entwickelt. Für diese Technologie finden sich mehrere unsere Lebensqualität erheblich verbessernde Anwendungen. Der mit einer Million Euro weltweit höchstdotierte Technologiepreis wird von der finnischen Millennium-Preis-Stiftung nun zum zweiten Mal vergeben.
Mit der von Professor Shuji Nakamura geschaffenen Innovation wurde ein völlig neuer Forschungs- und Entwicklungsbereich über Licht ausstrahlende Halbleiter ins Leben gerufen. Seine Entwicklungsarbeit schuf auch die Voraussetzungen für eine breite Produktion energiesparender, leistungsfähiger LED-Lampen und ihre Anwendung zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.

Die LEDs haben eine außerordentlich hohe Lebensdauer und verbrauchen beträchtlich weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. In den Industrieländern ist ein erhebliches Potential zum Energiesparen durch LEDs vorhanden. Allein in den USA, so rechnet man, können durch Auswechseln der gegenwärtigen Beleuchtung gegen LEDs in den kommenden Jahrzehnten zig Prozent Strom gespart werden. Die neuen Lichtquellen eignen sich auch für den Betrieb mit Solarstrom und ermöglichen so Beleuchtung selbst in abgelegenen Gebieten von Entwicklungsländern.

Eine der bedeutsamsten zukünftigen Anwendungen der Erfindung von Professor Nakamura besteht im Sterilisieren von Trinkwasser, denn die Wasseraufbereitung mit UV-LEDs gestaltet sich effizienter und vorteilhafter als mit den gegenwärtigen Methoden. Man ist überzeugt, dass mit diesem Verfahren Leben und Gesundheit von Millionen Menschen der dritten Welt eine Besserung erfahren.

Beim Speichern und Übertragen von Daten führt das blaue Laserlicht zu einem erheblichen Fortschritt, lassen sich damit zum Beispiel auf CDs oder DVDs doch etwa fünf Mal so viel Daten wie mit der heutigen Technologie speichern.

"Nakamura ist ein Musterbeispiel für Ausdauer und Unnachgiebigkeit in der Forschung und im Herbeiführen neuer Durchbrüche. Er hat jahrzehntelang zielstrebig gearbeitet, und auch größte Schwierigkeiten konnten ihn nicht daran hindern, etwas zu erreichen, was andere Wissenschaftler für nahezu unmöglich hielten: aus fester Substanz, in diesem Fall Galliumnitrid, nach einem selbst ersonnenen Reaktorverfahren blaues, grünes und weißes Licht sowie blaues Laserlicht erzeugende effiziente Lichtquellen zu entwickeln. Diese Leistung ist, als Beleuchtungsanwendung betrachtet, mit der von Thomas Edison erfundenen Glühlampe vergleichbar. Die auf der Innovation von Professor Nakamura basierenden energieeffizienten Lichtquellen werden diese Glühlampe im Laufe der Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit verdrängen", urteilt Pekka Tarjanne, Vorsitzender der Millennium-Preisausschusses.

Professor Shuji Nakamura, 1954 in Japan geboren, wirkt seit dem Jahr 2000 an der Santa Barbara Universität in Kalifornien, USA, wo er seine Forschung über neue Lichtquellen auch gegenwärtig fortsetzt.

Vorgeschlagen wurde der diesmalige Preisträger von einem achtköpfigen internationalen Preisausschuss; die definitive Entscheidung traf gemäß Satzung der Millennium-Preis-Stiftung deren Vorstand. Professor Nakamura wird die Auszeichnung am 8. September in Helsinki im Rahmen eines Festaktes entgegennehmen. Der Preis wird alle zwei Jahre für eine die Lebensqualität und das Wohl der Menschen verbessernde Innovation vergeben.

Weitere Informationen:

Millennium-Preis-Stiftung

Bergrat Jaakko Ihamuotila
Vorstandsvorsitzender
Mobiltelefon: +358 50 577 3262
jaakko.ihamuotila@millenniumprize.fi

Professor Pekka Tarjanne
Vorsitzender des Millennium-Preisausschusses
Mobiltelefon: +358 400 101222
pekka.tarjanne@pp.inet.fi

Dr. Tapio Alvesalo
Bevollmächtigter
Mobiltelefon: +358 400 341 497
tapio.alvesalo@millenniumprize.fi

UC Santa Barbara
Paul Desruisseaux
Associate Vice Chancellor for Public Affairs
tel: +1 (805) 893 8273
paul.d@ia.ucsb.edu

Der Millennium-Technologiepreis

Der Millennium-Technologiepreis wird alle zwei Jahre für eine die Lebensqualität der Menschen erheblich verbessernde technologische Innovation verliehen. Angestrebt wird mit diesem Preis, durch Auszeichnung auf Verbesserung der Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung gerichteter F&E-Tätigkeit und Innovationen die technologische Entwicklung in eine humane Richtung zu lenken. Gestiftet wurde und finanziert wird dieser Preis gemeinsam von finnischen Organisationen, der finnischen Industrie und dem finnischen Staat. Der erste Millennium-Technologiepreis wurde im Juni 2004 Tim Berners-Lee, dem Erfinder des World Wide Web zuerkannt.

| directnews
Weitere Informationen:
http://www.millenniumprize.fi
http://www.ucsb.edu

Weitere Berichte zu: LED

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik