Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preise für zwei Helmholtz-Wissenschaftlerinnen

13.06.2006
Zwei Wissenschaftlerinnen aus Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft erhalten in diesem Jahr jeweils einen von sechs Heinz Maier-Leibnitz-Preisen. Ana Martin-Villalba vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Laure Bally-Cuif vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München können sich über ein Preisgeld von jeweils 16.000 Euro freuen. Die Preisträgerinnen nehmen die Auszeichnung am 13. Juni im Max-Liebermann-Haus in Berlin entgegen.

"Es freut mich sehr, dass diesmal zwei Wissenschaftlerinnen für ihre hervorragenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet werden", sagt Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. "Solche Beispiele können junge Frauen ermutigen, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben. Die Verleihung des prestigeträchtigen Heinz-Maier-Leibnitz-Preises an zwei Helmholtz-Forscherinnen zeigt auch, dass Helmholtz-Zentren optimale Arbeitsbedingungen für die Entfaltung von Nachwuchswissenschaftlern bieten."

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Laure Bally-Cuif (38) untersucht, welche Gene eine Rolle für die Entwicklung und Erhaltung von Stammzellen im Gehirn spielen. Dabei nutzt sie den Zebrafisch als Modell, dessen genetische Prozesse ähnlich wie bei Säugetieren ablaufen. Bally-Cuif konzentriert sich insbesondere auf Nervenzellregionen, die das Sozialverhalten steuern, und untersucht, welche Gene bei der Entwicklung solcher Zellen an- oder abgeschaltet werden. "Wir beobachten aber auch die Effekte von genetischen Veränderungen auf die "Gemütsverfassung" der Zebrafische", erklärt sie. Dabei gewinnt sie Einblick in die genetischen Grundlagen von Angst oder Drogenabhängigkeit. Während "normale" Zebrafische von der psychoaktiven Droge D-Amphetamin, einer Komponente von Ecstasy, schnell abhängig werden, gibt es Mutanten, die keine Suchtsymptome entwickeln. Langfristig möchte die Neurobiologin die molekulargenetischen Netzwerke aufdecken, die Stammzellen im Gehirn als Quelle für neue Nervenzellen erhalten.

Dr. Ana Martin-Villalba (34) ist Medizinerin und untersucht die Kommunikation zwischen den Nervenzellen am Mausmodell. Sie konzentriert sich dabei auf den so genannten CD95-Signalweg, der den programmierten Zelltod steuert. Indem Zellen nach einer gewissen Anzahl von Teilungen diese "Gebrauchsanweisung für den Selbstmord" ausführen, wird das Gewebe erneuert, aber auch Krebs verhindert. Bei Rückenmarksverletzungen sterben aber oft zu viele Zellen ab: Eine Blockade dieses Signalwegs kann dann die Heilung fördern und - zumindest bei Mäusen - eine folgende Querschnittslähmung verhindern. Auch bei Schlaganfällen mildert eine Blockade dieses Signalwegs die Schäden. Die neuesten Arbeiten von Martin-Villalba zeigen, dass der CD95-Signalweg aber auch das Wachstum von bösartigen Hirntumoren beeinflussen kann. Die Wissenschaftlerin möchte die komplette Signalkaskade im Detail aufklären. Langfristig können diese Ergebnisse zu neuen Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen aber auch gegen Hirntumore beitragen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics