Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kyoto-Preis Komitee gibt Gewinner 2006 bekannt / Meister der Plissees und Falten, Issey Miyake, erhält Kyoto-Preis

13.06.2006
Der weltberühmte japanische Designer Issey Miyake (68) erhält für seine visionären Bekleidungskonzepte den Kyoto-Preis, eine der höchsten internationalen Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kultur. Weitere Preisträger sind der amerikanische Immunologe und Genetiker Leonard A. Herzenberg (74) und der Mathematiker Dr. Hirotugu Akaike (78). Der 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera, ins Leben gerufene Kyoto-Preis zählt neben dem Nobelpreis zu den wichtigsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und Kultur und würdigt das Lebenswerk von Einzelpersonen oder Gruppen, die sich mit herausragenden Leistungen in ihrem Bereich verdient gemacht haben. Der Preis wird in den Kategorien Kunst und Philosophie, Hochtechnologie und Grundlagenforschung vergeben und ist pro Kategorie mit 50 Millionen Yen (rund 400.000 Euro) dotiert. Die Preisverleihung findet am 10. November im japanischen Kyoto statt.

So wie die Wirkungsstätten des Modeschöpfers Issey Miyake Ost und West umspannen, so vereinen auch seine Kollektionen grundlegende Konzepte westlicher und östlicher Kulturen. Unter Nutzung modernster Technologien entstehen zeitlose Kleidungsstücke, die revolutionär in der Konzeption und Herstellung, aber bequem zu tragen und universell einsetzbar sind. Seit den 1970ern verfolgt Miyake das Konzept, Kleidung aus einem einzigen Stück Stoff herzustellen. Auf dieser Grundlage entstanden seine Aufsehen erregenden Kollektionen "Pleats Please" (Plissee Bitte) und "A-POC". Gefertigt aus federleichtem Polyester-Plissee, der den Träger in seinen Bewegungen nicht einschränkt und dabei trotzdem seine Form behält, erobert die Kollektion "Pleats Please" seit ihrer Präsentation 1993 Laufstege und Museen weltweit. "A-POC", Akronym für "a piece of cloth" führt Miyakes Vision des universellen Kleidungsstücks fort und definiert den Entstehungsprozess von Bekleidung neu: Ein Strickcomputer erstellt einen endlosen Schlauch, aus dem der Benutzer das gewünschte Kleidungsstück nach seinem Geschmack schneidern lässt.

Der Immunologe und Genetiker Dr. Leonard Arthur Herzenberg, Preisträger in der Kategorie Hochtechnologie, entwickelte als weltweit Erster ein Verfahren um lebensfähige Zellen nach ihren Eigenschaften zu sortieren. Bereits 1969 baute Dr Herzenberg mit seiner Forschungsgruppe an der School of Medicine der Stanford Universität das erste Modell seines Durchflusszytometers, kurz FACS (Fluorescence-Activated Cell Sorter) genannt. Mit dem FACS wurde es möglich, Zellen mit spezifischen Funktionen zu zählen und DNA, RNA und Protein aus einer Einzelzelle in lebensfähigem Zustand zu isolieren und zu analysieren. Das Instrument findet sowohl in der Grundlagenforschung als auch den angewandten Biowissenschaften Verwendung, zum Beispiel um den Krankheitsgrad von HIV-infizierten Patienten zu untersuchen oder den Verlauf von Leukämieerkrankungen zu bestimmen.

Der Preisträger in der Kategorie Grundlagenforschung, der japanische Mathematiker Dr. Hirotugu Akaike machte sich vor allem durch die Formulierung des nach ihm benannten Akaike Information Criterion (AIC) verdient, welches in fast allen Natur- und Ingenieurswissenschaften Anwendung findet. Um ein bestimmtes Phänomen zu verstehen oder seine Entwicklung vorherzusagen, ist es von grundlegender Bedeutung, ein angemessenes statistisches Modell zu wählen. Das AIC ermöglicht eine Auswahl nach objektiven Kriterien, auch für vielteilige und komplexe Phänomene, die große Informationsmengen umfassen.

... mehr zu:
»Grundlagenforschung

Mit dem diesjährigen Kyoto-Preis werden bereits zum 22. Mal Persönlichkeiten geehrt, die sich um die Weiterentwicklung der Wissenschaften und Künste verdient gemacht haben. Der Preis wurde 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera, ins Leben gerufen und wird alljährlich von der ebenfalls durch ihn gegründeten Inamori-Stiftung vergeben. Unter anderem nahmen bereits der deutsche Philosoph Jürgen Habermas, der österreichische Musiker und Dirigent Nikolaus Harnoncourt, die Künstler Maurice Béjart und Roy Lichtenstein sowie die Primatenforscherin Jane Goodall den Preis entgegen.

Daniela Faust | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kyocera.de

Weitere Berichte zu: Grundlagenforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops