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Manfred Lautenschläger und Dietmar Hopp fördern einzigartiges Talentprojekt in der Metropolregion

02.06.2006


Medien und Öffentlichkeit sind herzlich zur Pressekonferenz am 21. Juni um 11.00 Uhr eingeladen - Die Jugendförderzentren "Anpfiff fürs Leben", die Adler Mannheim, die SG Kronau/Östringen und der USC Heidelberg begründen ein gemeinsames Basismodell für die Talententwicklung



Die "Big Four" der Ballsportvereine ziehen an einem Strang. Die Jugendförderzentren "Anpfiff fürs Leben", die Adler Mannheim, die SG Kronau/Östringen und der USC Heidelberg begründen ein gemeinsames Basismodell für die Talententwicklung. Grundlage ist das bundesweit und international bekannte Konzept der Ballschule Heidelberg, das auf den Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Klaus Roth vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg aufbaut. Neben der Talententwicklung werden altersgerechte Bewegungsangebote für mehr als 3000 Grundschulkinder in der Metropolregion geschaffen.



Das Programm besitzt bundesweit, vermutlich sogar weltweit einen einzigartigen Charakter. Die Talententwicklung von Spitzenvereinen aus vier verschiedenen Mannschaftssportarten erfolgt nicht mehr konkurrenzorientiert, sondern kooperativ. Bis zum Herbst 2006 wird ein regionales Netzwerk von Partner-Grundschulen entstehen, das im Jahr 2007 auf insgesamt 50 Kooperationsschulen anwachsen soll. Dabei können die inhaltlichen Projektleiter Prof. Dr. Klaus Roth, Dr. Daniel Memmert und Anton Nagl auf bestehende Kooperationen zurückgreifen. Ende Juni 2006 wird zudem eine Ausschreibung erfolgen, bei der sich weitere Schulen bewerben können. Die hauptamtliche Organisation des Projekts obliegt dem akademisch ausgebildeten Diplom-Sportlehrer und ehemaligen Profifußballer Thorsten Damm.

Phase 1: Breitensport für alle Kinder

An den Partner-Grundschulen wird das wissenschaftlich fundierte und praktisch erprobte Konzept der Ballschule Heidelberg für alle Kinder der ersten und zweiten Klasse zusätzlich zum normalen Sportunterricht angeboten. Das Projekt bringt damit "mehr Bewegung für mehr Kinder". Manfred Lautenschläger und Dietmar Hopp geht es ebenso wie Capri-Sonne, dem bereits langjährigen und der BASF, dem neuen Partner der Ballschule, keineswegs um eine eingleisige Förderung der Leistungsstarken. Sie wollen ausdrücklich einen spürbaren Beitrag zur "Bekämpfung" des Bewegungsmangels unserer Heranwachsenden leisten, für den es keinen Beweismangel mehr gibt.

Die Bedeutung moderner Kindersportangebote für alle ist unbestritten. Unsere Kinder sind auch motorisch betrachtet nicht "fit für Pisa". Ihre Leistungsfähigkeit ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen. In einer interkulturellen Vergleichsstudie zur Allgemeinmotorik, die der Dekan der Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaft Prof. Dr. Klaus Roth zusammen mit Dr. Christina Hahn in diesem Jahr abgeschlossen hat, belegen die deutschen Heranwachsenden den vorletzten Platz - weit abgeschlagen hinter ihren Altersgenossen aus Südafrika, Japan und Brasilien. Dass diese Defizite gesundheitliche Auswirkungen haben und auch die kognitiven Lernleistungen beeinträchtigen, dokumentiert sich in den Daten zahlreicher Untersuchungen von Grundschulkindern.

Die Philosophie der Ballschule Heidelberg folgt dem Motto "Kinder sind Allrounder und keine verkleinerten Erwachsenen". Im Mittelpunkt steht eine sportspielübergreifende Ausbildung, die ein vielseitiges Spielen mit dem Fuß, der Hand und verschiedenen Schlägern beinhaltet. Die Kinder erlernen das ABC des Spielens ("3 x 7-Grundkompetenzen": Taktik-, Koordinations- und Technikbausteine) nach dem Vorbild der früheren Straßenspielkultur. Das Programm wird zweimal wöchentlich von speziell ausgebildeten Übungsleitern durchgeführt.

Phase 2: Talentförderung für begabte (interessierte) Kinder

Am Ende der zweiten Klasse erfolgt eine erste Talentsichtung. Für begabte Kinder gibt es ab der dritten Klasse ein fortgeschrittenes Angebot mit einer Teilspezialisierung. Sie können sich je nach Begabung und Interesse für die Teilnahme an einer Ballschule Torschussspiele oder einer Ballschule Wurfspiele entscheiden. Aus dem Spielen mit allen Anfängern wird ein Förderprojekt für kleine kreative Ballkünstler. Die Kinder erwerben ein erweitertes Fundament an taktischen und balltechnischen Kompetenzen, das ihnen später den Einstieg in die Welt der Großen Sportspiele erleichtert. In der Ballschule Torschussspiele wird vorrangig mit dem Fuß und mit (Hockey-)Schlägern gespielt und geübt, in der Ballschule Wurfspiele mit der Hand. Die Kurse sollen an etwa 10 bis 15 ausgewählten Stützpunkt-Grundschulen angeboten werden. Diese werden geografisch so verteilt, dass sie für alle interessierten Kinder ohne großen Fahrtaufwand erreichbar sind.

Am Ende der dritten Klasse finden Schnupperangebote und Demonstrationen der Jugendförderzentren "Anpfiff fürs Leben" und der Jungadler Mannheim in den Gruppen für die Ballschule Torschussspiele sowie der SG Kronau/Östringen und des USC Heidelberg in der Ballschule Wurfspiele statt. Die talentiertesten Kinder werden dann ab der vierten Klasse in die sportspielspezifisch trainierenden Gruppen übernommen. Damit ist der Übergang von der Basisausbildung in das Grundlagentraining vollzogen.

Anmerkung: Eine Spezialisierung der Kinder mit 10 bis 11 Jahren ist nach allen vorliegenden trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu spät. Dennoch ist es Aufgabe der Ballschul-Übungsleiter, die begabten Kinder bereits ab der ersten Klasse zu einem parallelen Training in Vereinen zu motivieren. Hierzu wird ein zweites Netzwerk mit Kooperationsvereinen angestrebt.

Mit dem "Lautenschläger-Hopp-Modell" werden zwei bedeutende Probleme der klassischen Talentsichtung/-förderung überwunden. Erstens wird vermieden, dass z. B. an den Schulen 1, 2, 3? nur nach Fußballtalenten und an den Schulen 4, 5, 6? nur nach Handballtalenten usw. gesucht wird. Das macht keinen Sinn. Die Begabungen sind naturgemäß innerhalb jeder einzelnen Schule vielfältig verteilt. Zweitens ist es für einen einzelnen Verein schwierig, "ehrlich" den sinnvollen Weg über eine allgemeine Ballschule zu gehen und damit eine - von den späteren Spezialisierungswünschen der Kinder her betrachtet - ergebnisoffene Talentförderung zu betreiben. Im Extremfall bildet z. B. ein Handballverein überwiegend Kinder für andere Sportspiele aus. Bei dem geplanten kooperativen Vorgehen bleiben alle Talente im Fördersystem der vier Spitzenvereine.

Einladung zur Pressekonferenz

Zum Projektstart findet eine öffentliche Pressekonferenz statt:
Zeit: Mittwoch, 21. Juni, 11.00 Uhr
Ort: Institut für Sport und Sportwissenschaft
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 700, 69120 Heidelberg
Hörsaal

Teilnehmen werden u.a.:

Beate Weber (Oberbürgermeisterin Stadt Heidelberg)
Manfred Lautenschläger (Manfred-Lautenschläger-Stiftung)
Dietmar Hopp (Dietmar-Hopp-Stiftung)
Prof. Dr. Klaus Roth (ISSW Heidelberg)
Anton Nagl (Jugendförderzentren "Anpfiff fürs Leben")
Helmut de Raaf (Adler Mannheim)
Wolfgang Essig (1. Vorsitzender SG Kronau/Östringen)
Rolf Bechtold (Trainer SG Kronau/Östringen)
Markus Jochum (USC Heidelberg)

Moderation:
Dr. Michael Schwarz (Pressesprecher der Universität Heidelberg, 1. Vorsitzender USC Heidelberg)

Hiermit laden wir die Vertreter aller Medien und die Öffentlichkeit zu dieser Pressekonferenz ein. Wir bitten Sie herzlich um eine Vorab-Ankündigung der Veranstaltung. Im Anschluss wird ein Imbiss mit Getränken angeboten. Die Podiumsteilnehmer stehen dann für individuelle Rückfragen zur Verfügung. Für eine kurze Anmeldung Ihrer Teilnahme wären wir dankbar!

Pressekontakt:
Prof. Dr. Klaus Roth
Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 720, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 544642 oder 544340, Fax 544346
Klaus.Roth@issw.uni-heidelberg.de
http://www.ballschule.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ballschule.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

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