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"Fortis Saxonia" startet beim Shell Eco-marathon mit großem Ziel

09.05.2006


19 junge Leute aus der Chemnitzer Region beteiligen sich mit neuem Ökomobil an internationalem Wettbewerb in Frankreich - Vier der 255 Mannschaften kommen aus Deutschland

"Mit nur einem Liter Benzin von Chemnitz nach Paris!" - so lautet das Motto des Teams "Fortis Saxonia". Mit ihrem selbst entwickelten, mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeug "SAX 1" starten Studenten und Absolventen der TU Chemnitz vom 19. bis 21. Mai 2006 zum zweiten Mal beim Shell Eco-marathon im französischen Nogaro im Rennen um das "sparsamste Fahrzeug" der Welt. Mittlerweile als eingetragener Verein organisiert, wird das Team auch von Studenten und Absolventen der Fachhochschule Mittweida unterstützt.

Das 2,70 Meter lange Fahrzeug besitzt ein futuristisches Chassis in Halbtropfenform. Die selbsttragende Karosserie aus einem Kohlefaserverbund ist 15 Kilogramm leichter als im Vorjahr und wurde neu lackiert. Ebenfalls neu sind die Hinterrad-Lenkung und der Antrieb mit einem 200-Watt-Scheibenläufermotor. "Wenn in diesem Jahr alles klappt, kommen wir mit umgerechnet einem Liter Super-Benzin rund 1.000 Kilometer weit", erklärt Maschinenbau- Student Thomas Mäder (27). "Das wäre die Strecke von Chemnitz nach Paris und ein Durchschnittsverbrauch von etwa 0,1 Litern auf 100 Kilometer." Bei der ersten Teilnahme am Shell Eco-marathon im vergangenen Jahr blieb das Chemnitzer Öko-Mobil auf der vorletzten Runde stehen, weil ein Peripheriegerät des Brennstoffzellensystems ausfiel. Dieses Problem wurde behoben, und so hofft "Fortis Saxonia", dieses Mal auf den vorderen Plätzen zu landen.

"Mit einem Liter Kraftstoff die größtmögliche Entfernung zurücklegen und so wenig wie möglich Schadstoffe ausstoßen - das ist der Grundgedanke des Shell Eco-marathons", erklärt Shell-Sprecherin Barbara Gamalski. Seit 1985 lädt Shell jedes Jahr Studenten von Universitäten und Fachhochschulen ein, ihre Ideen von zukünftiger Mobilität und verantwortungsbewusstem Umgang mit Energie umzusetzen, indem sie ein Fahrzeug konstruieren und bauen. Geschwindigkeit ist beim Shell Eco-marathon zweitrangig. "Das Team, das mit umgerechnet einem Liter Super-Benzin am weitesten kommt, gewinnt", so Gamalski. Dabei ist es jedem Team überlassen, wie es sein Fahrzeug antreibt: Benzin, Diesel, Flüssiggas oder alternative Energien wie Wasserstoff, Bio- Kraftstoffe oder Solar - alles ist erlaubt. Der Shell Eco-marathon gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aktivitäten des Ölkonzerns in Europa.

Dass die Idee des Wettbewerbs bei jungen Leuten zunehmend ankommt, zeigt auch die Beteiligung: Traten 1985 lediglich 25 Teams aus vier Ländern an, so sind es in diesem Jahr 255 Teams aus 21 Nationen. Aus Deutschland gehen 2006 vier Teams aus Chemnitz, Merseburg, Offenbach und Offenburg an den Start. "Der Automobilstandort Deutschland ist damit nicht nur unterrepräsentiert, sondern auch wenig sensibel für das Thema Nachhaltigkeit", meint der Chemnitzer Pressesprecher des Teams Thomas Mäder. Deshalb sei das Rennen auch für das 19-köpfige "Fortis Saxonia"-Team in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung: "Wir wollen natürlich weit vorn landen. Unser Team will aber auch eine PR-Wirkung für den Wettbewerb und für innovative Fahrzeugkonzepte erzielen", meint Mäder. "Brennstoff-Zellen-Antriebe sind technisch noch nicht vollkommen ausgereift und bieten Entwicklern jede Menge Spielraum, den die Studenten und Hochschulabsolventen aus der Chemnitzer Region mit pfiffigen Lösungen ausreizen wollen. Bereits 40.000 Euro stecken in unserem Ökomobil, das ohne die Hilfe von mittlerweile 16 Sponsoren und Projektpartnern nie hätte gebaut werden können", ergänzt der Pressesprecher des Teams.

Der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes, wünscht den Studenten seiner Universität für ihren Start in Frankreich viel Glück: "Ich bin begeistert, was die jungen Leute, die aus fünf Fakultäten und aus unterschiedlichen Studienrichtungen stammen, bis heute erreicht haben. Sehr gern unterstützt die Universität deshalb auch weiterhin das Projekt - sei es bei der Bereitstellung von Werkstattkapazitäten, bei Messeauftritten wie jüngst auf der Hannover Messe, bei der Gewinnung von Sponsoren oder bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit."

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

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