Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über 1 Mio. Euro für Forschungsprojekt: Impfviren zur Therapie von Leberkrebs

18.04.2006


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit kurzem ein Verbundprojekt zur Virotherapie von Lebertumoren mit über einer Million Euro. Koordiniert wird es von Prof. Dr. Ulrich Lauer und PD Dr. Michael Bitzer, Oberärzte am Universitätsklinikum Tübingen. Weitere Partner sind das Paul-Ehrlich-Institut in Langen, das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried sowie das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München.



Viren und ihre Auswirkungen sind zurzeit in aller Munde. Doch vielen Viruskrankheiten kann man heute mit Impfungen erfolgreich zu Leibe rücken. Manche Impfungen helfen sogar, wie im Fall der Hepatitis-B-Impfung, einen Teil der durch Virus verursachten Leberkrebserkrankungen zu verhindern. Bestimmte Impfviren können noch mehr: Sie werden in der Forschung zur Behandlung von bereits bestehenden Tumorerkrankungen mit zunehmendem Erfolg eingesetzt.



Die Tübinger Forscher und ihre Kollegen setzen bei dem Projekt unter anderem auf ein Masern-Impfvirus, das in den letzten Jahrzehnten mehr als 30 Millionen Mal geimpft wurde und als ausgesprochen sicher gilt. Durch moderne gentechnologische Methoden wird dieses Impfvirus so verändert, dass es Tumorzellen aufspürt, in diese eindringt und sich dort so schnell vermehrt, dass infizierte Tumorzellen zerstört werden. Dabei werden millionenfach Nachkommen-Viren freigesetzt. Diese befallen benachbarte, bislang nicht infizierte Tumorzellen, in denen in Windeseile der gleiche Vorgang abläuft. Im optimalen Fall kommt dieser Zyklus erst dann zum Stillstand, wenn nahezu alle Krebszellen eines Tumors abgetötet sind.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat dieses Wirkprinzip nicht nur für Lebertumoren, sondern auch für viele andere Krebserkrankungen Gültigkeit. Entsprechend kann in Zukunft mit einem breiten Einsatz von Virotherapeutika in der Krebstherapie gerechnet werden. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre die Voraussetzungen für die Klinische Prüfung innovativer Virotherapeutika zu schaffen. Deutschland schließt damit an die Entwicklung in den USA an.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik
Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie
Professor Dr. Ulrich Lauer
E-Mail ulrich.lauer@uni-tuebingen.de
Privatdozent Dr. Michael Bitzer
E-Mail michael.bitzer@uni-tuebingen.de
Otfried-Müller-Str. 10, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 27 11 (Pforte)

Dr. Ellen Katz | idw

Weitere Berichte zu: Impfung Impfvirus Leberkrebs Tumorzelle Virotherapeutika

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie