Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Osteoporose-Forschungspreis an Marburger Ärztin und Hormonforscherin

22.03.2006


Gibt es einen Zusammenhang zwischen verkalkten Blutgefäßen und der Entwicklung einer Osteoporose? Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Carolin Brück, wissenschaftliche Assistentin aus dem Bereich Endokrinologie & Diabetologie des Zentrums für Innere Medizin der Philipps-Universität. Die 31-jährige Hormonforscherin erhielt vergangene Woche auf dem ESCEO-Osteoporosekongress in Wien den mit 50.000 US-Dollar dotierten Forschungspreis der Internationalen Osteoporose-Stiftung (IOF) für ihre experimentellen Arbeiten.



Damit kann sie sich künftig der Frage widmen, ob bei den beiden häufigen Krankheiten Osteoporose (Knochenschwäche) und Gefäßverkalkung eine Art Fehlverteilung von Kalzium und Mineralstoffen vorliegt. Dabei verlieren die Knochen zunehmend an Substanz und Struktur und werden morsch. Folge sind Knochenbrüche selbst bei Bagatellunfällen. Gleichzeitig bekommen viele Patienten mit Osteoporose mit zunehmender Krankheitsdauer Verkalkungen der Gefäßwände. Diese verkalkten Gefäße sind weniger elastisch und neigen häufig zu Rissen oder Bildung von Blutgerinnseln, was zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen kann. Im Rahmen ihres Forschungspreises wird Brück an der Universität Graz (Österreich) in der Abteilung für Endokrinologie bei den beiden Osteoporoseexperten Professor Harald Dobnig und Professor Barbara Obermayer-Pietsch diese Frage anhand eines 450 Patienten umfassenden Kollektivs mit einem epidemiologisch-humangenetischen Ansatz untersuchen. Die Arbeiten sollen dann an der Endokrinologie in Marburg bei Professor Peter H. Kann fortgesetzt werden.



Bei den untersuchten Patienten sind sowohl die Knochendichtewerte als auch das Ausmaß der Gefäßverkalkung über einen Zeitraum von mehreren Jahren bestimmt worden. Außerdem liegt eine umfangreiche Serum- und Genbank von diesen Patienten vor. Somit können verschiedene biochemische Serummarker und Genveränderungen (Polymorphismen) hinsichtlich ihrer Bedeutung für das gemeinsame Auftreten beider Erkrankungen präzise untersucht werden.

Osteoprotegerin - Schutz von Knochen und Gefäßen?

Das Hauptaugenmerk gilt dabei vor allem dem Zytokin Osteoprotegerin, da das Fehlen von Osteoprotegerin bei Mäusen zu einer schweren Osteoporose mit Knochenbrüchen im Jugendalter und einer massiven Gefäßverkalkung führt. In der Marburger Endokrinologie wird die Bedeutung von Osteoprotegerin bei verschiedenen Knochen- und Gefäßerkrankungen bereits seit 7 Jahren untersucht. In der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Lorenz C. Hofbauer wurde in Kooperationsprojekten die Bedeutung des Osteoprotegerin-Systems bei verschiedenen Knochenerkrankungen (wie rheumatologische Erkrankungen, Knochenmetastasen, Osteoporose) sowie Herz- und Kreislaufkrankheiten nachgewiesen. Einige dieser Arbeiten konnten belegen, dass Gefäßverkalkungen keine passiven Vorgänge (wie etwa das Verkalken der Geschirrspülmaschine) sind, sondern durch aktive zelluläre Differenzierungsprozesse zustande kommen, wodurch "Knochen-ähnliche" Transkriptionsfaktoren und Signalwege (cbfa-1, STAT6, Osteoprotegerin, u.a.) an falscher Stelle, nämlich in der Gefäßwand, aktiviert werden. Der Forschungspreis für Carolin Brück wird helfen, die zugrundeliegenden Mechanismen dieser komplexen Erkrankung weiter zu entschlüsseln.

Dr. Viola Düwert | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-marburg.de/d-einrichtungen/gastroendokrinol/forschung/2474/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie