Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beste Therapie gegen Nebennierenkrebs gesucht

14.02.2006


Das Nebennierenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der oft auch junge Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren trifft. Die Heilungschancen sind nicht gut, etwa die Hälfte der Betroffenen stirbt in den ersten drei Jahren nach der Diagnose. Wie diese Krebskrankheit am besten zu behandeln ist, soll eine internationale Studie klären. Koordiniert wird sie an der Uni Würzburg, das Bundesforschungsministerium steuert hierzu 1,7 Millionen Euro bei.



Was das Nebennierenkarzinom so gefährlich macht: Viele Patienten haben schon zu Beginn der Erkrankung Metastasen im Körper, meistens in Leber, Lunge und Knochen. Andererseits tritt diese Tumorform nur relativ selten auf, jedes Jahr werden pro Million Einwohner nur ein bis zwei Fälle registriert. Aus diesem Grund gibt es bislang keine allgemein anerkannte Therapie, gerade in Fällen, in denen die Krankheit schon weiter fortgeschritten ist.



Bei einer Internationalen Konferenz 2003 wurde darum eine erste weltweite Therapiestudie initiiert. Die Würzburger Mediziner Bruno Allolio und Martin Fassnacht von der Medizinischen Klinik I sind daran maßgeblich beteiligt. Bei der Studie werden die zwei erfolgversprechendsten Chemotherapien gegen das Nebennierenkarzinom miteinander verglichen. Federführend organisiert wird die Untersuchung an den Universitäten Würzburg und Uppsala.

Der von Würzburg aus koordinierte deutsche Teil der Untersuchung sowie die Statistik der gesamten Studie werden seit September 2005 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Von diesem Geld wird auch eine Nebennierenkarzinom-Tumorbank finanziert, die in Würzburg angesiedelt sein wird. Hierfür und für die Studienkoordination werden an der Uni unter anderem eine Arztstelle und eine Halbtagsstelle für eine Medizinisch-Technische Assistentin geschaffen.

Seit Juni 2004 wurden in Würzburg bereits dreizehn Patienten in die Studie einbezogen. Weil die Krankheit so selten ist, werde die Studie noch fünf bis sechs Jahre in Anspruch nehmen - trotz der Beteiligung der führenden Nebennierenkarzinom-Zentren in Europa, den USA und Australien. "Als großer Erfolg kann aber schon jetzt gelten, dass durch die Studie internationale Strukturen aufgebaut wurden, die in der Zukunft die Diagnostik, Therapie und Erforschung des Nebennierenkarzinoms positiv beeinflussen werden", so Allolio und Fassnacht.

Weitere Informationen und die genaue Vorgehensweise der Studie FIRM-ACT ("First International Randomized trial in locally advanced and Metastatic Adrenocortical Carcinoma Treatment") sind im Internet hier zu finden: http://www.firm-act.org/

Auskunft geben auch die Würzburger Studienorganisatoren Martin Fassnacht und Bruno Allolio, E-Mail: Fassnacht_M@medizin.uni-wuerzburg.de, Allolio_B@medizin.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de
http://www.firm-act.org

Weitere Berichte zu: Nebennierenkarzinom Nebennierenkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE