Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einzelhandelsentwicklung in Moskau

11.01.2006


Balg-Mälcher-Preis für stadtplanerische Diplomarbeit von Franziska Träger von der TU Berlin



Wie hat sich der Lebensmitteleinzelhandel in Moskau in den vergangenen 15 Jahren entwickelt? Mit dieser Frage hat sich Franziska Träger in ihrer Diplomarbeit auseinander gesetzt, die sie am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin geschrieben hat. "Einzelhandelsentwicklung in Moskau - von der Basar- und Kioskstadt zum großflächigen Einzelhandel" ist der Titel ihrer Arbeit, die von Prof. Dipl.-Ing. Elke Pahl-Weber betreut wurde und für die sie im Dezember 2005 mit dem Balg-Mälcher-Preis der Ilse-Balg-Stiftung Berlin ausgezeichnet wurde.



Franziska Träger beschäftigt sich mit den Entwicklungsperioden im Einzelhandel, untersucht die Betriebsformen, die räumlichen Entwicklungsschwerpunkte und die Bedeutung und Rolle der Stadtplanung. Als Schwerpunkt wählte sie den Lebensmitteleinzelhandel in Moskau und hat dabei die besondere Rolle der russischen Hauptstadt im Transformationsprozess in Russland herausgearbeitet. Mit der Entwicklung von desolaten Versorgungsstrukturen über Kioske und Straßenmärkte bis zum Aufbau von Ladengeschäften in den vergangenen zehn Jahren ist ein rasanter Umwandlungsprozess von Betriebsformen, Architektur, städtebaulichen Strukturen und Nutzerverhalten eingetreten. Mit der Entwicklung des Einzelhandels ist urbane Vielfalt in einem entscheidenden Bereich der sozialen und unternehmensorientierten Infrastruktur der Stadt beschrieben, die für deren Bewohnerinnen und Bewohner zentrale Bedeutung hat. Mit steigendem Wohlstand, erhöhter Mobilität wird das Einkaufen auch in Osteuropa zu einer Freizeitbeschäftigung, von der vor allem großflächige Einzelhandelsein-richtungen profitieren werden.

Franziska Träger wurde 1978 in Potsdam geboren und studierte bis 2005 Stadt- und Regio-nalplanung an der TU Berlin. Sie verbrachte zwei Semester an der City University of New Y-ork (CUNY). Darüber hinaus absolvierte sie Praktika bei der Regional Plan Association (RPA) in New York und in einem Architekturbüro in Moskau. Sie arbeitete in einem auf zwei Jahre konzipierten Forschungsprojekt der DFG (Deutschen Forschungsgemeinschaft) unter Anleitung von Prof. Dr. Harald Bodenschatz mit dem Thema "Städtebau im Schatten Stalins" und dessen Einfluss auf die internationale Stadtplanungsdebatte.

Der Balg-Mälcher-Preis der Ilse Balg Stiftung Berlin wurde unter dem Thema "Urbane Vielfalt als Gemeinschaftsaufgabe: Wechselbeziehungen zwischen Architektur und Infrastruktur der Stadt und den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Bewohner" ausgeschrieben. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wurde am 13. Dezember 2005 in Berlin verliehen.

Zweck der Ilse-Balg-Stiftung ist die Stadtforschung im Sinne von Martin Mälcher und Ilse Balg, insbesondere die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung im Bereich der sozialen Stadtentwicklung. Die 1907 geborene Ilse Balg setzte sich mit Stadtforschung und Stadtentwicklung auseinander. In den fünfziger Jahre entwickelte sie ein Sanierungsprogramm für den Wedding und beschäftigte sich mit der städtebaulichen Erneuerung Kreuzbergs. Von 1970 an war Ilse Balg Lehrbeauftragte für Stadtentwicklungsplanung an der TU Berlin und der Hochschule für bildende Künste Berlin. 1972 wurde sie Honorarprofessorin für Stadtforschung an der TU Berlin. Sie starb 1999 in Berlin. Martin Mälcher (1881 - 1958), war Architekt und arbeitete in verschiedenen Projekten mit Ilse Balg zusammen. Nicht das Entwerfen von Einzelbauten, sondern die Gestaltung der Weltstadt für eine globalisierte Gesellschaft war sein Ziel.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dipl.-Ing. Elke Pahl-Weber, Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin, Tel.: 030/314-28131, E-Mail: ezzat@gp.tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2006/pi9.htm

Weitere Berichte zu: Betriebsform Einzelhandelsentwicklung Stadtforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften