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Innovationspreis Rheinland-Pfalz geht erneut an das Fraunhofer IESE

12.12.2005


Einer der Sonderpreise für Forschung im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Innovationswettbewerbs geht nun bereits zum zweiten Mal an das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern. Die Auszeichnung wurde für die Entwicklung des softwaregestützten Verfahrens SAVE (Software Architecture Visualization and Evaluation) vergeben, das die Analyse von Softwarearchitekturen mit bisher unerreichter Geschwindigkeit und Präzision ermöglicht.

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Hans-Artur Bauckhage, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, überreichte die Auszeichnung in einer Feierstunde am 8. Dezember 2005 im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer Trier. Der geschäftsführende Leiter des Fraunhofer IESE, Prof. Dr. Dieter Rombach, sowie die verantwortlichen Entwickler des prämierten Verfahrens, Dr. Dirk Muthig sowie Jens Knodel, nahmen den Preis entgegen.

In seiner Ansprache erklärte Hans-Artur Bauckhage, dass der Innovationswettbewerb darauf abziele, das Wissen und die Kreativität der Bürger von Rheinland-Pfalz zu fördern, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu stärken. Dabei sei es von besonderer Bedeutung, Barrieren bei kleinen und mittleren Unternehmen abzubauen und ihnen den Zugang zu externem Sachverstand zu verschaffen.


Prof. Dr. Dieter Rombach zeigte sich hoch erfreut über den Preis, der nach dem Erfolg des UNIX-Sicherheitswerkszeugs „NiXE“ beim Innovationswettbewerb des Jahres 2001 nun zum zweiten Mal für ein Produkt des Fraunhofer IESE vergeben wird: „Die Analyse bestehender Softwaresysteme, zu denen keine detaillierte Architekturdokumentation vorliegt, ist eine ungeliebte und sehr aufwändige Sisyphusarbeit in der Softwareentwicklung. Wenn man bedenkt, dass z.B. in einer handelsüblichen Digitalkamera Software mit einem Umfang von 400 000 Codezeilen steckt, werden Umfang und Kosten einer detaillierten Analyse klar. Das automatisierte Verfahren SAVE“, so der Fraunhofer-Chef weiter, „extrahiert nicht nur die benötigten Daten zur späteren Analyse der Softwarearchitektur aus dem Programmcode, sondern bereitet sie auch mathematisch auf und visualisiert die Ergebnisse in anschaulicher Weise. So erhält der Softwareingenieur einen schnellen und umfassenden Überblick über den internen Aufbau eines undokumentierten Systems, was z.B. für Weiterentwicklungen oder die Beseitigung von Fehlern entscheidend sein kann.“

Dr. Dirk Muthig, unter dessen Leitung SAVE entwickelt wurde, belegt die Leistungsfähigkeit des Fraunhofer-Verfahrens mit eindrucksvollen Zahlen: „Sowohl der Leistungsumfang als auch die erzielte Arbeitsersparnis sind bei SAVE einzigartig. Der Aufwand bei Architekturbewertungen von Softwaresystemen reduziert sich durch SAVE im Mittel um 75-90 % im Vergleich zu bisherigen (manuellen) Verfahren. Da durch die automatisierte Verfahrensweise praktisch beliebig komplexe Rohdatensätze ausgewertet werden können, steigt zudem die Qualität der getroffenen Bewertung. Aufwandsbedingte Kompromisse, die man früher eingehen musste, sind nicht mehr nötig.“

Von Seiten des Fraunhofer IESE wurde hervorgehoben, dass SAVE das Ergebnis intensiver Kooperation mit dem Fraunhofer Center Maryland sei, bei der sich die Kompetenzen beider Insitute ideal ergänzten. Praktische Erfordernisse der Softwareentwicklung und Kostengesichtspunkte, aber auch neueste technische Entwicklungen seien in dieses mittlerweile bei namhaften Industriepartnern praxiserprobtes Produkt eingeflossen.

Der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz vergibt in Kooperation mit den Arbeitsgemeinschaften der Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern des Landes einen Innovationspreis an besonders innovative Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen oder Einzelpersonen aus Rheinland-Pfalz als Anerkennung ihrer Leistungen und ihres Einsatzes für Innovationen in der Wirtschaft des Landes. Der Innovationspreis soll insbesondere kleine und mittlere Unternehmen motivieren, innovative Produkte und Verfahren bzw. Dienstleistungen zu entwickeln und am Markt einzuführen.

Das Fraunhofer IESE bietet methodische Instrumentarien, um Software-Entwicklungsprozesse planbar zu gestalten und auf Software basierende Produkte durch konsequente Anwendung ingenieurwissenschaftlicher Prinzipien effizienter zur Marktreife führen zu können. Das Institut betreibt unter der Leitung von Prof. Rombach und Prof. Liggesmeyer angewandte Forschung in verschiedenen Bereichen des Software Engineering wie beispielsweise Produktlinienarchitekturen und messdatenbasierte Prozessverbesserung. Grundpfeiler des Instituts bildet der experimentelle Ansatz. Dieser belegt messbar den Mehrwert innovativer Techniken und Methoden des Fraunhofer IESE durch deren praktischen Einsatz in der Industrie. Dieser Mehrwert drückt sich häufig in Kostenersparnis, höherer Qualität oder schnellerer Markteinführung neuer Produkte aus.

Jörg Dörr | Fraunhofer IESE <iese@iese.fraun
Weitere Informationen:
http://www.iese.fraunhofer.de

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