Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GKSS-Wissenschaftler mit internationalem Innovationspreis ausgezeichnet

17.11.2005


Professor Dr. Andreas Lendlein erhielt am 15. November gemeinsam mit Professor Dr. Robert Langer vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in der Kategorie "Gesundheit und Medizin" den internationalen Innovationspreis des World Technology Network (WTN). Damit werden ihre Arbeiten zu im Körper abbaubaren Biomaterialen mit "Formgedächtnis" gewürdigt. Lendlein leitet das Institut für Polymerforschung am Standort Teltow bei Berlin der GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH in der Helmholtz-Gemeinschaft.

Wie funktioniert ein Formgedächtnis?


Das Wissenschaftlerteam um Lendlein und Langer beschäftigt sich seit mehren Jahren mit Kunststoffen (Polymeren), die ein Formengedächtnis besitzen. Diese besonderen Materialien können sich ihre ursprüngliche Gestalt "merken" und spielen in der Medizin eine wichtige Rolle. Ein Stück dieses besonderen Materials kann in eine veränderte Gestalt gebracht werden und durch einen Reiz seine ursprüngliche Form wiederherstellen.

2002 veröffentlichten Lendlein und Langer in der Fachzeitschrift "Science" die Entwicklung eines intelligenten medizinischen Nahtmaterials, das auf Temperaturunterschiede reagiert. Dieses Material ist zum Beispiel in der Lage, sich selber zum Knoten zu formen und eine definierte Kraft auf einen Wundrand auszuüben. Im April 2005 berichteten die Wissenschaftler des MIT und der GKSS, dass auch Licht das Formgedächtnis des Polymers beeinflussen kann. Durch die Einführung lichtempfindlicher Materialsysteme wurden die Anwendungsmöglichkeiten der Formgedächtniskunststoffe deutlich erweitert.


"Wir erwarten besonders im medizinischen Bereich durch unsere Entdeckungen zahlreiche neue Produkte. Intelligente Nahtmaterialen und Gefäßstützen, so genannte Stents, sind so unter anderem machbar, " erläutert Lendlein die Möglichkeiten seiner Innovation.

Weltweites Netzwerk zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Das WTN ist ein globales Netzwerk, dessen Mitglieder in Wissenschaft und Wirtschaft außergewöhnliche Technologien bis zur Marktreife bringen. Die im Netzwerk vereinten Disziplinen reichen von Biotechnologie über Energie bis zu Medien und Weltraumtechnik. Die für den Innovationspreis vorgeschlagenen besten fünf einer Disziplin wurden von den rund 800 Mitgliedern des Netzwerkes aus über 60 Ländern nominiert. In den 20 Kategorien wurden insgesamt 27 nominierte Kandidaten mit dem World Technology Network Award ausgezeichnet.

Wissenschaftlicher Werdegang von Professor Dr. Andreas Lendlein

Nach seiner Promotion als Chemiker 1996 an der ETH Zürich habilitierte Professor Lendlein 2002 an der RWTH Aachen. Von 1997 bis 1998 arbeitete er als Gastwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA. Neben der Leitung des Instituts für Polymerforschung der GKSS ist Lendlein seit 2002 Professor für Materialien in den Lebenswissenschaften an der Universität Potsdam.

Regenerative Medizin in Teltow

Die Forschungsarbeiten am Standort Teltow des Instituts für Polymerforschung der GKSS sind innerhalb des Programms "Regenerative Medizin" eingebunden in den Forschungsbereich "Gesundheit" der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die Wissenschaftler des Instituts für Polymerforschung in Teltow der GKSS entwickeln Kunststoffe für die Medizin. Dabei liegt ihre Kernkompetenz in der Entwicklung bioabbaubarer und biostabiler Materialien und deren Verarbeitung zu Fasern, Folien, Membranen und porösen Strukturen aus Lösung oder Schmelze. Diese Biomaterialien finden Anwendung in Implantaten, Wirkstoffdepots und medizinischen Geräten und werden vor dem Einsatz auf Zell- und Gewebeverträglichkeit getestet. Dabei stehen die minimalinvasive Chirurgie ("Knopflochchirurgie") und die Regenerative Medizin, die sich mit der Wiederherstellung von funktionsgestörten Zellen, Geweben und Organen befasst, im Vordergrund.

Die GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH mit den Standorten Geesthacht in Schleswig-Holstein und Teltow bei Berlin in Brandenburg ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.. 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie für Wissenschaft und Entwicklung in den Bereichen Küstenforschung, Werkstoffforschung, Regenerative Medizin sowie Strukturforschung mit Neutronen und Photonen.

Sabine Benner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.gkss.de

Weitere Berichte zu: GKSS Innovationspreis Polymerforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf die richtige Behandlung kommt es an

19.01.2017 | Seminare Workshops

Grundlagen der Akustik, Virtuelle Akustik, Lärmminderung, Fahrzeugakustik, Psychoakustik, Produkt Sound Design und Messtechnik

19.01.2017 | Seminare Workshops

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie