Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Johann-Philipp-Reis-Preis 2005 - Deutsche Wissenschaftler erzielen Durchbruch im mobilen Internetverkehr

15.11.2005


Was haben Grundstücke in Ballungsgebieten und Frequenzbänder gemeinsam? Beide sind exorbitant teuer! Während Bauherren immer höhere Gebäude errichten, suchen Nachrichtentechniker nach immer neuen Möglichkeiten, das zur Verfügung stehende Funkspektrum möglichst effizient zu nutzen. Zwei Wissenschaftler aus Erlangen, Privatdozent Dr. Robert Fischer (38) und Professor Dr. Ralf Müller (35), die beide am Lehrstuhl für Informationsübertragung bei Professor Dr. Johannes Huber promoviert haben, fanden einen neuen Weg zur verbesserten Datenübertragung.



Fischer setzte den Hebel bei der Vorcodierung an. „Dahinter verbirgt sich die Aufgabe, Signale so zu codieren, dass sie echofrei beim Empfänger ankommen“, erläutert der Wissenschaftler. Die Vorcodierung wird bei modernen Übertragungsverfahren wie DSL und Wireless LAN bereits eingesetzt, im Mobilfunk steckt sie aber vergleichsweise noch in den Kinderschuhen.

... mehr zu:
»Nachrichtentechnik


Bislang findet die Reduktion des Rauschechos beim Empfänger statt, was aber mit einigen Nachteilen verbunden ist. „Wenn die Aufgabe der Entzerrung stattdessen in den Sender verlagert wird, können Handys einfacher und billiger werden“, argumentiert Fischer. Mit Hilfe komplexer Rechenalgorithmen auf der Ebene des Senders lasse sich das Problem lösen. Als hilfreich erwies sich auch die so genannte Signalformung, mit der Fischer den Signalen darüber hinaus nahezu beliebige Eigenschaften aufprägen konnte. In Kombination mit den Methoden der Kanalcodierung können damit höchst effiziente und gleichzeitig flexible Übertragungsverfahren realisiert werden, welche extrem nahe an den informationstheoretischen Existenzschranken arbeiten. Bei Letzteren handelt es sich um theoretische Limits der Informationsübertragung, die sich auf etwa zwei Bit pro Sekunde und Hertz belaufen.

Fischers Kollege Müller, der zurzeit als Professor an der Universität Trondheim in Norwegen Nachrichtentechnik und Informationstheorie lehrt, sieht seine Herausforderung wiederum darin, den mobilen Internetverkehr so kostengünstig zu gestalten wie das normale Telefonieren. Auch zur Lösung dieser Aufgabe hat Müller wie sein Kollege komplexe Algorithmen entwickelt. „Da wir das zur Verfügung stehende Funkspektrum zumindest mittelfristig nicht vergrößern können, müssen wir Methoden finden, mehr Daten gleichzeitig im gleichen Spektrum zu übertragen“, argumentiert er. Auf diese Weise könnten die Kosten für den hochratigen Datendienst auf die Schultern mehrer Nutzer verteilt werden. Damit werde der Dienst für den einzelnen erschwinglich.

Für ihre Arbeiten, die von unabhängigen Experten als Meilenstein auf dem Weg zum mobilen Internet bezeichnete werden, erhielten die beiden Forscher jetzt den Philipp-Reis-Preis, der alle zwei Jahre vom VDE, der Deutschen Telekom sowie den Städten Friedrichsdorf und Gelnhausen gemeinsam verliehen wird.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Berichte zu: Nachrichtentechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten