Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heraeus-Innovationspreis 2005: Neue Innovationen bringen Vorteile für die Düngemittel-, Stahl- und Elektronikindustrie

10.11.2005



Umweltschonender Katalysator zeigt dem Treibhausgas Lachgas die „rote Karte“


Ein Katalysator, der bei der Düngemittelherstellung den Ausstoß eines stickstoffhaltigen Treibhausgases um über 90 % senkt; ein Sensorsystem, das kontinuierlich die Temperatur in flüssigem Stahl misst und so entscheidend zur Qualitätsverbesserung beiträgt; eine Lotpaste, mit denen Elektronikhersteller erstmals harz- und rückstandsfrei Leiterplatten bestücken können - dies sind die preiswürdigen Entwicklungen, die jetzt mit dem Heraeus-Innovationspreis 2005 ausgezeichnet wurden. Allen Innovationen gemein ist, dass sie sich beim Anwender ohne größere Umbaumaßnahmen und Investitionen in bestehende Anlagen einbauen lassen.

Der vom Heraeus-Konzern gestiftete, mit 2500 Euro dotierte erste Preis wurde im Rahmen einer Feierstunde in Hanau an Dr. Uwe Jantsch von der W. C. Heraeus GmbH verliehen. Der zweite Platz ging an Martin Kendall vom belgischen Sensorenspezialisten Heraeus Electro-Nite. Über den dritten Preis durfte sich Wolfgang Schmitt von der W. C. Heraeus GmbH freuen. Die Preisträger erhielten aus den Händen von Dr. Frank Heinricht, Mitglied der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, und Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Heraeus Holding GmbH und Schirmherr der Veranstaltung, jeweils eine Goldmedaille mit der Sonderprägung „Innovationspreis 2005“. Der Preis wird seit 2003 jedes Jahr ausgelobt. Teilnehmen können weltweit alle Forscher und Entwickler von Heraeus.


„Unsere Entwickler und Forscher sehen diesen Preis immer mehr als Motivation und Chance, ihre erstklassigen Innovationen gezielt umzusetzen und unseren Kunden auf diese Weise entscheidende Vorteile zu verschaffen“, lobte Dr. Heinricht die 26 eingereichten Arbeiten. Dr. Jürgen Heraeus zeigte sich stolz über die vorgestellten Innovationen. „Bei diesen tollen Produktinnovationen unserer Mitarbeiter aus den verschiedenen Konzernbereichen ist mir nicht bange um die Zukunft von Heraeus.“

Mit dem zum dritten Mal ausgelobten Innovationspreis will Heraeus die oftmals verborgenen Innovationen im Unternehmen sichtbar machen und gleichzeitig die Leistungen und Talente der Forscher und Entwickler anerkennend würdigen.

Drei preiswürdige Heraeus-Innovationen

1. Platz: „Mehrstufen-Katalysator zur selektiven N2O-Zerstörung“

Bei der Düngemittelherstellung in der chemischen Industrie (Prozess der „Ammoniakverbrennung“) werden große Mengen von Katalysatoren aus massiven Platinlegierungen in Form von gewirkten Netzen mit bis zu sechs Metern Durchmesser eingesetzt. Heraeus ist in der Fertigung dieser Edelmetall-Katalysatoren weltweit führend. Bei der Ammoniakverbrennung entsteht jedoch auch das ozonschädigende Lachgas (N2O) in einer Nebenreaktion, ein Treibhausgas, das 310 Mal schädlicher als Kohlendioxid wirkt. Die Arbeitsgruppe von Dr. Uwe Jantsch (W. C. Heraeus) hat einen neuartigen Mehrstufen-Katalysator entwickelt, mit dem bei der Ammoniakverbrennung bereits die Entstehung von Lachgas deutlich reduziert werden kann. Entscheidend an der Innovation ist aber ein nachgeschalteter Sekundär-Katalysator, der freigesetztes Lachgas gezielt zerstört. In Kombination mit den direkt darüber liegenden Platin-Netzen wird die Emission des Treibhausgases um über 90 % gesenkt. Bei rund 1,2 Mio. Tonnen Lachgas, die pro Jahr bei der Düngemittelherstellung bislang freigesetzt werden, schont die Heraeus-Innovation die Umwelt damit erheblich. Die Neuentwicklung ist sehr gut vom Markt angenommen worden, trägt sie doch dazu bei, die international geltenden Emissionsgrenzwerte („Kyoto-Protokoll“) von Lachgas einzuhalten.

2. Platz: „Through wall sensor - Kontinuierlich messender Sensor“

Der Stahlmarkt boomt, allein 2004 wurden weltweit über 1 Mrd. Tonnen Stahl produziert. Beim modernsten Herstellungsverfahren, dem Stranggießen, kommt es beim alles entscheidenden Abgießen des flüssigen Stahls auf die Einhaltung exakter Temperaturbereiche um 1550 °C an. Die Temperaturkontrolle erfolgt bislang meist über optische Analysen. Mit dem von Martin Kendall und einem internationalen Team von Heraeus Electro-Nite entwickelten Sensor-Messsystem (CasTempTM) können die Stahlerzeuger die Temperatur des flüssigen Stahls bei diesem Produktionsschritt nun immer direkt und kontinuierlich ermitteln. So können sie sofort reagieren, sollte die Temperatur unter einem kritischen Punkt, der Erkaltung des Stahls, sinken. Die Vorteile für die Stahlindustrie im Vergleich zu optischen Prüfme-thoden: höhere Prozesssicherheit, Steigerung der Stahlqualität, Einsparung an Energiekosten und Verringerung des Ausschusses an vorzeitig „erkaltetem“ Stahl. Mit dem neuen Sensorsystem ergänzt Heraeus Electro-Nite die Produktpalette an Sensoren zur Temperaturmessung von Stahl um eine weitere Innovation.

3. Platz: Lotpasten mit harz- und rückstandsfreien Flussmitteln

Ein grundlegendes, sehr altes „Lotpasten“-Problem bei der Bestückung von Leiterplatten wird mit der Entwicklung von Wolfgang Schmitt und dem Entwicklungsteam SMT-Materialien (W. C. Heraeus) gelöst. Das neue Lotpasten-Gel ist ein chemisches System, mit dem Elektronikhersteller, z. B. Leiterplattenbestücker, Bauteile mit Leiterbahnen aus Zinn nun gezielt ohne die bislang störenden Harz- und Flussmittelrückstände bestücken können. Gewöhnlich wird immer ein Lotpulver (z. B. zinnhaltig) mit einem Flussmittel (harzhaltiges Trägermaterial) zu einer Lotpaste vermischt. Nach erfolgter Bestückung bleibt in der Regel ein harziger Rückstand zurück, der erst aufwändig gereinigt werden muss. Heraeus hat mit der neuen Lotpaste die Flussmittelrückstände von 3,5 auf 0,2 Gewichtsprozente reduzieren können. So entfallen nicht nur Reinigungskosten, das Gel führt insgesamt zu einer Qualitätsverbesserung der Leiterbahnen und Kontakte auf Elektronikbauteilen.

Der weltweit tätige Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus ist Markt- und Technologieführer in den Bereichen Edelmetalle, Dentalwerkstoffe, Sensoren, Quarzglas und Speziallichtquellen. 2004 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 8,3 Mrd. € mit weltweit mehr als 9.800 Mitarbeitern in über 100 Tochter- und Beteiligungsunternehmen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Heraeus Holding GmbH
Konzernkommunikation
Dr. Jörg Wetterau
Tel.: 0 61 81/35-57 06
Fax: 0 61 81/35-42 42
E-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie