Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heigl-Preis 2005 für Göttinger Psychotherapieforscher

31.10.2005


Forschungsarbeit über Wirksamkeit von psychodynamischen Kurztherapien ausgezeichnet.



Prof. Dr. Falk Leichsenring, Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen, hat den Heigl-Preis 2005 der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhalten. Der mit 10.000 Euro dotierte Heigl-Preis der gleichnamigen Stiftung würdigt besonders erfolgreich abgeschlossene und publizierte wissenschaftliche Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Psychotherapieforschung. Die Preisverleihung fand am 29. Oktober 2005 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (DGPM) in Bad Honnef / Bonn statt.



Der Göttinger Psychotherapieforscher erhielt die Auszeichnung für eine Arbeit, die er gemeinsam mit PD Dr. Eric Leibing und Diplom-Psychologe Sven Rabung, beide ebenfalls Mitarbeiter der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie, verfasst hat. Die drei Wissenschaftler leiten die Arbeitsgruppe Psychotherapie-Forschung der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen und des Niedersächsischen Landenskrankenhauses Tiefenbrunn. Unter dem Titel "The efficacy of short-term psychodynamic psychotherapy in specific psychiatric disorders" hatten die Göttinger Forscher im Dezember 2004 die Ergebnisse einer neuen so genannten Meta-Analyse veröffentlicht, mit der sie die Wirksamkeit psychodynamischer Kurztherapien (short-term psychodynamic psychotherapy, STPP) bei spezifischen psychischen Störungen untersucht hatten.

Die Göttinger Forscher um Prof. Dr. Falk Leichsenring konnten wissenschaftlich belegen, dass die psychoanalytisch orientierte Therapie bei der Behandlung einer Vielzahl psychischer Krankheiten wirkt. Darüber hinaus haben sie nachgewiesen, dass die psychoanalytisch orientierte Therapie ebenso wirksam ist wie Verhaltenstherapie. Als Methode für ihre Untersuchungen nutzen sie eine aufwändige Meta-Analyse. In ihrer neuen Meta-Analyse werteten die Forscher methodisch hochwertige Studien über die Wirksamkeit psychoanalytisch orientierter Therapien zusammenfassend aus. Die Ergebnisse wurden in der Dezember-Ausgabe der international renommierten Zeitschrift "Archives of General Psychiatry" veröffentlicht (www.archpsyc.ama-assn.org).

Nach den Ergebnissen der Göttinger Forscher hilft die psychoanalytisch orientierte Therapie unter anderem bei Patienten mit Angststörungen, depressiven Störungen, post-traumatischen Belastungsstörungen, Essstörungen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen sowie bei somatoformen Störungen. Die Therapie verringert die Symptome dieser Krankheiten sowie mögliche Begleitsymptome stark. Dies gilt auch für die mit den psychischen Erkrankungen verbundenen sozialen Beeinträchtigungen im Berufs- und Privatleben. Die Therapieerfolge nehmen sogar nach Ende der Therapie weiter zu. Darüber hinaus konnten keine Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen psychoanalytisch orientierter Kurztherapie und anderen psychotherapeutischen Verfahren wie etwa der Verhaltenstherapie gefunden werden.

Der Heigl-Preis und seine Stifter - Bezüge zur Göttinger Psychosomatik

Der Heigl-Preis ist nach seinen Stiftern, den verstorbenen Düsseldorfer Psychosomatikern Prof. Dr. Franz Seraphin und Prof. Dr. Annelise Heigl, benannt. Der Preis wurde 2004 zum ersten Mal vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Mit dem Preis werden jährlich empirische oder konzeptionelle Arbeiten aus dem Bereich der (psychodynamisch orientierten) Psychotherapieforschung ausgezeichnet.

Die Stifter des Preises haben beide unter anderem in Göttingen gearbeitet: Prof. Dr. Franz Seraphin Heigl war von 1971 bis 1985 Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses Tiefenbrunn. Seine Ehefrau Prof. Dr. Annelise Heigl-Evers hat ebenfalls klinisch und wissenschaftlich am Landeskrankenhaus Tiefenbrunn gearbeitet. Von 1974 bis zur Rufannahme nach Düsseldorf 1977 leitete sie die Forschungsstelle für Gruppenprozesse der Georg-August-Universität Göttingen.

Weitere Informationen:
Abt. Psychosomatik und Psychotherapie
Prof. Dr. Falk Leichsenring
Von-Siebold-Straße 5
37075 Göttingen
Tel.: (0551) 39-8186 oder (0551) 500 52 78
Email: fleichs@gwdg.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie