Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Mittel für Forschungstransfer: Neue Projekte sollen Existenzgründungen anstoßen und Kooperationen fördern

07.10.2005


Mit über 770.000 € werden vier neue Projekte an der Universität Oldenburg aus den Töpfen der Europäischen Strukturförderung gefördert. Die von dem EU-Büro der Universität unterstützten Vorhaben zielen direkt oder indirekt auf Existenzgründungen in der Region bzw. eine anwendungsorientierte Forschungskooperation. "Über gemeinsame Projekte", so Gerlinde Walter, Vizepräsidentin für Verwaltung, "wollen wir die regionale Wirtschaft fördern und mehr Arbeitsplätze schaffen." Die Universität Oldenburg konnte in den vergangenen fünf Jahren für 14 EU-Projekte Drittmittel in Höhe von 3,3 Millionen € einwerben.



Nützliche Algen



Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Kieselalgen setzen sich z.B. an Schiffswänden oder Offshore-Plattformen fest und verursachen Schäden im Milliardenbereich. Dagegen werden zurzeit noch Farben eingesetzt, die ab 2008 global verboten werden. Die Alternative: umweltfreundliche Schiffsanstriche, für die Algen aus der Nordsee als Lieferanten dienen. Algen produzieren nämlich gegen Fressfeinde, Bewuchs und Nahrungskonkurrenten unterschiedliche Stoffe, die zur Herstellung von Bioziden genutzt werden könnten. Das Projekt, das u.a. von Jun.-Prof. Dr. Tilmann Harder, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), betreut wird, soll zur Gründung eines Unternehmens führen, das sich aus dem Verkauf von Lizenzen und Gewinnbeteiligungen finanziert.

Neue Solarzellen

Eine drastische Kostenreduzierung bei der Produktion von Solarzellen - dies ist der Hintergrund für ein Projekt aus dem Bereich Energie- und Halbleiterforschung (Physik, Prof. Dr. Jürgen Parisi). Konkret geht es um die wissenschaftliche Begleitung der industriellen Serienfertigung einer leistungsfähigen Dünnschicht-Solarzelle auf Basis der Chalkopyrit-Halbleiterverbindung Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIS). Gegenüber herkömmlichen Solarzellen auf Siliziumbasis können die Materialkosten der CIS-Dünnschichtsolarmodule in der industriellen Massenfertigung voraussichtlich um mehr als 50 Prozent reduziert werden. Die angestrebte Kooperation mit dem Oldenburger Ingenieurbüro für Energieplanung, Projekt und Beteiligungsmanagement GmbH (IFE) soll die eher schwach ausgeprägte niedersächsische Wirtschaftsstruktur in der Photovoltaik-Technologie stärken und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Geografie-Suchmaschine

Das von Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath betreute Projekt einer ortbasierten Suche im Internet zielt auf die Entwicklung einer an geografischen Kriterien orientierten Suchmaschine. Sie ist in doppelter Weise für den Markt interessant: Sie kann sowohl für einen eigenen Suchmaschinen-Auftritt im Internet verwendet werden als auch Grundlage für Dienstleistungen sein, die das Unternehmen für Anbieter ortsbasierter Dienste erbringen kann. Das zu gründende Unternehmen wird beide Strategien verfolgen.

Spin-off-Netzwerk

Der Aufbau eines technologieorientierten Spin-off-Netzwerkes mit GründerInnen aus der Universität Oldenburg und der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven (OOW) ist Ziel eines Projekts, das von der Technologie Transferstelle und dem Präsidenten der Universität, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, getragen wird. Damit soll die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der von HochschulabsolventInnen gegründeten bzw. übernommenen Unternehmen in Nordwestniedersachsen gestärkt werden. Gerade Neugründungen basieren auf innovativen Forschungs- und Entwicklungsergebnissen an den Hochschulen. Ein Spin-off-Netzwerk kann hier verstärkt Kontakte vermitteln, so dass die jungen Unternehmen z.B. technische oder betriebswirtschaftliche Fragen durch Universitätsangehörige erarbeiten lassen könnten. Außerdem soll das Netzwerk kompetente Hilfe in der kritischen Nachgründungsphase anbieten.

Kontakt: Renate Eriksen, EU-Hochschulbüro, Tel.: 0441/798-2816, E-Mail: renate.eriksen@uni-oldenburg.de,
Jun.-Prof. Tilmann Harder, Tel.: 798-3613, E-Mail: t.harder@icbm.de,
Prof. Dr. Jürgen Parisi, Tel.: 0441/798-3541, E-Mail: parisi@ehf.uni-oldenburg.de,
Prof. Dr. Hans-Jürgen Appelrath, Tel.: 0441/9722-201, E-Mail: appelrath@informatik.uni-oldenburg.de,
Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Tel.: 0441/798-5452, E-Mail: uwe.schneidewind@uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-oldenburg.de/

Weitere Berichte zu: EU-Mittel Existenzgründung Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Wirtschaftspreis für Forschung in Gesundheitsökonomik
21.08.2017 | Joachim Herz Stiftung

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik