Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leidenschaft für Innovationen muss belohnt sein

22.09.2005


Internationaler Hochschulpreis Scientific Award BMW Group 2005 in Leipzig an Nachwuchswissenschaftler verliehen

Die diesjährigen Preisträger des international ausgeschriebenen Hochschulpreises Scientific Award BMW Group stellen am 20. September 2005 im BMW Werk Leipzig ihre wegweisenden und spannenden Projekte vor. Von 230 Bewerbungen, aus 26 Ländern eingereicht und 24 Fachgebiete umfassend, wurden die besten sechs Arbeiten ausgewählt und mit einem Gesamtpreisgeld von 70 000 Euro belohnt.

Eine revolutionäre Handprothese, die dank einer ausgeklügelten Minihydraulik mit allen fünf Fingern greifen kann, grün fluoreszierende Proteine als Miniaturkraftmesser im Inneren von Zellen, Teilchenbeschleuniger im Miniformat, atomare "Gehirne" als Superrechner, der clevere Sicherungsmechanismus für Kunstgemälde und Magnetschwebetechnik à la Transrapid für schnellere und hoch präzise Werkzeugmaschinen von morgen - damit hat sich eine interdisziplinäre Jury in den letzten Monaten intensiv beschäftigt.

Die BMW Group unterstreicht mit dem Scientific Award die enorme Bedeutung von Innovationen für Gesellschaften und honoriert ausdrücklich die Leidenschaft junger Menschen, die sich mit Neuem beschäftigen. "Eine Volkswirtschaft muss - ähnlich wie ein Unternehmen - auf allen Ebenen und in allen Bereichen innovativ sein: wirtschaftlich und technologisch genauso wie sozial und gesellschaftlich. Nur dann kann sie vorwärts kommen, sich entwickeln und im internationalen Umfeld erfolgreich sein. Deshalb muss Leidenschaft für Innovationen belohnt sein, denn sie bringt Gesellschaften über technologische Errungenschaften voran", betont Prof. Dr. Dr. E.h. Burkhard Göschel, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, Entwicklung und Einkauf, und Schirmherr des Scientific Award BMW Group 2005.

Der Scientific Award BMW Group wird weltweit alle zwei Jahre für hervorragende Abschlussarbeiten von Nachwuchswissenschaftlern aller Disziplinen vergeben. Die Auszeichnung zählt zu den international höchst dotierten Forschungspreisen.

Im neuen, architektonisch als Produktionsstätte weltweit einzigartig konzipierten BMW Werk Leipzig fand abends die feierliche Preisverleihung statt, moderiert von Wolf von Lojewski, mit weit über 300 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. BMW AG Vorstand Prof. Dr. Dr. E.h. Burkhard Göschel überreichte zusammen mit dem Juryvorsitzenden Prof. Dr. techn. Dr. e.h. Franz Pischinger die Auszeichnungen an die sechs Preisträger.

Kategorie Dissertationen.

1. Preis: Dr. Stefan Schulz, Universität Karlsruhe.

Eine revolutionäre Handprothese kann dank einer ausgeklügelten Minihydraulik mit allen fünf Fingern greifen. Kernstück der Entwicklung von Dr. Stefan Schulz am Forschungszentrum Karlsruhe ist die Verwendung verformbarer Kunststoffkissen, die durch gezieltes Ein- und Auspumpen einer Flüssigkeit die Fingergelenke bewegen. Zugleich sorgen sie als Polster dafür, dass sich die Kunsthand weich wie eine menschliche Hand anfühlt.

2. Preis: Dr. Robert Raußendorf, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Unter Visionären gelten Quantencomputer als die Superrechner der Zukunft. Ob sie in absehbarer Zeit tatsächlich gebaut werden können, ist fraglich. Doch dank eines neuen Konzeptes, das Dr. Robert Raußendorf entwickelte, gibt es nun eine konkrete praktikable Lösung. Sein Einweg-Quantenrechner ist einfach genug, um eines Tages als größere Maschine realisiert werden zu können. Zudem lässt sich sein atomares "Gehirn" per Software einfach programmieren.

3. Preis: Dr. Martin Ruskowski, Universität Hannover.

Magnetschwebetechnik macht nicht nur den Transrapid schnell, sondern neuerdings auch deutsche Werkzeugmaschinen. Dr. Martin Ruskowski entwickelte ein magnetisches Führungssystem, mit dem eine Metallfräse flotter und exakter arbeiten kann. Über eine Regelelektronik können die Magnete zudem alle störenden Schwingungen der Maschine aktiv dämpfen. Höhere Geschwindigkeit und Qualität führen letztendlich auch zu geringeren Produktionskosten.

Kategorie Diplom-, Magister-, Bachelor- und Masterarbeiten.

1. Preis: Hendrik Dietz, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Ein grün fluoreszierendes Protein (GFP), das von Forschern bereits als leuchtender Marker von Zellstrukturen eingesetzt wird, eignet sich auch als Minikraftsensor für mechanische Belastungen. Ab einer bestimmen Zugbelastung zerbricht die Proteinstruktur und das Leuchten erlischt. Der Physiker Hendrik Dietz hat die mechanischen Eigenschaften des GFP-Moleküls exakt vermessen. Auf dieser Basis können Biologen ganz neue Einblicke in die Vorgänge im Zellinneren gewinnen.

2. Preis: Amit Mizrahi, Technion - Israel Institute of Technology, Haifa, Israel.

Teilchenbeschleuniger könnten auch mit Lichtenergie statt elektromagnetischer Mikrowellen funktionieren. Das hat der israelische Ingenieur Amit Mizrahi in der Theorie schon gezeigt. Im Vakuum hohler Glasfasern, die das Licht verlustfrei leiten, können Elektronen von Laserwellen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit getragen werden. Der Platzbedarf eines optischen Teilchenbeschleunigers wäre im Vergleich zur herkömmlichen Variante um ein Vielfaches kleiner.

3. Preis: Thomas Howard, University of Bath, England.

Ein spezieller Schnellverschluss schützt an Wänden aufgehängte Kunstwerke vor Diebstahl, ohne den Betrachter von der Kunst abzulenken. Galerien bietet das von Thomas Howard entwickelte System doppelte Sicherheit. Denn trotz der festen Verbindung können die Bilder im Notfall blitzschnell wieder gelöst werden. Ein Plastikchip als mechanisch codierter Schlüssel öffnet in Sekundenbruchteilen die flache Wandverriegelung.

Michaela Müller | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bmwgroup.com

Weitere Berichte zu: Teilchenbeschleuniger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Sensortechnik für E-Auto-Batterien

08.12.2016 | Energie und Elektrotechnik

Entlastung im Güterfernverkehr

08.12.2016 | Verkehr Logistik

Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

08.12.2016 | Physik Astronomie