Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nichtrostender Stahl muss nicht teuer sein: RUB-Promovend erhält ThyssenKrupp Werkstoff-Innovationspreis

12.09.2005


Computerprogramm verbessert und neuen Werkstoff entwickelt



Mit dem Lean-Duplexstahl hat Dr.-Ing. Murat Mola einen innovativen korrosionsbeständigen (nichtrostenden) Werkstoff entwickelt, der durch seinen sehr niedrigen Nickelgehalt kostengünstiger als herkömmliche Duplex-Stähle ist. Statt sechs enthält er jetzt nur noch ein Prozent Nickel. Sein optimiertes computerunterstütztes Berechnungsverfahren ermöglicht erstmals eine effiziente Vorgehensweise bei der Legierungsentwicklung. Statt Monate bis Jahre dauert es nun nur noch wenige Wochen. Dr. Mola erhielt den Werkstoff-Innovationspreis für seine Dissertation "Numerische Legierungsentwicklung eines nickelreduzierten Duplex-Stahls" im Rahmen der Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum und ThyssenKrupp.



Definition Duplex-Stahl

Duplex-Stahl (Duplex = "doppelt") besteht aus zwei verschiedenen Gefüge-Arten: Im Duplex-Stahl werden zwei einphasige Stähle vereint, um ihre jeweils positiven Materialeigenschaften auszunutzen. Gemeint sind mechanisch-technologische Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Zähigkeit und Härte, aber auch korrosionschemische Eigenschaften, also Rostbeständigkeit.

Fehler bei Berechungsprogrammen behoben

Dr. Mola hat sich in seiner Doktorarbeit auf die korrosionsbeständigen ferritisch-austenitischen Stähle konzentriert, wobei "ferritisch" und "austenitisch" Bezeichnungen für die zwei metallkundlich unterschiedlichen Phasen sind. Für den austenitischen Gefügezustand ist allerdings Nickel notwendig, ein sehr teurer Legierungszuschlag. Außerdem sind Duplex-Stähle kompliziert herzustellen und die Gefüge-Berechungsprogramme waren bisher nicht treffsicher. Dr.-Ing. Murat Mola hat diese mit einem umfangreichen experimentell-numerischen Computerprogramm untersucht. Daraufhin konnte er zusammen mit den Programmentwicklern der königlich technischen Hochschule Stockholm konkrete Optimierungsmaßnahmen durchführen. Dadurch können nun erstmalig für diese Werkstoffgruppe brauchbare numerische Vorhersagen getroffen werden. Der am Computer digital entworfene Werkstoff, der nur noch ein Sechstel des bisherigen Nickel-Gehaltes enthält (die Kosten für eine Tonne Nickel liegen bei ca. 16000 US Dollar), aber dennoch exzellente Werksoffeigenschaften aufweist, wurde anschließend unter Produktionsbedingungen industriell hergestellt und erfolgreich hinsichtlich Marktreife getestet.

Wissenschaftlich anspruchsvoll und industriell relevant

"Insgesamt kann die Arbeit als ein exzellentes Beispiel einer Ingenieur-Dissertation angesehen werden. Sie ist wissenschaftlich anspruchsvoll und industriell relevant", so die Begründung des Auswahlkommission zur Vergabe des Werkstoff-Innovationspreises. Prof. Dr. Michael Pohl vom Institut für Werkstoffe der Ruhr-Universität Bochum unterstützte Dr. Mola bei seiner Dissertation, die er bei ThyssenKrupp Nirosta praktisch umsetzen konnte. Seit Januar 2002 besteht der Kooperationsvertrag zwischen der Ruhr-Universität Bochum und ThyssenKrupp, um Theorie und Praxis stärker zu verknüpfen. Dazu gehört unter anderem die Verleihung des Werkstoff-Innovationspreises für innovative Leistungen.

Weitere Informationen

Dr.-Ing. Murat Mola, ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Hildener Straße 80, 40597 Düsseldorf, Tel.: 0211/7107 474, Mobil: 0172/2027871; E-Mail: Murat.Mola@thyssenkrupp.com

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.thyssenkrupp.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über 1,6 Millionen Euro für Forschung im Bereich Innovative Materialien und Werkstofftechnologie
17.05.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht MHH-Forscher beleben Narbengewebe in der Leber wieder
16.05.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie