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Auch in der Lehre wird Ruperto Carola dem Anspruch einer Eliteuniversität gerecht

30.08.2005


Heidelberger Expertise bei der Förderung von Schlüsselkompetenzen kommt nun auch Studierenden anderer Hochschulen zugute - Wissenschaftsministerium fördert Modellprojekte zur Verbesserung der Lehre an Hochschulen mit 565.000 Euro



Seit über 10 Jahren trägt die Abteilung Schüsselkompetenzen des Zentrums für Studienberatung und Weiterbildung durch ein Tutorienprogramm an der Universität Heidelberg zur Verbesserung der Lehre bei. Jährlich nehmen 5500 Studierende die Möglichkeit wahr, studienbegleitend Schlüsselkompetenzen wie Rhetorik und Präsentation, Zeitmanagement, wissenschaftliches Schreiben und lebenslanges Lernen zu trainieren und auszubauen. Diese Schlüsselkompetenzen ermöglichen nicht nur ein erfolgreiches, zügiges Studium, sondern werden auch in jeder Stellenanzeige gefordert.



Entwickelt wurde das Konzept für dieses Tutorienprogramm von der Abteilung Schlüsselkompetenzen. Einzigartig am Heidelberger Ansatz ist die Integration der kompetenzfördernden Kurse in die Curricula der Fächer. Nahezu alle Fachbereiche der Universität wählen geeignete höhersemestrige Studierende und Graduierte als Tutoren aus, die in mehrtägigen didaktischen und inhaltlichen Schulungen durch die Abteilung Schlüsselkompetenzen ausgebildet werden: als Multiplikatoren führen sie dann an ihren Fächern die Trainings zum Zeitmanagement oder zu Präsentationstechniken für ihre Kommilitonen durch.

1999 unterzeichneten 29 europäische Bildungsminister die Bologna-Erklärung. Im nachfolgenden Diskurs wurde das Thema Vermittlung von Schlüsselkompetenzen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit explizit in die Richtlinien für die neuen gestuften Studiengängen (Bachelor / Master) aufgenommen. Akademische Lehre bezieht sich seither nicht mehr ausschließlich auf die Vermittlung von Fachkompetenzen, sondern soll auch die für die Beschäftigungsfähigkeit notwendigen Schlüsselkompetenzen fördern. Heidelberg hatte diesen Paradigmenwechsel durch das Tutorienprogramm der Abteilung bereits vorweggenommen.

Um die Universitäten in ihrem Bemühen um diese Studienreform zu unterstützen, hat das baden-württembergische Wissenschaftsministerium nun eine Programmlinie "Schlüsselqualifikationen" aufgelegt und stellt den beteiligten Landesuniversitäten für die Projektlaufzeit von 1,5 Jahren insgesamt 630 000 Euro zur Verfügung (die Hochschulen beteiligen sich jeweils mit 10% Eigenanteil). Über die Vergabe der Mittel hat ein Gutachtergremium mit Vertretern aus Hochschulen und Wirtschaft entschieden. Ziel war es Projekte zu fördern, die in Kooperation von mindestens drei Hochschulen erarbeitet und erprobt werden. Das gemeinsame Projekt der Universitäten Konstanz und Heidelberg, der Fachhochschule Konstanz sowie der Pädagogischen Hochschule Thurgau zur systematischen und nachhaltigen Förderung von Schlüsselkompetenzen in den drei Studienzyklen Bachelor, Master und Doktorat wurde von diesem Gremium ausgezeichnet und wird durch 217.000 Euro gefördert.

Heidelberg bringt in dieses Projekt seine Expertise im Bereich der Multiplikatorenschulung ein. Ab Dezember werden Studierende der beteiligten Hochschulen von Mitarbeitern der Abteilung Schlüsselkompetenzen durch ein Basismodul "Vermittlung von Schüsselkompetenzen für ein nachhaltiges Studium" ausgebildet. Das hier Gelernte werden die Teilnehmer dann als Tutoren an ihren Heimatuniversitäten an Studierende im ersten Studienjahr weitergeben.

Außerdem geplant ist die Konzeption eines "Aufbau-Moduls berufsbezogener Schlüsselkompetenzen" für das zweite und dritte Studienjahr des Bachelors: hier sollen Studierende wählen können zwischen Modulen zur Vermittlungskompetenz (Didaktik der Erwachsenenbildung), zur reflektierten Praxiserfahrung (Aktive Erkundung der Berufswelt), zur Beratungskompetenz (Gesprächsführung, Moderation) sowie zur Projektarbeitskompetenz (Zusammenarbeit in Projektstrukturen). Dadurch wird der Forderung nach einem stärkeren Anwendungsbezug und einer engeren Verzahnung mit der Berufspraxis Rechnung getragen.

Weiterhin sollen die Dozenten der beteiligten Hochschulen auf ihre neue Aufgabe in der Lehre durch von der Abteilung Schlüsselkompetenzen eigens konzipierte und durchgeführte hochschuldidaktische Weiterbildungen im Bereich der Projektarbeitsmethode vorbereitet werden. Auch im Bereich der Lehre kann die Ruperto Carola damit dem Anspruch einer Eliteuniversität gerecht werden.

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

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