Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Physiker Niels Fertig erhält den Nanowissenschaftspreis 2005

10.08.2005


HanseNanoTec - das Hamburger Kompetenzzentrum für Nanotechnologie - verleiht Herrn Dr. Niels Fertig, Geschäftsführer der Münchner Nanion Technologies GmbH, den Nanowissenschaftspreis 2005. Damit würdigt die Preis-Jury die herausragenden praxis­orientierten Arbeiten auf dem Gebiet der Entwicklung von nanostrukturierten Bio-Sensoren für die automatisierte und parallele Analyse von Ionenkanalfunktionen.



Die Entwicklung von neuen Medikamenten ist eine sehr langwierige und teure Angelegenheit, denn bevor ein neues Arzneimittel auf den Markt kommt, sind bis zu zwölf Jahre vergangen und die Kosten für Forschung und Entwicklung belaufen sich im Schnitt auf rund 800 Millionen Dollar.



Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist die Entwicklung eines neuen Wirkstoffes heute kein reiner Zufall mehr. Jeder neue Wirkstoff benötigt einen Angriffspunkt, ein so genanntes "Target". Das ist ein Molekül im Körper, an dem ein Arzneimittel ansetzen und den Krankheitsverlauf beeinflussen kann. Zu den wichtigsten Targets gehören u. a. Enzyme, Rezeptoren, Ionenkanäle und Transporter. Ist ein passendes Target gefunden worden, beginnt das Screening, bei dem das Target mit bis zu zwei Millionen Substanzen getestet wird, die als neuer Wirkstoff in Frage kommen. Dieses Verfahren nennt sich Hochdurchsatz-Screening und wird von speziellen Roboter-Systemen erledigt, die bis zu 200.000 Substanzen pro Tag testen können, wenn sie über die passenden Bio-Sensoren verfügen.

Herrn Dr. Fertig ist es mit dem "Nano-Patch-Clamp-Array" gelungen, eine neue Technologie zu entwickeln, bei der mit Hilfe eines nanostrukturierten Chips gleichzeitig der Stromfluss durch Ionenkanäle in den Zellmembranen mehrerer Zellen gemessen werden kann. Durch die Kombination von Nanotechnologie und Biotechnologie konnte ein Biochip entwickelt werden, der Hochdurchsatz-Untersuchung von Wirkstoffeffekten auf die Ionenkanäle in den Zellmembranen ermöglicht. Mit Hilfe des Chips können daher die Wirkungen neuer Arzneimittel auf menschliche Zellen präziser und effizienter getestet werden. Das ist ein großer Schritt für die Behandlung von Krankheiten wie Herzrhythmusstörungen, Migräne und Epilepsie.

Herr Dr. Fertig studierte Physik in Göttingen, San Diego und München, wo er das Studium 2002 mit einer Promotion abschloss, die mit "summa cum laude" beurteilt wurde und gründete im gleichen Jahr mit zwei Partnern das Startup Unternehmen Nanion Technologies GmbH. Das NanoBioTechnologie-Unternehmen ist eine Ausgründung aus dem Center for NanoScience der Ludwig-Maximilians-Universität München und hat das Ziel, dass von Herrn Dr. Fertig entwickelte Messverfahren weiterzuentwickeln, zu automatisieren und zu kommerzialisieren.

Der Nanowissenschaftspreis wurde 2000 das erste Mal vom Kompetenzzentrum Nanoanalytik verliehen. Seit 2003 wird der mit 5.000 Euro dotierte Preis vom Kompetenzzentrum HanseNanoTec ausgeschrieben und würdigt hervorragende Arbeiten von jüngeren Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Nanowissenschaften und Nanotechnologie, die in Deutschland entstanden sind. Das HanseNanoTec wird durch das BMBF, die Beiersdorf AG, die Stadt Hamburg und die Universität Hamburg gefördert.

Die Verleihung des Nanowissenschaftspreises 2005 findet am 20. Oktober 2005 im Rahmen des 11. SPM-Anwendungs-Workshop und Veeco-Usermeeting in Hamburg statt.

Heiko Fuchs | idw
Weitere Informationen:
http://www.hansenanotec.de
http://www.nanion.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie