Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Förderung für theoretische Physiker

08.08.2005


Die Abteilung Computerorientierte Quantenfeldtheorie am Institut für Theoretische Physik der Universität Leipzig wird ab 1. September 2005 ihre Arbeit am EU-Netzwerk “Zufalls-Geometrien und Zufalls-Matrizen: Von der Quantengravitation zur Ökonophysik“ (ENRAGE) aufnehmen. Das Netzwerk, das praktisch eine internationale Variante eines Sonderforschungsbereichs darstellt, ist Teil des Forschungs- und Trainingsnetzwerkes der Marie Curie Actions.

ENRAGE will nichtstörungstheoretische analytische und numerische Tools für die Theorie der Zufallsgeometrien weiterentwickeln und diese auf das fundamentale Problem der Quantengravitation anwenden. „Raum und Zeit stellen wir uns gewöhnlich als starre Gebilde vor“, erklärt der Leiter der Leipziger Abteilung Computerorientierte Quantenfeldtheorie, Prof. Dr. Wolfhard Janke. „Für den Alltag ist das auch völlig ausreichend.“ Bei extrem hohen Energien komme diese Alltagsvorstellung allerdings an ihre Grenzen. „Es schwabbert alles vor sich hin.“, versucht Janke das Phänomen zu beschreiben.

Die Wissenschaftler sind nun dabei, alternative Vorstellungen zu entwickeln, die unser Verständnis von der physikalischen Welt voranbringen und als sogenannte „nichtstörungstheoretische oder non-perturbative“ Methoden auch für extreme Bedingungen gelten. Prof. Jankes Arbeitsgruppe z.B. versucht, das starre Bild von Raum und Zeit in grafische Gebilde oder Graphen, bei Janke handelt es sich um Dreiecke, zu zerlegen, die miteinander verbunden und in Bewegung sind, und so in ständig neuer Anordnung in Erscheinung treten. Dieses Phänomen seien vergleichbar mit dem wohl bekanntesten Netzwerk der Neuzeit, dem Internet, dessen Nutzer unablässig Struktur und Syntax des Internets verändern.

Andere Physiker des Netzwerkes gehen andere Wege, allen gemeinsam ist, dass ihre Theorien in der Quantenfeldtheorie und in der Theorie der kritischen Phänomene verwurzelt sind und sich nicht an althergebrachten geometrischen Regeln orientieren. Hinzu kommt, dass man Nachwuchswissenschaftler für den Gebrauch dieser Instrumentarien fit machen will, so dass sie nicht nur in der Physik, sondern auch in den Biowissenschaften, der Informationstechnologie, der Informatik, in den Finanzwissenschaften und der Betriebswirtschaft eingesetzt werden können. Daraus ergeben sich für die jungen Wissenschaftler ganz neue vielseitige Perspektiven im europäischen Rahmen.

An ENRAGE sind außer Leipzig beteiligt die Universitäten oder Forschungseinrichtungen in Utrecht (wo u.a. Nobelpreisträger Prof. Dr. G. `t Hooft mitwirkt und von wo aus auch das Netzwerk koordiniert wird), Barcelona, Bielefeld, Edinburgh, Reykjavík, London, Krakow, Kopenhagen, Athen, Oxford und 2x Paris.

ENRAGE wird insgesamt mit 3 Millionen Euro gefördert; ca. 250 000 Euro können in Leipzig für eine Postdoc-Stelle, für wissenschaftliche Reisen und Konferenzen verwendet werden. 2009 sollen die Ergebnisse des Netzwerkes auf einer von der Leipziger Arbeitsgruppe in Leipzig oder Dresden organisierten Konferenz vorgestellt werden.

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: ENRAGE EU-Förderung Physik Quantenfeldtheorie Quantengravitation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie