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Wilhelm-Klemm-Preis an Heinrich Vahrenkamp

05.08.2005


Jahrestagung der Chemiker in Düsseldorf

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Der Chemiker Professor Dr. Heinrich Vahrenkamp, seit 1973 Inhaber des Lehrstuhls für Anorganische Chemie II der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, erhält am 13. September anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Düsseldorf den Wilhelm-Klemm-Preis der GDCh. Mit dem seit 1985 mittlerweile zum zwölften Mal vergebenen Preis - eine Goldmedaille und ein Geldbetrag von 7.500 Euro - werden Chemiker/innen gewürdigt, die sich durch ihre herausragenden Arbeiten besondere Verdienste um die Anorganische Chemie erworben haben.

Heinrich Vahrenkamp, 1940 in Bonn geboren, studierte und habilitierte sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Postdoc-Aufenthalt bei Prof. L. F. Dahl an der University of Wisconsin in Madison rundete die Ausbildung ab. Seine Arbeiten zur Organometallchemie fanden schnell internationale Beachtung. Heute liegt sein Forschungsschwerpunkt auf der bioanorganischen Chemie des Zinks. Als Metallion spielt Zink eine wichtige Rolle in der Chemie der Lebensprozesse. Es sind die zinkhaltigen Enzyme, die hohe katalytische Aktivität entfalten. Ein Beispiel ist die Carboanhydrase, die es ermöglicht, das durch den Stoffwechsel entstehende Kohlendioxid an Wasser zu binden und aus dem Körper zu eliminieren . Dank seiner hervorragenden Kenntnisse der Komplex- und Koordinationschemie des Zinks gelang es Vahrenkamp, hochaktive Modellkomplexe nicht nur für die Carboanhydrase, sondern auch für andere Enzyme, wie die verschiedenen Zink-Hydrolasen, Proteasen, Phosphatasen oder Alkohol-Dehydrogenasen zu synthetisieren. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen auch die Mechanismen der enzymatischen Reaktionen.


In der Vergangenheit waren es vor allem Untersuchungen an mehrkernigen Komplexen, im Speziellen Elektronentransfer-Systeme, für die sich Vahrenkamp interessierte. Mit Hilfe von mehrkernigen gemischten Heterometallverbindungen, die er synthetisierte und eingehend charakterisierte, gelang es ihm u.a., neue grundlegende Reaktionsprinzipien aufzuklären, die besonders für die Katalyse von Bedeutung sind.

Vahrenkamp hat über 400 Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht und zahllose wissenschaftliche Vorträge gehalten. Er ist prominentes Mitglied in der Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie. Diese Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker präsentiert anlässlich der Jahrestagung 2005 in Düsseldorf in zwölf Vorträgen Neues aus der Anorganischen Chemie. Hierzu gehören mehrkernige Übergangsmetallkomplexe mit ungewöhnlichen magnetischen Eigenschaften, intensiv farbige Alkali- und Erdalkali-Methanide, die Untersuchung von Wismut-Molybdän-Komplexen, um die katalytische Aktivität von Wismut-Molybdän-Oxiden zu verstehen, Rhodium-Komplexe als Synthesebausteine, phosphinige Säuren, supramolekulare Chemie mit Lanthaniden, Siliciumanaloga der Vinylanionen, Reaktionen mit Silanen, kupferhaltige Oxidationskatalysatoren, Nickel-Komplexe für die organische Synthese, Metallkomplexe für Polymersisationsreaktionen oder Komplexe mit stickstoff- und phosphorhaltigen Liganden. Zusammen mit der GDCh-Fachgruppe Festkörperchemie und Materialforschung behandelt die Wöhler-Vereinigung auf der GDCh-Jahrestagung in einem weiteren Symposium das Thema "Weiche Materialien".

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit rund 27.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche auch international angesehene Preise, darunter den Wilhelm-Klemm-Preis. Er erinnert an den Münsteraner Chemieprofessor Wilhelm-Klemm (1896 - 1985), der als einer der herausragendsten Anorganiker des vergangenen Jahrhunderts gilt. Die Anorganische Chemie wird in der GDCh durch die Wöhler-Vereinigung vertreten. Sie ist eine von 25 Fachgruppen und Sektionen in der GDCh.

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

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