Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Forschungen im Bereich der RNA-Interferenz in Pflanzen

21.07.2005


Fördermittel für das Programm der Universität Freiburg



Die Landesstiftung Baden-Württemberg stellt der Universität Freiburg aus ihren Stiftungsmitteln 350.000 Euro für ein neues Forschungsprogramm zur RNA-Interferenz und regulatorischer RNA in Pflanzen bereit. Das Förderprogramm der Landesstiftung, zum Thema RNS/RNAi ausgeschrieben, beträgt insgesamt 2,5 Millionen Euro.



Die hauptsächliche Funktion der Ribonucleinsäure, der RNA, ist, die in der DNA gespeicherte genetische Information umzusetzen. Die RNA-Interferenz in Pflanzen ist ein natürlicher Vorgang, mit dem sie sich zum Beispiel gegen die Infektion durch Viren wehren. Dieser, erst vor sehr kurzer Zeit entdeckte Prozess, existiert auch bei Menschen und Tieren. Dabei verändern kurze RNA-Moleküle die Aktivität vieler verschiedener Gene, häufig indem sie die Boten-RNA dieser Gene nicht einfach blockieren, sondern sogar für deren Abbau durch Enzyme sorgen. Inzwischen ist es möglich, die RNA-Interferenz als Methode zu benutzen, um mittels synthetischer doppelsträngiger RNA-Moleküle, die der Sequenz eines bestimmten Gens entsprechen, gezielt die Zerstörung der Boten-RNA dieses Gens auszulösen. Damit ist die RNA-Interferenz ein wichtiges Werkzeug in der biologischen Forschung geworden und hat die Genfunktionsanalyse geradezu revolutioniert. Denn man kann nun mit relativ geringem Aufwand ganz gezielt und sehr wirksam die Aktivität von einzelnen Genen abschalten und dann die Effekte studieren. Auf diese Weise lernt man viel über die natürliche Funktion eines abgeschalteten Gens.

Professor Dr. Wolfgang Hess, am Biologischen Institut II der Albert-Ludwigs-Universität, Arbeitsgruppe Experimentelle Bioinformatik, koordiniert ein Konsortium aus vier Arbeitsgruppen welches das Forschungsprogramm durchführt. Bei den anderen beteiligten Forschergruppen der Universität Freiburg handelt es sich um den Lehrstuhl für Pflanzenbiotechnologie von Professor Dr. Ralf Reski und um das Freiburger Zentrum für Datenanalyse und Modellbildung von Privatdozent Dr. Jens Timmer. Die Abteilung Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie unter der Leitung von Professor Detlef Weigel in Tübingen ist der vierte Partner

Mit dem Programm werden zum ersten Mal in Deutschland Forschungen zu neuen RNA-basierenden Mechanismen der Regulation von Wachstum und Entwicklung in Pflanzen gefördert. Die Entscheidung zu Gunsten der Freiburger Forscher belegt die Qualität der an der Universität laufenden Forschungsprogramme auf dem Gebiet photoautotropher Organismen. Dies sind vor allem Landpflanzen sowie Grünalgen und Cyanobakterien. An der Fakultät für Biologie liegt ein Schwerpunkt auf dem Gebiet der Molekularen Pflanzenwissenschaften. Die jetzt geförderten Arbeitsgruppen sind mit ihrer Spezialisierung auf Angewandte Bioinformatik und Pflanzenbiotechnologie erst in den letzten Jahren eingerichtet worden. Mit der Einbeziehung des Freiburger Zentrums für Datenanalyse und Modellbildung wird darüber hinaus zum ersten Mal eine rein theoretisch orientierte Arbeitsgruppe auf dem Gebiet der Systembiologie mit experimentell arbeitenden Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Dies ist ein notwendiger Schritt, um auch mit Hilfe mathematischer Modelle der Fülle neuer Ergebnisse in der modernen Biologie gerecht zu werden.

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Berichte zu: Bioinformatik Biologie Gen RNA-Interferenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics