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Auszeichnung für zukunftsweisende Forschung

13.07.2005


Stiftung vergibt Otto-Lehmann-Preis bereits zum siebten Mal

Die Universität Karlsruhe und die Otto-Lehmann-Stiftung vergeben zum siebten Mal den Otto-Lehmann-Preis für herausragende Arbeiten junger Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Flüssigkristalle und ihrer technischen Anwendungen.

Die Verleihung des Otto-Lehmann-Preises 2005 findet statt am 15. Juli um 11.30 Uhr im Hörsaal Messtechnik (MTI, Gebäude 30.33, Fritz-Haber-Weg 1).

Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Dieses Jahr wäre Otto-Lehmann, der die Flüssigkristalle als erster erforschte, 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat die Stiftung das diesjährige Preisgeld auf 10.000 Euro verdoppelt. Die Jury hat sich für die Wissenschaftlerin Dr. Katarzyna A. Brzd¹kiewicz und die zwei Wissenschaftler Dr. Marco Peccianti und Dr. Stephan A. Benning entschieden.

Otto Lehmann war von 1889 bis 1922 Ordinarius für Physik an der Fridericiana. Pionierarbeit leistete er bei der Erforschung von Flüssigkristallen, die ihn international bekannt machten. Darüber hinaus hatte Lehmann mit der Entwicklung des Kristallisationsmikroskops maßgeblich Anteil am Fortschritt der wissenschaftlichen Mikroskopie. Flüssigkristallanzeigen sind heute in zahlreichen Anwendungen zu finden. Erst diese flache Bildschirmtechnik ermöglichte beispielsweise den Laptop. Auch bei Monitoren, in Automobil-Navigationssystemen und Haushaltsgeräten kommen immer häufiger Flüssigkristallbildschirme zum Einsatz. Ziel der Stiftung ist es, Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet zu fördern.

Zu den Preisträgern:

Dr. Marco Peccianti erhält die Auszeichnung für seine an der Universität Rom durchgeführte Dissertation über „Nonlinear Optical Propagation in Nematic Liquid Crystals“. Er behandelt das nichtlineare elektrooptische Verhalten von nematischen Flüssigkristallen, indem er es auf der theoretischen Ebene eines Solitonen-Konzepts diskutiert. Durch Einstrahlen mit einem Ar-Ionenlaser verschiedener Leistung wird die Entstehung und Wechselwirkung von Solitonen in einem nematischen Flüssigkristall durch Auslesen mit einem He-Ne-Laser mikroskopisch beobachtet.

Dr. Katarzyna A. Brzd¹kiewicz hat an der Technischen Universität Warschau am gleichen Problem wie Peccianti gearbeitet. In ihrer Dissertation „Optical Spatial Solitons in Nematic Liquid Crystals with Reorientational Nonlinearity“ hat sie in einem ähnlichen Ansatz wie Peccianti nicht-lineare optische Effekte in nematischen Flüssigkristallen untersucht und auf der Basis des Solitonen-Konzepts diskutiert. Sie stellt fest, dass die Nichtlinearität der molekularen Reorientierung in nematischen Flüssigkristallen Ursache der extremen Änderung der Brechungsindizes darstellt, welche letzten Endes die Bildung räumlicher Solitonen bewirkt.

Beide Arbeiten sind wegweisend für die Realisierung optischer Signalübertragungsverfahren. Sie ergänzen sich hervorragend und liefern ein besseres Verständnis der nichtlinearen optischen Eigenschaften nematischer Flüssigkristalle sowie neue Denkanstösse zur Realisierung von Signalprozessoren auf rein optischer Basis in neuartigen Materialien.

Dr. Stephan A. Benning hat in seiner an der Universität Paderborn durchgeführten Dissertation „Lumineszenz mesogener Halbleiter“ elektrisch leitende, lumineszierende Flüssigkristallmaterialien in Flüssigkristallzellen orientiert und sie elektrisch zum polarisierten Leuchten angeregt. Als wichtiges Ergebnis weist Dr. Benning nach, dass die Effizienz der Umwandlung von elektrischer Energie in Lichtenergie proportional der Fluoreszenzquantenausbeute ist. Seine Untersuchungen mit Perylenderivaten ergaben eine Leuchtdichte von 400 cd/m2, die für die Ausleuchtung von PC-Bildschirmen ausreicht.

Angelika Schukraft | Universität Karlsruhe (TH)
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de

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