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Staatliche Technologieförderung für den Mittelstand muss steigen

06.07.2005


Mit 218 Mio. öffentlichen Mitteln unterstützte die Arbeitsgemeinschaft indus-trieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) im vergangenen Jahr Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Der Jahresbericht der AiF, den ihr Präsident Johann Wilhelm Arntz in Berlin vorstellt, spiegelt die dynamische Entwicklung der Forschungsförderung zu Gunsten mittelständischer Unternehmen und damit den Beitrag der AiF zum Jahr der Innovation. Arntz mahnt nachdrücklich eine kontinuierliche Steigerung der Finanzmittel für die Industrielle Gemeinschaftsforschung bis zum Ende der Dekade an.


Von den 218 Mio. entfielen im Jahr 2004 116 Mio. auf die von der AiF in Projekt-trägerschaft betreuten Programme des Bundeswirtschaftsministeriums zur Förderung firmenspezifischer Forschung und Entwicklung (FuE) in kleinen und mittleren Unter-nehmen (KMU). Das Programm PRO INNO II soll KMU zu Forschungskooperationen untereinander und mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland anregen. Dazu er-hielt die AiF allein in den ersten fünf Monaten seit dem Start des Programms im Au-gust 2004 rund 500 Projektskizzen und nahezu 1.100 Förderanträge. Diese Dynamik übertrifft deutlich die der Vorläufermaßnahme PRO INNO. Im Förderwettbewerb Netz-werkmanagement-Ost (NEMO) wurden persönliche Präsentationen der Antragsteller und Gespräche mit Vertretern der Netzwerke als zusätzliches Entscheidungskriterium für die Förderung in beiden Projektphasen eingeführt. Bei der Suche nach ausländi-schen Kooperationspartnern unterstützt die AiF die Unternehmen mit dem "Netzwerk Internationale Technologiekooperation" (intec.net). Für die 15 Kontaktstellen in Län-dern Mittel- und Osteuropas, in China und in Indien zeichnet die AiF seit Januar 2004 allein verantwortlich. Innerhalb des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäi-schen Union koordiniert die AiF ein ERA-NET (European Research Area-Network) im Bereich industrielle Gemeinschaftsforschung. An diesem ERA-NET mit dem Namen CORNET (Collective Research Network) sind Ministerien und Projektträger aus 17 Ländern und Regionen Europas beteiligt.

Mit 12 Mio. öffentlicher Mittel unterstützte die AiF im Jahr 2004 die angewandte FuE an Fachhochschulen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat den Projektträgervertrag mit der AiF für die Fördermaßnahme Angewandte Forschung an Fachhochschulen im Verbund mit der Wirtschaft (FH3) bis 2007 verlängert. Die Förderung soll Fachhochschulen in die Lage versetzen, sich mit interdisziplinären und hochschulübergreifenden Projekten stärker an Forschungsverbünden mit Unterneh-men zu beteiligen. Der Antragsrekord des Jahres 1997 wurde mit 623 Anträgen nahe-zu erreicht. Wegen der deutlichen Unterfinanzierung des Programms konnten jedoch nur 76 Projekte gefördert werden. Beim Programm "Transferorientierte Forschung an Fachhochschulen" (TRAFO), das die AiF im Auftrag des Wissenschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen betreut, hat sich die Zahl der Anträge gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.


90,5 Mio. öffentliche Mittel flossen im Jahr 2004 für die vorwettbewerbliche Industrielle Gemeinschaftsforschung. Damit fördert die AiF in Partnerschaft mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen und Technologiefelder. Wie im Vorjahr 2003 klaffte eine erhebliche Lücke zum Fördermittelansatz im Bundeshaushalt, der 97 Mio. betrug. Die Projektförderung musste wiederum überproportional zur Finanzierung von Sonderlasten herhalten. Laut AiF-Präsident Johann Wilhelm Arntz konnten dadurch viele hochaktuelle Projekte nicht starten. Im Jahr 2005 steht demgegenüber der komplette Haushaltsansatz für die Industrielle Gemein-schaftsforschung von 100 Mio. zur Verfügung. Das ist laut Arntz ein wichtiger Impuls und ein Hoffnungszeichen für eine weitere Verstärkung während der nächsten Jahre: Umschichtungen in den öffentlichen Haushalten zu Gunsten von Forschung und Ent-wicklung sind zur Zukunftsgestaltung unerlässlich. Die Politik ist gefordert, da durch staatliche Forschungsinvestitionen erhebliche private ausgelöst werden. Gerade im Mittelstand schafft dies Arbeitsplätze.

Seit über 50 Jahren fördert die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereini-gungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) Forschung und Entwicklung zu Gunsten mittel-ständischer Unternehmen. Das industriegetragene Innovationsnetzwerk der AiF besteht aus über 100 industriellen Forschungsvereinigungen mit etwa 50.000 überwiegend mittelständischen Unternehmen und rund 700 eingebundenen Forschungsstellen.

Silvia Behr | AiF - Pressestelle
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

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