Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

350.000 Euro für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

14.06.2005


Forschungsinstitut der Universität Passau arbeitet an der Sensordatenfusion im Automobilbereich

... mehr zu:
»FORWISS »Sensor

FORWISS Passau, das Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik, hat im Rahmen des laufenden EU-Projekts PReVENT für das Teilprojekt Profusion2 eine Bewilligung erhalten. Verbunden damit ist eine Forschungsförderung in Höhe von 350.000 Euro. "PReVENT" ist ein EU-Forschungsprojekt und soll die präventive Sicherheit im Automobilbereich verbessern. FORWISS kümmert sich bei Profusion2 um die Sensordatenfusion im Automobil, d. h. um die Zusammenführung der verschiedenen im Auto erfassten Daten mittels derer dann halbautomatische bzw. automatische Sicherheitsmaßnahmen ausgelöst werden können.

Bereits heute werden im Automobilbereich eine Vielzahl an Sensoren eingesetzt, die die Verkehrssicherheit erhöhen sollen. Infrarotkameras können mögliche Hindernisse anhand von Wärmebildern erkennen, Radar eignet sich besonders zur Erfassung von metallischen Hindernissen - egal ob es sich um andere Fahrzeuge oder um Schranken bzw. Absperrungsvorrichtungen handelt und ist dabei weitgehend resistent gegen schlechte Witterungsbedingungen. Auch die Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer lässt sich mit Radargeräten ermitteln. Eine Kamera kann sehr detailliert die Umgebung wahrnehmen - allerdings nicht bei jedem Wetter; Laserscanner liefern eine hervorragende Winkelauflösung, geben ebenfalls Aufschluss über Entfernungen und ermöglichen auch Personen im Straßenverkehr zu detektieren, die von Radarsensoren nicht erkannt werden können. Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Informationen, die bereits heute vorliegen und weiter verarbeitet werden können, beispielsweise die Geschwindigkeit, das Spurverhalten, das Lenkungsverhalten oder mittels GPS die genaue Position des Fahrzeugs.


"Unser gemeinsames Projektziel sind neue Sicherheitssysteme, die Leben retten können - indem sie Unfälle vermeiden und in unausweichlichen Crashsituationen schneller und besser reagieren als der Mensch", erklärt Erich Fuchs, der stellvertretende Institutsleiter.

Um komplexe Fahrassistenzsysteme entwickeln zu können, ist die sinnvolle Zusammenführung und Auswertung der jeweils vorhandenen Daten nötig, die Aussagekraft von Daten einzelner Sensoren reicht zum automatischen Auslösen weitreichender Sicherheitsmaßnahmen, beispielsweise einer Notbremsung, nicht aus: So liefert die Kamera beispielsweise die Information "Baum". In welcher Entfernung sich dieser Baum befindet, ob es sich tatsächlich um einen Baum handelt oder um das Bild eines Baumes auf einem Großflächenwerbeplakat am Straßenrand oder gar um einen abgebildeten Baum auf einem Werbeaufdruck auf einem fahrenden Bus kann die Kamera nicht erkennen, hierfür müssen weitere Daten anderer Sensoren hinzugezogen werden. Zur Auswertung der einzelnen Daten im Gesamtzusammenhang sind komplexe informationstechnische Systeme nötig, die FORWISS entwickeln soll. Erst diese zusammengeführten Daten bieten die Voraussetzungen, um Sicherheitssysteme entwickeln zu können, die die Fahrsicherheit weiter erhöhen. Die Automobilindustrie hat natürlich größtes Interesse an den Ergebnissen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nahezu alle großen europäischen Automobilhersteller Profusion2 unterstützen - so beispielsweise BMW, FIAT, Volvo, Daimler-Chrysler oder PSA Peugeot-Citroen.

Mit dem Forschungsprojekt PReVENT will die Europäische Union die Zahl der Verkehrstoten in Europa bis zum Jahr 2010 halbieren. Insgesamt fördert die EU daher das Projekt mit 30 Millionen Euro. Fast die gesamte europäische Automobil- und Zuliefererindustrie unterstützt das Projekt und steuert weitere 30 Millionen Euro bei. Die Arbeit erfolgt in elf Teilprojekten, wobei FORWISS an zwei davon beteiligt ist.

Das Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik (FORWISS) besteht bereits seit 17 Jahren. Damals war es der erste vom Freistaat geförderte Forschungsverbund, an dem mehrere Universitäten beteiligt waren. Inzwischen ist die Anschubfinanzierung längst ausgelaufen, doch das FORWISS-Team an der Universität Passau arbeitet als einzige der ursprünglich sechs Forschungsgruppen erfolgreich und mit zwanzig Mitarbeitern in voller Stärke weiter - seit 2001 als weitgehend selbstfinanzierte Forschungseinrichtung.

Rund hundert Forschungs- und Industrieprojekte hat das Passauer Team schon realisiert. Aktuell laufen zwanzig. "Das meiste Geld nehmen wir durch Drittmittelprojekte ein", erklärt Dr. Erich Fuchs, der stellvertretende Institutsleiter: "Das können direkte Kooperationen mit der Industrie sein, aber auch Forschungsprojekte mit Industriebeteiligung, die vom Freistaat, dem Bund oder der EU bezuschusst werden."

Anders als die meisten Institute seiner Art, kann FORWISS mit drei Kompetenzbereichen aufwarten: Der kleinste Anteil der Arbeit am Institut widmet sich Informationssystemen mit Datenbankanwendungen. Hier wird gerade in Zusammenarbeit mit dem Archiv des Bistums Passau eine historische Bevölkerungsdatenbank für medizinisch-genetische Anwendungen weiterentwickelt. Immerhin ein Drittel der Kapazitäten nimmt die Softwareentwicklung für CAD-Anwendungen in Anspruch, mit denen sich dreidimensionale Objekte aus Sand, Wachs, Kunststoff, Metall oder Harz durch schichtweises Aufbauen herstellen lassen. Der Schwerpunkt des Institutes liegt in der Bild- und Signalverarbeitung und damit verbundenen industriellen Anwendungen.

Thoralf Dietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.forwiss.uni-passau.de/

Weitere Berichte zu: FORWISS Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

24.04.2018 | HANNOVER MESSE

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics