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Saarbrücker Computergraphiker erhält US-Forschungspreis Nvidia Fellowship Award

06.04.2005


25.000 Dollar für Sven Woop - Erster Graphikchip für neue dreidimensionale Visualisierungstechnik entwickelt



Sven Woop, Doktorand der Computergraphik an der Universität des Saarlandes, hat den mit 25.000 Dollar dotierten Nvidia Fellowship Award erhalten. Der gebürtige Saarländer wurde als einziger Nichtamerikaner mit dem Forschungspreis des amerikanischen Unternehmens Nvidia ausgezeichnet, einem der größten Hersteller von Graphikkarten. Beeindruckt hatte Woop die Jury mit der Entwicklung des ersten Graphikchips für das so genannte Echtzeit-Ray-Tracing, einer neuen dreidimensionalen Visualisierungstechnik. Der Chip könnte dazu führen, dass in Zukunft Computerspiele viel realistischer aussehen, da erstmals Schatten, Reflexionen und Lichtbrechungen naturgetreu dargestellt werden können. Die neue Technik wurde vor kurzem auf der CeBIT 2005 in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt und stieß dort auf großes Interesse der Computerindustrie.

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Den Nvidia- Forschungspreis wird Sven Woop im August auf der Siggraph-Konferenz in Los Angeles überreicht bekommen. Auf dieser weltweit größten Konferenz für Computergraphik wurde die Forschungsarbeit von Sven Woop auch als Beitrag angenommen, was eine hohe Auszeichnung für den jungen Wissenschaftler darstellt. Der Nvidia-Preis wurde in den vergangenen Jahren erst an zwei Deutsche vergeben, darunter ein weiterer Saarbrücker Informatiker. Am 15. April wird Sven Woop außerdem die Günter-Hotz-Medaille im Rahmen der Absolventenfeier der Saarbrücker Informatik verliehen, mit der jedes Jahr die besten Absolventen gewürdigt werden.

Das Forschungsthema Echtzeit-Ray-Tracing wurde von Philipp Slusallek, Professor für Computergraphik an der Universität Saarbrücken, und seinem Team in den vergangenen Jahren bis zur Marktreife gebracht. Die Automobilindustrie nutzt das Verfahren bereits, um Planungsfehler frühzeitig sichtbar zu machen und zu beseitigen, bevor ein Fahrzeug überhaupt gebaut wird. Bald könnte das neue Verfahren auch für die Spieleindustrie interessant werden, für die die bisher benötigte hohe Rechenleistung von Ray-Tracing ein Hindernis war. Der von Sven Woop entwickelte Echtzeit-Ray-Tracing-Chip erzeugt interaktiv und photorealistisch dreidimensionale Graphik. Schon dieser erste, vollständig funktionsfähige, aber noch langsame Prototyp des Chips liefert eine größere 3D-Graphikleistung als mehrere PCs zusammen. Damit können auch große Modelle mit vielen Millionen Bildpunkten in Echtzeit dargestellt werden, versehen mit physikalisch korrekten Schatten und Reflexionen.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.saarcor.de
http://www.uni-sb.de

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