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Weitere 4,8 Millionen Euro für erfolgreiche Leberforschung

10.02.2005


Das Kompetenznetz Hepatitis (Hep-Net) wurde von internationalen Experten begutachtet und als sehr erfolgreich bewertet - Förderung für weitere zwei Jahre



In Deutschland sind circa eine Million Menschen mit den Hepatitisviren B oder C chronisch infiziert - im Jahr 2002 rief deshalb das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Großforschungsprojekt "Kompetenznetz Hepatitis (Hep-Net)" ins Leben - mit einer jährlichen Fördersumme von rund 2,5 Millionen Euro. Koordinator ist Professor Dr. Michael P. Manns, Direktor der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Nach einer internationalen Begutachtung wird das Netzwerk nun noch einmal für zwei Jahre mit insgesamt 4,8 Millionen Euro gefördert. Das Ziel: die Diagnose und Therapie der Hepatitis zu verbessern und die Forschung zu vernetzen.



Seit seiner Gründung haben sich im Hep-Net 25 Universitätskliniken, die Deutsche Leberhilfe e.V. sowie insgesamt rund 1.000 Ärztinnen und Ärzte, Apotheker und Selbsthilfegruppen an dieser Aufgabe beteiligt. Von insgesamt rund 50 bundesweiten Projekten widmen sich 28 der Grundlagenforschung: Hier sammelten Wissenschaftler neue Erkenntnisse zur Therapieresistenz, zur Leberfibrose und zu neuen Impfstoffen. Durch die Struktur des Netzwerkes war es möglich, wichtige klinische Studien im Hep-Net "Study House" mit neuen Therapiestrategien zur Behandlung der Hepatitis B und C durchzuführen; bislang wurden so mehr als 2.000 Patientinnen und Patienten behandelt. "Viele Fragen über den natürlichen Verlauf der Erkrankung und die besten Therapie-möglichkeiten sind aber weiterhin ungeklärt", sagt Professor Manns. Diese Situation zu verbessern sowie Ärzte und Patienten schneller über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren, war und bleibe das Ziel von Hep-Net. Weil Ärzte aus Praxen und nicht-universitären Kliniken in zahlreichen Forschungsprojekten mit in das Netzwerk integriert sind, befassen sich die Forscher auch mit drängenden Fragen aus dem klinischen Alltag.

Damit Hep-Net nach der BMBF-Förderphase sowohl eine optimale Kommunikation zwischen Patienten, behandelnden Ärzten und den Zentren in den Universitäten als auch die Grundlagenforschung weiter unterstützen kann, ist die Gründung einer deutschen Leberstiftung bis zum Jahr 2007 geplant. "Bereits jetzt hat Hep-Net mit dem Förderverein ’Hep-Net e.V.’ einen Grundstein für die Stiftung gelegt und sucht nun fördernde Mitglieder", sagt Professor Manns.

Für Ärzte und Patienten: Fragen zur Virushepatitis beantworten die Experten des Hep-Net in einer Telefonsprechstunde unter 01805-450060 (Mo, Di, Do, jeweils 14 bis 16 Uhr).

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de
http://www.leberhilfe.org

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