Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frühwarnsystem kündigt Rückfall einer Leukämie an

19.01.2005


Wiederauftreten der Leukämie bei Kindern verhindern



Bei einer Leukämie, der häufigsten Krebsart bei Kindern, sind die Zellen des blutbildenden Systems bösartig verändert. Daher ist die Transplantation von Blutstammzellen oft die einzige Heilungschance. Die Hauptgefahr dabei: Wenn durch die Therapie nicht alle Krebszellen zerstört wurden, kann die Leukämie erneut ausbrechen. Professor Dr. Peter Bader vom Universitätsklinikum Frankfurt am Main hat ein "Frühwarnsystem" entwickelt, das einen möglichen Rückfall frühzeitig anzeigt. "Darauf aufbauend erforschen wir jetzt eine Immuntherapie, die verbliebene Leukämiezellen vollständig vernichten soll", so Professor Bader. Die Deutsche KinderKrebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit rund 270.000 Euro.



Um die Leukämiezellen zu vernichten, müssen die kleinen Krebs-Patienten eine anstrengende Chemo- und Strahlentherapie über sich ergehen lassen. Damit das blutbildende System anschließend wieder gesunde Zellen produziert, ist oftmals auch eine Stammzelltransplantation erforderlich. Dabei erhält der Patient blutbildende Zellen von einem gesunden Spender.

"Wir konnten nachweisen, dass bereits wenige nach der Therapie verbliebene Leukämiezellen bei den meisten Kindern zu einem Wiederauftreten der Erkrankung führen", erklärt Professor Bader, Projektleiter am Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt am Main. Weitere lebensrettende Maßnahmen sind dann meist nicht mehr möglich, und die Kinder sterben an den Folgen ihrer Erkrankung. "Mit dem Frühwarnsystem können wir jetzt rechtzeitig feststellen, ob die Blutzellen des Patienten nach der Transplantation - wie beabsichtigt - alle vom gesunden Spender stammen", erklärt der Projektleiter.

Um dies zu überprüfen, wird dem Patienten über einen längeren Zeitraum jede Woche Blut entnommen. Drei Milliliter reichen jedes Mal dafür aus. Denn das Frühwarnsystem arbeitet auf der Basis des so genannten PCR-Verfahrens. Damit können bereits kleinste Erbsubstanz-Mengen nachgewiesen werden. "So ist es möglich, verbliebene entartete Blutzellen des Patienten von denen des gesunden Spenders zweifelsfrei voneinander zu unterscheiden", erläutert Professor Bader.

"Wenn bei dieser Kontroll-Untersuchung noch Krebszellen im Blut des Patienten gefunden werden, kann ein Rückfall prinzipiell durch eine Immuntherapie verhindert werden", erläutert Professor Bader eine neue Therapie-Option. Im Rahmen des Projektes soll diese Immuntherapie jetzt weiter erforscht werden. Dabei bekommt der Patient eine Extra-Dosis weißer Blutkörperchen von einem gesunden Spender. Diese Abwehrzellen richten sich dann speziell gegen die verbliebenen Leukämiezellen und zerstören diese, so die Hoffnung der Forscher.

An der Studie sind pädiatrische Transplantationszentren in Düsseldorf, Gießen, Münster, Frankfurt, Tübingen, Essen, Freiburg, München, Erlangen, Halle, Greifswald, Ulm und in Kiel beteiligt.

Interviewpartner auf Anfrage!

Krebs im Kindesalter:

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 1.800 Kinder unter 15 Jahren an Krebs. In dieser Altersgruppe ist Krebs besonders bösartig: Die Tumorzellen vervielfachen sich rasend schnell. Am häufigsten werden Leukämien (Blutkrebs), Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks sowie Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Mehr als 90 Prozent aller krebskranken Kinder werden in kinderonkologischen Zentren und nach bundesweit einheitlichen Therapiekonzepten behandelt. Die Deutsche Krebshilfe finanziert fast alle derzeit in Deutschland laufenden Therapie-Optimierungsstudien bei Kindern. Diesen Studien ist es vornehmlich zu verdanken, dass heute fast 80 Prozent der Kinder ihre Krebserkrankung überleben.

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: Frühwarnsystem Leukämie Leukämiezelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Kieler Projekt „FucoSan – Gesundheit aus dem Meer“ erhält 2,2 Millionen Euro
27.07.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie