Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Insulinresistenz bedingt Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes und Krebs

19.01.2005


Dr. Stephan Herzig und seine Arbeitsgruppe Molekulare Stoffwechselkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum bilden eines von vier Wissenschaftlerteams, die im Jahr 2005 Forschungsgelder der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung erhalten haben. Die Heidelberger Molekularbiologen werden für ihr geplantes Forschungsprojekt zur Arteriosklerose in den nächsten drei Jahren mit einem Betrag von 150 000 Euro gefördert.


Im Mittelpunkt der künftigen Forschungsarbeiten stehen Störungen des Insulinabhängigen Stoffwechsels. Das Hormon, das die Aufnahme von Zucker in Muskel-, Fett- und Leberzellen bewirkt, spielt auch eine wichtige Rolle bei der Signalübertragung auf bestimmte Zellen des Immunsystems, so genannte Makrophagen oder Fresszellen. Herzig verfolgt bei seiner Arbeit Hinweise, wonach diese Fresszellen gegenüber Insulin resistent werden können. Folge: Die Zellen nehmen verstärkt Cholesterin auf. Lagern sie sich in Blutgefäßen ab, können sich gefährliche Plaques bilden, man spricht von "Arterienverkalkung". Lösen sich die Plaques ab, kann es zur Verstopfung der Herzkranzgefäße oder Gefäße des Gehirns kommen, mit der Folge eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Stephan Herzig ist dem Protein RIP140 auf der Spur. Er stellte fest, dass dieses Molekül nicht nur in insulinresistenten Leber- und Muskelzellen vorkommt, sondern auch in Makrophagen. "Wir glauben, dass RIP140 die fatale Cholesterinaufnahme und die Ausschüttung von Signalstoffen kontrolliert." In neuen Studien will der Wissenschaftler diese Annahme überprüfen. Sein langfristiges Ziel ist es, RIP140 und damit die Arterioskleroseentwicklung mit neuen Medikamenten zu bremsen und so die Fresszellen zu zügeln.


Die Erkenntnisse sind möglicherweise auch für die Behandlung von Krebserkrankungen hilfreich, denn auch bei der Tumorkachexie, einer häufigen Begleiterscheinung bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, liegt eine Fehlsteuerung des Insulinstoffwechsels vor. Die Kachexie führt zu Auszehrung und Kräfteverfall. Mindestens 50 Prozent der Krebspatienten leiden unter diesem Symptom. Die allgemeine Schwächung der Widerstandskräfte bewirkt, dass die Erfolgsausichten einer Behandlung wie der Chemotherapie weitaus geringer sind. Herzig hofft, den krankheitsverursachenden Defekten im Zucker- und Fettstoffwechsel auf die Spur zu kommen. Mit seinem Team will er Gene und Genprodukte identifizieren, die die Anfälligkeit für Stoffwechselkrankheiten erhöhen. Im zweiten Schritt geht es darum zu prüfen, ob sich diese als Angriffspunkte für Wirkstoffe eignen. Bislang haben die Wissenschaftler drei Kandidatengene gefunden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz-heidelberg.de
http://www.dkfz-heidelberg.de/de/metabolic_control/

Weitere Berichte zu: Fresszelle Herzinfarkt Krebserkrankung Plaques

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau