Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Projekt zur Knochenbildung - Implantat bildet sich ganz zurück

19.01.2005


Mit 350 000 Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft eine Arbeitsgruppe aus Naturwissenschaftlern, Ärzten und Ingenieuren, die ein Verfahren zur schnellen Resorbierbarkeit von Schädelimplantaten entwickeln wollen.

... mehr zu:
»DFG »Implantat »Schädelimplantat

Unter der Bezeichnung "Bochumer Schädelimplantat" ist vor wenigen Jahren ein an der Ruhr-Universität in Bochum entwickeltes und durch die Universitätsausgründung Cranio Construct, Bochum, realisiertes Verfahren zur Versorgung von Schädeldefekten mit individuell angepassten Implantaten bekannt geworden. Die klinischen Erfolge waren hervorragend; im Herbst 2002 erhielten die Entwickler - zusammen mit einem Forschungsteam der damaligen Universität Essen - den Innovationspreis Ruhrgebiet, einen der höchstdotierten und wichtigsten Innovationspreise in Deutschland. In Essen wird jetzt das "Bochumer Schädelimplantat" vervollkommnet. Ziel ist die Entwicklung biologisch abbaubarer Implantate, die sich in relativ kurzer Zeit - Monate bis wenige Jahre - auflösen und durch nachwachsendes Knochengewebe ersetzt werden.

Das Bochumer Implantat wird auf der Basis eines Computertomographie-Datensatzes individuell für jeden Patienten geplant und dann mit Hilfe einer computergestützten Fräse aus dem Metall Titan angefertigt (CAD/CAM-Verfahren). Zu den Entwicklern hatten an der Ruhr-Uni unter anderem Professor Dr. Dr. Harald Eufinger und Dr.-Ing. Michael Wehmöller gehört. Beide sind jetzt auch an der Weiterentwicklung des Implantats beteiligt. In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt wollen sie die Regeneration des Schädelknochens mit Hilfe knochenwachstumsfördernder Substanzen beschleunigen. Dazu haben sich die Arbeitsgruppen um Eufinger und Wehmöller der Mitarbeit der Anorganischen Chemie an der Universität Duisburg-Essen unter Leitung von Professor Dr. Matthias Epple und eines Teams im Institut für Physiologische Chemie des Essener Universitätsklinikums versichert. Dort befasst sich Professor Dr. Herbert P. Jennissen bereits seit vielen Jahren mit der Biologisierung von Oberflächen.


Epple, der früher ebenfalls an der Ruhr-Uni tätig war, ist es zusammen mit Eufinger und Wehmöller bereits gelungen, die computergestützte Implantat-Fertigung auf abbaubare Materialen zu übertragen. Die Implantate befinden sich zurzeit in der vorklinischen Testphase. Nachdem die DFG bereits diese Arbeiten finanziell unterstützt hatte, wird sie nun auch die Fortsetzung des Projekts mit insgesamt 350 000 Euro fördern.

Die Gruppe setzt in Zukunft gemeinsam mit Professor Jennissen auf das im Organismus vorkommende "bone morphogenetic protein 2" (BMP-2), ein hochwirksames Signalprotein, das sich in zahlreichen Versuchen am Universitätsklinikum als am besten geeignet für die Knochenbildung erwiesen hat. BMP-2 greift in die Wachstums- und Differenzierungsvorgänge von Zellen ein und ist deshalb geeignet, Einheilungsvorgänge von Implantaten zu beschleunigen und die Annahme der Fremdkörper auf Dauer zu bewirken. Nun soll BMP-2 zur Unterstützung der totalen Rückbildung eines Implantats und seinen Ersatz durch Knochengewebe eingesetzt werden.

Monika Roegge | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-essen.de/
http://www.bioimplant-ruhr.de.

Weitere Berichte zu: DFG Implantat Schädelimplantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften